Das sympatische Autorenduo Rose Snow hat es wieder getan und sie melden sich mit ihrem 2. Roman zurück. Natürlich denken sie gleich an ihre Leser und haben meinem Blog exklusiv für euch diesen kurzen Textausschnitt geschickt. Pünktlich vorm (1.12) Nikolaus erscheint ihr 2. Roman Racheengel küsst man nicht.
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Eine
Stunde später sind wir endlich auf der Autobahn Richtung Köln. Ich lehne meinen
Kopf gegen die kalte Scheibe und sehe den reflektierenden Leitpfosten beim
Vorbeirasen zu. Das hier fühlt sich nicht gut an. Ein unausgereifter Plan, ein
unausgereifter Begleiter und unausgereifte Zusammenhänge. Wer steckt hinter
alldem? Und wie soll ich verhindern, dass meine enttäuschten Klienten sich
gegen mich wenden? Zufriedene Klienten machen alles für einen, aber
unzufriedene Klienten freuen sich über jede Gelegenheit, es einem heimzuzahlen.
Erschöpft sinke ich tiefer in den Autositz und schließe für einen Moment die
Augen. Wie sehr sehne ich mich nach einer kurzen Auszeit, so wie damals, als
der Stress und die Aufträge zu viel wurden. Ein paar Tage weg von dem katastrophalen
Hier und Jetzt, in Ruhe irgendwo, vielleicht in den Bergen ...
Plötzlich
ertönt eine Hupe. Ich schrecke auf. „Was ist ...?“, frage ich alarmiert.
„Du
hast gesabbert“, antwortet Gérard nüchtern, während er mit ruhiger Hand den
Wagen lenkt.
„Deswegen
hast du gehupt?“, frage ich weiter und reibe mir die Augen.
„Es
ist immer mehr geworden und ich musste befürchten, dass es zu mir
rüberschwappt.“
„Du
bist unmöglich.“
„Wir
hätten ertrinken können.“
Ich
gähne unterdrückt und richte meine Aufmerksamkeit auf die Straße. Laut
Autobahnschild befinden wir uns 10 km vor Osnabrück, ich muss also fast zwei
Stunden geschlafen haben. Zumindest ist Gérard nicht irgendwann falsch
abgebogen. Wenn wir die Nacht weiter durchfahren, sollten wir im Morgengrauen
bei der Botanikerin sein.
Gérard
streckt die Hand aus und schaltet das Radio ein. Elvis Presley, In The Ghetto.
„Wie
passend“, murmelt er und tippt mit den Fingern auf das Lenkrad. „Du schnarchst
übrigens auch.“
Ich
schüttle den Kopf, der Typ hat wirklich überhaupt keinen Anstand. „Ich
schnarche nicht“, antworte ich.
„Woher
willst du das wissen? Schließlich schläfst du doch immer allein.“
„Trotzdem
schnarche ich nicht.“
„Wie
ein Holzfäller“, grinst Gérard. „Also, wer mit dir campen geht, der muss sich
keine Sorgen um Bären machen. Du verschreckst sie alle.“
„Du
bist ein wahrer Gentleman“, stelle ich gelangweilt fest.
Gérard
grinst breit. „Gut erkannt. Denn ich habe nicht alles erwähnt, was du in den
letzten zwei Stunden gemacht hast. Ich musste ab und an das Fenster
runterkurbeln und frische Luft hereinlassen.“
Wie
gerne würde ich jetzt wieder einschlafen. Ich schließe die Augen und versuche
Gérard aus meinem Kopf zu streichen. Wenn es nur gelingen würde.
„Wieso
rächt man sich erst jetzt an dir? Du, die Rachehexe schlechthin, wirst doch
mehrere Feinde haben“, sagt er und trommelt gegen das Lenkrad.
„Ist
dir derart langweilig?“, antworte ich und gähne.
„Weil
ich mich mit dir unterhalte?“
„Weil
du so viel redest.“ Ich gähne erneut.
„Ich
kann es auch sein lassen und beim Fahren einschlafen.“
Ich
sehe ihn an. Er verzieht keine Miene. „Oder ich fahre“, biete ich an und lächle
einigermaßen freundlich.
„Das
Thema hatten wir bereits“, sagt er emotionslos und wechselt die Spur. Ich zucke
mit den Schultern und merke, dass es etwas kühl geworden ist. Schläfrig drehe
ich die Sitzheizung an.
„Dir
ist kalt?“, fragt er.
„Nein.
Ich drücke nur gerne Knöpfe“, entgegne ich und umschlinge meinen Körper.
Gérard
wirft mir einen Seitenblick zu. „Diesmal anscheinend die falschen“, meint er.
„Ist es wirklich das erste Mal?“
„Dass
ich mit einem Idioten im Auto fahre?“
„Dass
sich jemand an dir rächt? Der eine oder andere wird doch sicher schon mal auf
die Idee gekomm-“
„Wir
operieren im Dunklen“, unterbreche ich ihn.
Gérard
lacht. „Hörst du dich eigentlich selbst reden? Wir operieren im Dunklen? Wie
viele Agentenfilme hast du dir denn reingezogen?“ Er hustet. „Merkst du das
überhaupt noch?“
„Merkst
du überhaupt noch, was für ein Vollidiot du bist?“, werfe ich zurück. Gérard
grinst. Ich deute das als ein Ja.
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Welch klasse Textpassage, oder? Ich bin gespannt wie euch das 2. Buch gefallen wird, ich habe es vor ein paar Wochen schon lesen dürfen und nächste Woche bekommt ihr meine Meinung zu diesem Buch dann.