Ich konnte einen weiteren Lesedeal für euch an Land ziehen und zwar ging die sympatische Autorin Anna Martens mit meinem Blog den Deal zu ihrem neuen Buch ein. Engelsschmerz erscheint diesen Freitag am 14.11
Prolog
Eisige Kälte ging von den verdreckten
Fliesen des Küchenbodens aus. Getrocknetes Blut hatte bizarre Figuren darauf
gemalt. Die Eisenfesseln hingen schwer an ihren wunden Handgelenken. Seit
Stunden schon saß sie in dieser Haltung. Jeder Muskel schmerzte. Sie wartete.
Fixierte mit ihrem Blick das Fenster. Minute für Minute. Dann sah sie die
Farben des Sonnenuntergangs, der sich nun blutrot über Himmel und Berge ergoss.
Wieder ein Tag vorbei.
Tränen flossen über ihre Wangen. Sie
war sich sicher: Draußen funktionierte die Welt so, als wäre nichts geschehen.
Die schöne Landschaft, die sie auf ihrer Fahrt hierher betrachtet hatte, schien
sie noch zusätzlich zu verhöhnen.
Hier, wo sie war, war nichts schön.
Nichts einzigartig. Hier regierten Dreck, Verzweiflung und Hunger. Und dieser
penetrante Geruch nach Kot und Verwesung, der in jede Pore einzudringen schien.
Sie zog ihre Beine so nah an sich
heran, wie sie konnte, um sich vor der Kälte zu schützen.
Sie war schrecklich müde.
Aber wie jeden Abend begannen ihre
Gedanken sich wieder und wieder um diesen einen Punkt zu drehen: Sie allein
trug die Schuld an ihrer Lage. Hätte sie doch nur besser nachgedacht!
Wie hatte sie nur so bescheuert sein
können? So naiv!
Wütend trat sie mit dem Fuß gegen den
Schrank. Sich selbst wehzutun war der einzige Weg, mit der Misere umzugehen –
zu spüren, dass sie noch lebte.
Immer hatte sie sich für ausgesprochen
clever gehalten. Aber dieses Mal war sie das wohl nicht gewesen. Sie hatte
einen verhängnisvollen Fehler gemacht.
Sie horchte in die Stille des Hauses
hinein. Sie betete. Aber da war nichts. Kein Geräusch. Schon lange nicht mehr.
Sie klopfte wie schon tausend Mal zuvor mit dem Topfdeckel gegen die Wand.
Keine Antwort.
Sie konnte nichts tun, was ihre Lage
veränderte. Die Essensvorräte waren längst verbraucht – der Hunger mittlerweile
ein ständiger Begleiter ihrer ereignislosen Tage. Hektisch riss sie jeden
Schrank auf, den sie erreichen konnte. Obwohl sie wusste, dass sie nichts
finden würde. Es war wie ein Zwang. Um wenigstens irgendetwas zu tun.
Um nicht verrückt zu werden.
Noch einmal blickte sie aus dem
Fenster, in dem sich die Dunkelheit langsam wie ein Vorhang ausbreitete. Sie
zog an der Fußkette und brachte sich in eine einigermaßen bequeme Position.
Vielleicht würde sie der Schlaf nun
endlich von den stets gleichen Gedanken erlösen.
Für immer.
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Aaaah klingt das nicht fürs erste unglaublich spannend und macht Lust auf mehr? Dann lasst uns zusammen dem 14.11 entgegen hibbeln. Und auch das Cover ist sehr passend, oder was meint ihr dazu?

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