Die sympatische Autorin Nikola Hotel hat sich bereit erklärt auch meinem
Blog ein Interview zu geben, welches ihr nun hier lesen könnt:
Bookdealer:
Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?
Nikola Hotel: Daran kann
ich mich nicht so genau errinnern, denn ich habe schon Geschichten gesponnen,
als ich noch nicht schreiben konnte. In der Grundschule habe ich dann die ersten davon aufgeschrieben. Es gibt also keine
Zeit in meinem Leben, in der ich nicht geschrieben habe.
Bookdealer: Wer in
deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?
Nikola Hotel: In der
Familie ist ein Kritiker eher schwer zu finden. Meine größten Kritiker sind
deshalb meine Autorenkollegen. Sie geben mir das differenzierte Feedback, das
ich brauche, um ein Buch besser zu machen.
Bookdealer: Hast Du
irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
Nikola Hotel: Richtige
Rituale sind das nicht, denn ich schreibe nicht geregelt von 8.00 bis 16.00,
sondern bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet. Da kann es auch schon mal
vorkommen, dass ich mir den Wecker auf halb fünf stelle, um im Morgengrauen die
Ruhe auszunutzen. Was ich auf jeden Fall zum Schreiben brauche, ist Kaffee und
Musik. Ohne Musik läuft gar nichts.
Bookdealer: Hast Du
zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere
»einfach so« ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Nikola Hotel: Die
Charaktere kommen immer zuerst. Ich schreibe nicht storyorientiert, sondern
charakterbasiert. Die Helden sagen mir dann schon, wie und wo es langgeht und
übernehmen die Handlung. Da ich nicht streng plotte, ist das auch kein Problem.
Es gibt eine Grundidee, einen Kessel mit siedendem Wasser, in den ich meine
Helden hineinwerfe, und dann schaue ich zu, was sie dort anstellen. So ist es
für mich auch viel spanndender, weil ich selbst noch nicht weiß, wohin mich das
Ganze führt. Was die Namen angeht, so mache ich mir sehr viele Gedanken
darüber. Sie haben immer einer Bedeutung, wenn auch nicht unbedingt eine
Symbolik. In einer Komödie ist das auch nicht angebracht, aber in meinem
Fantasyroman ist es natürlich wunderbar, wenn z. B. der Held Alexej (Alexander)
heißt, was so viel bedeutet wie »der Beschützer«.
Bookdealer: Welches Buch
hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem
Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Nikola Hotel: Da gibt es
natürlich nicht nur eins. Aber da ich besonders gerne historische Romane lese,
sind es eher solche, die mich längerfristig fesseln. Wenn dann auch noch Humor
mit im Spiel ist, dann ist die Mischung perfekt. Eines meiner liebsten Bücher
ist deshalb »Das Erlkönig-Manöver« von Robert Löhr. Er schreibt Sätze, die ich
mir auf der Zunge zergehen lasse, die ich immer und immer wieder in meinem Ohr
zum Klingen bringen möchte. Und ich bin ein großer Fan von Helga Glaesener,
Andrea Schacht und Tanja Kinkel.
Bookdealer: Könntest du
dir auch vorstellen, mit einem anderen Autor ein Buch zusammen zu schreiben?
Nikola Hotel: Ja. Ich
habe unglaublich tolle, nette, kreative und leicht verrückte Kollegen, mit denen
ich jederzeit ein gemeinsames Projekt starten würde.
Bookdealer: Deine Buchcover sind ja sehr schön gestaltet,
hast du die selber entworfen oder hattest du Hilfe dabei?
Nikola Hotel: Beides.
Zurzeit entwerfe ich sie selbst, aber ich habe fachkundige Hilfe bei den
Feinarbeiten. In Zukunft möchte ich das Coverdesign aber gerne ganz in Profihände
geben, weil ich die Zeit, die ich dafür brauche, lieber ins Schreiben
investieren möchte.
Bookdealer: Wie lange
brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es geschrieben ist)?
Nikola Hotel: Je nach Umfang vier bis sechs Monate für die
Rohfassung. Die Überarbeitung kann aber unter Umständen noch einmal so lange
dauern.
Bookdealer: Wenn du
privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber E-Books, und
welche Genres liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?
Nikola Hotel: Bei
Romanen lese ich lieber E-Books, aber das sind für mich auch »richtige« Bücher.
Die schnelle Verfügbarkeit ist einfach unschlagbar, und ich muss nachts beim
Lesen kein Licht anschalten, wofür mein Liebster dann sehr dankbar ist. Bei
Sachbüchern ist das etwas ganz anderes, da bevorzuge ich die Printausgabe, weil
ich mir einen besseren Überblick verschaffen kann, wenn ich das Buch haptisch
begreifen kann.
Was die Genres angeht,
bevorzuge ich historische Romane, Liebesromane und Komödien. Ab und an lese ich
Krimis, aber Thriller sind nichts für mich. Auch für High-Fantasy kann ich mich
leider gar nicht begeistern. Am meisten lese ich jedoch Sachbücher zur
Recherche, und dabei habe ich oft genauso viel Spaß wie bei einem Roman.
Bookdealer: Warst du
schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine
in Planung? Wenn ja, wie fandest du die Buchmessen bis jetzt immer so?
Nikola Hotel: Meine
erste Buchmesse war die in Leipzig 2013, auf die ich eingeladen wurde, weil ich
mit meinem Debüt »Rabenblut drängt« einen Preis gewonnen hatte. Das war
natürlich ein sehr schönes Erlebnis. Abseits des Rummels finde ich es aber am
schönsten, Kollegen zu treffen, weshalb ich auch diesen Herbst nach Frankfurt
fahren werde.
Bookdealer: Wie wichtig
ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Nikola Hotel: Sehr
wichtig, denn ich lechze danach, ehrliches Feedback zu erhalten. Über Facebook
ergibt sich heute ganz ungezwungen die Möglichkeit mit vielen Autoren, Lesern
und Bloggern zu kommunizieren. Sehr oft retten mir nette Nachrichten einen
schlechten Tag, oder bringen mich auf grandiose neue Ideen. Als unabhängige
Autorin kann ich diese Ideen sofort aufgreifen und weiterentwickeln, das ist
ein wunderbares Geben und Nehmen. Leserwünsche nehme ich sehr ernst und
versuche auch, sie zu verwirklichen.
Bookdealer: Was hältst
du von den Blogtouren, die im Moment so beliebt sind? Sprich wenn Blogger,
Autoren & deren Bücher bekannter machen.
Nikola Hotel: Blogtouren
sind eine spannende Möglichkeit, viele Facetten eines Romans zu beleuchten. Das
Buch wird durch den Blogger und Leser erweitert. Man erfährt etwas über die
Hintergründe, Inspirationen und Leidenschaften des Autors, und die Geschichte
gibt dem Leser dann mehr als den bloßen Buchtext. Ich wäre jederzeit offen für
Blogtouren, habe aber momentan keine geplant.
Bookdealer: Hast du noch
einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen möchtest?
Nikola Hotel: In Bezug
auf das Schreiben kann ich das nicht beantworten, weil meine Wünsche da sehr
wankelmütig sind. Was das Privatleben angeht, wäre es toll, mehr Reisen zu
können. Vor allem zu meinen Roman-Schauplätzen. Jetzt, wo meine Jungs nicht
mehr ganz so klein sind, ist das auch gar nicht mehr so unrealistisch.