Und wieder hat sich ein sympatischer bookshouse Autor in die Fänge der Bookdealerin begeben und steht für euch Rede & Antwort:
Bookdealer
fragt: In wenigen Wochen erscheint ja dein erster Roman. Magst du den Lesern
kurz was dazu erzählen?
Mein erster Roman mit dem
Titel „Ein totes Leben“ erscheint im März im Bookshouse-Verlag. Es handelt sich
dabei um einen Krimi, der in Heidelberg und Umgebung spielt. Worum es geht? Um
einen Kommissar, der von seinen Erinnerungen an die Vergangenheit geplagt
wird, um das Schicksal zweier
verschwundener Jungen und um die Fassaden, die Menschen um sich herum aufbauen
– um Schein und Sein und um Lug und Trug. Obwohl die Handlung ernst und
dramatisch ist, hat mir die Arbeit am Roman
sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass alle, die das Buch lesen, das
merken und der Funken auf die Leser überspringt.
Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum
Schreiben gekommen?
In der Oberstufe des
Gymnasiums habe ich eine Literatur-AG besucht und mich dabei zum ersten Mal
ernsthafter mit dem Schreiben auseinandergesetzt. Das erste Projekt, das ich
schrieb, war eine Dystopie – also eine pessimistische Zukunftsvision – an die
ich mich immer noch gerne zurückerinnere, auch wenn sie nie veröffentlicht
werden wird. Nach dem Abitur habe ich ein FSJ in Südafrika gemacht, in dieser
Zeit habe ich mit dem Schreiben pausiert. Aber die vielen Eindrücke und
Erlebnisse, die ich während dieser Zeit sammeln durfte, haben mich danach
wieder zum Schreiben inspiriert. Daraufhin habe ich mich mit einem weiteren
Projekt bei der Literaturagentur Schmidt & Abrahams beworben und ein
Vertragsangebot bekommen. Damit ging es mit dem Schreiben bei mir dann so
richtig los.
Bookdealer
fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter
Kritiker?
Meine Freunde und Bekannte
sind, wie wohl die meisten Freunde und Bekannte, nie so richtig kritisch.
Bisher hat ihnen das meiste, was ich geschrieben habe, ganz gut gefallen.
Mehrere Freunde haben mir bei „Ein totes
Leben“ ausführlich und konstruktiv ihre Meinungen gesagt, was unglaublich
hilfreich war. So konnten nicht nur grobe Fehler (wie falsche Uhrzeiten),
sondern auch Feinheiten (wie kleinere Brüche in der Charakterisierung einzelner
Figuren) noch bereinigt werden. Dafür bin ich ihnen allen sehr dankbar!
Bookdealer
fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben oder schreibst du einfach drauf
los?
Ich schreibe nicht drauflos,
spezielle „Rituale“ habe ich aber auch nicht.. Zu Beginn erstelle ich immer ein
dreiseitiges Exposé und eine Textprobe von 20-50 Seiten. Beides stelle ich
meiner Agentur vor. Und dann, wenn ich
grünes Licht bekomme, geht das Schreiben los.
Bookdealer
fragt: Was hat sich in deinem Leben verändert, seit du schreibst?
Ich muss mir meine Zeit
besser einteilen – Studium, Nebenjobs und Schreiben neben insgesamt sehr viel
Zeit in Anspruch. Da ich gerne etwas mit Freunden unternehme, muss ich jetzt
ein bisschen genauer hinschauen, wenn ich alles unter einen Hut bringen will.
Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf?
Und bekommen die Charaktere
"einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Meistens habe ich zunächst eine
Figur im Kopf, die mit irgendeinem Problem konfrontiert wird. Ich überlege dann
ausführlihch, ob Figur und Ausgangsproblem einen kompletten Roman tragen
können.
Zur zweiten Frage: Bei
meinen ersten Schreibversuchen hat tatsächlich hinter jedem Charakternamen eine
Bedeutung gesteckt. Mittlerweile halte ich das persönlich aber für zu
„gekünstelt“ und achte nur darauf, ob die Namen, die ich mir ausdenke, zu den
Charakteren, die ich im Kopf habe, passen und stimmig klingen.
Bookdealer
fragt: Welcher deiner Charaktere ist dir besonders ans Herz gewachsen und
welchen magst du überhaupt nicht?
Einen Lieblingscharakter
habe ich nicht, ebenso wenig wie es einen Charakter gibt, den ich absolut nicht
ausstehen kann. Alle meine Figuren haben ihre Ecken und Kanten, ihre Stärken
und Schwächen, ihre guten und ihre schlechten Seiten.
