Bookdealer fragt: Erzähle mir etwas zu der Idee bzw zur Hintergrundgeschichte deines Romans:
Dominik Seiberth: Tatsächlich hatte ich zuerst nur ein einzige Szene im Kopf:
Ein (zu diesem Zeitpunkt noch) namenloser Kommissar läuft über einen im tiefen
Nebel liegenden Camping-Platz. Es ist früher Morgen, der Atem bildet Wolken vor
seinem Mund, das tote Holz ächzt unter seinen Schritten. Er hat seine Waffe
gezogen, denn er weiß, dass er in Gefahr ist. Er blickt sich unruhig um, denn
er weiß nicht, aus welcher Richtung die Gefahr schließlich kommen wird.
Wer den Roman gelesen hat (oder noch lesen wird), weiß, dass
es diese Szene in sehr ähnlicher Form auch in der finalen Fassung noch immer
gibt. Der Kommissar ist jetzt natürlich nicht mehr namenlos, er heißt Jonathan
Weitzäcker. Anstatt an einem vernebelten Morgen im Herbst spielt die Szene in
einer eiskalten Winternacht. Und Jonathan ist nicht alleine, sondern in
Begleitung eines Kollegen vom Kriminaldauerdienst. Aber der Kern der Szene ist
noch immer derselbe.
Kurz nach dieser ersten Szene gab es dann noch eine weitere
Szene, die ich im Kopf hatte, von der ich hier aber nicht viel schreiben kann,
weil sie aus dem letzten Drittel des Romans stammt und zu viel vorwegnehmen
würde. Daher nur ein Satz dazu: Eine Frau sitzt lachend im Bad, bis sie von
Polizisten gefunden wird.
Diese beiden Szenen waren also der Anfang.
Und dann? Ich wusste schon länger, dass ich gerne einen
Krimi schreiben wollte, aber ich wusste auch, dass das vermutlich gar nicht so
einfach sein wird. Denn was war/ist meine eigene Erwartung an einen guten
Krimi? Die Antwort darauf: Viele Verdächtige; viele Fährten, die in die falsche
Richtung führen; und am Ende soll es einen Täter geben, den man bei seinen
eigenen Überlegungen eher weniger im Verdacht hatte, und der – rückblickend
betrachtet - dann aber doch Sinn macht.
Und dann gab es noch eine weitere Erwartung, die ich an mich
selbst stellte: Ich wollte einen Krimi erzählen, der nicht mit einem Mord
beginnt; einen Krimi, von dem man nicht einmal weiß, ob es überhaupt einen Mord
gibt. Die meisten Krimis beginnen mit einem Mord, mit einem Kommissar, der an
den Tatort gerufen wird und einem Gerichtsmedzinier, der die Leiche untersucht.
Jonathan Weitzäcker sollte es aber mit einer anderen Art von Fall zu tun
bekommen.
Als ich schließlich wusste, was für eine Art von Fall das
sein sollte, überlegte ich mir zuerst, wie aus einem namenlosen Kommissar eine
dreidimensionale Figur mit einer eigenen Geschichte, eigenen Motiven, Ängsten
und Hoffnungen entstehen konnte. Nach und nach entstand so die Figur des
Jonathan Weitzäcker, eines Mannes, der seinen Beruf zu persönlich genommen
hatte und sich geschworen hatte, es kein weiteres Mal so kommen sollte (in
meinen Notizen habe ich viel, viel mehr Informationen über Jonathan und sein
Leben als es letztlich in den Roman geschafft haben).
Die eigentliche Arbeit am Roman war letztlich nicht das
Schreiben an sich, das mir sehr viel Spaß machte, sondern die Auslegung
falscher Fährten und die kleinen, verstreuten Hinweise auf den echten Täter.
Darum schrieb ich auch kein einziges Wort, bis ich nicht alle meine
Verdächtigen hatte (und mir auch Gedanken darüber gemacht hatte, wie die
falschen Fährten nach und nach aufgelöst werden sollten).
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war die
Tatsache, dass die Camping-Platz-Szene nicht nur die erste Szene war, die ich
vor Augen hatte. Im Roman ist die Szene auch gleichzeitig ein absoluter
Wendepunkt für die Geschichte. Denn ab dieser Szene beginnen sich die falschen
Fährten, die ich ausgelegt habe, aufzulösen – bis es ganz am Ende nur noch
einen möglichen Täter gibt.
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Gewinn nur möglich mit Postanschrift in Deutschland.
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Hallo und guten Morgen,
AntwortenLöschenHm, O.K. ein Krimi der sich wohl eher langsam dem Opfer und Täter nähert, wie mir scheint.
Bin gespannt, was ich noch erfahren werde.
LG..Karin..
PS : Daten sind hoffentlich auch mit PN akzeptabel.
ja natürlich liebe Karin =) hab mit der Tourleitung gesprochen, geht in Ordnung
LöschenLG Sheena
O.K. Danke Sheena..LG..Karin...
LöschenSehr schöne und interessante Hintergrundinformationen. Ich wünsche einen schönen Donnerstag.
AntwortenLöschendaniela.schiebeck@t-online.de
Liebe Grüße,
Daniela
Hallo,
AntwortenLöschensehr interessant welche Szenen zuerst da waren. Scheint ein spannender Krimi zu sein. Bin gespannt was ich bei der Blogtour noch über das Buch erfahren werde.
LG
SaBine
(kupfer-sabine@t-online.de)