Bookdealer
fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und
ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Es gibt viele Bücher, die
einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, unter anderem die Romane von
Jonathan Franzen, George R.R. Martins „Das Lied von Eis und Feuer“ und Donna
Tartts „Die geheime Geschichte“. Doch wenn ich mich für eines entscheiden
müsste, würde ich sagen: Stephen Kings „ES“.
Bookdealer
fragt: Könntest du dir auch vorstellen
mit einem anderem Autor ein Buch zu schreiben?
Es gibt einige Autoren, die
das machen. Ob das für mich selbst auch etwas ist, kann ich nicht beurteilen,
da ich es noch nie versucht habe. Im Moment schreibe ich lieber für mich
alleine und genieße die Freiheiten, die das mit sich bringt.
Bookdealer
fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber
Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du
überhaupt nicht?
Bisher habe ich mir noch
keinen E-Reader zugelegt. Dafür mag ich die Haptiik „richtiger“ Bücher einfach
zu sehr. Wenn mein Bücherregal aber irgendwann zu voll sein sollte, werde ich
wohl darüber nachdenken, auf E-Books umzusteigen.
Meine Lieblingsgenre sind
Krimi/Thriller und Young Adult. Das spiegelt sich auch im Schreiben wieder,
denn ich schreibe Romanprojekte in beiden Bereichen. Ob es ein Genre gibt, das
ich überhaupt nicht mag? Ich habe keine Liebesromane in meinem Regal stehen.
Bookdealer:
Was gehört für dich zu einem gemütlichen Leseabend dazu?
Ein Feuer im Kamin und eine
warme Decke. Im Sommer sitze ich abends auch gerne im Garten meiner Eltern.
Dann gehören für mich der Sonnenuntergang und das Zirpen der Grillen zu einem
gemütlichen Abend dazu.
Bookdealer
fragt: Welche Buchverfilmung hast du zuletzt gesehen oder schaust du dir so was
nicht an?
Natürlich schaue ich mir
Buchverfilmungen an! Die letzte Verfilmung, die ich gesehen habe, war der
dritte Teil von Peter Jacksons Hobbit-Trilogie. Buch und Film sind zwei verschiedene
Medien, darum kann ich auch mit unterschiedlichen Erwartungen an einen Film
herangehen, zu dem ich das Buch schon gelesen habe. Und mich über
Gemeinsamkeiten, aber auch über Unterschiede freuen.
Bookdealer
fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder
hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt
immer so?
Ich war bisher zweimal auf
der Frankfurter Buchmesse und fahre dieses Jahr vielleicht ein weiteres Mal
hin. Nach der Messe war ich dann zwar immer geschafft (so viele Menschen und
Eindrücke!), aber auch froh, dagewesen zu sein. Auf der Leipziger Buchmesse war
ich mangels Zeit und der räumlichen Entfernung bisher leider noch nicht.
Bookdealer
fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Der persönliche Kontakt zu
den Lesern ist mir sehr wichtig, denn die Leser sind es ja, für die ich
schreiben will. Einerseits kann ich mich als Autor nur dann verbessern, wenn
ich das Feedback meiner Leser bekomme, andererseits wollen viele Leser gerne
mehr über ein Buch und den Menschen dahinter erfahren. Also freue ich mich über
jede Form von Kontakt. Und darum möchte ich auch, sobald mein erster Roman
erscheint, eine Leserunde starten.
Bookdealer
fragt: Gibt es irgendwas, dass dich am Buchgeschäft stört?
Manchmal habe ich das
Gefühl, dass sich künstlerische Freiheit und Markttauglichkeit beißen. Ich
würde mir mehr ausgefallenere Romane wünschen, die mit Genrekonventionen und
Lesererwartungen brechen und einen mit offenem Mund zurücklassen.
Bookdealer
fragt: Gehst du auch zu Lesungen von Kollegen, oder hast du da die Zeit nicht
mehr so dazu? Und Gibt es einen Autoren den du unbedingt mal treffen möchtest?
Wenn es sich einrichten
lässt, besuche ich auch Lesungen von Kollegen. Die letzte Lesung, die ich besucht
war, war von Isabella Benz, die aus ihrem Debütroman „Die Dämonen von Lorch“
gelesen hat. Gerne einmal treffen würde ich George R.R. Martin, dessen Ideen-
und Einfallsreichtum mich sehr beeindruckt.
Bookdealer
fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen
möchtest?
Als Backpacker durch Indien
zu reisen.
Vielen herzlichen Dank lieber
Domink, dass du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu
geben.
Vielen Dank für die interessanten Fragen!
Dominik