Etwas über ein Jahr mussten die treuen Leser von Kate Sunday auf dieses zweite Buch der "Im Schatten der Appalachen Reihe" warten. Der neue Titel lautet "Penelopes Geheimnis". Aber ich sage euch, das Warten hat sich gelohnt. Ich habe die kleine Leseprobe schon gelesen und fiebere nun dem Taschenbuch entgegen. Ab dem 3. 3 ist es dann endlich soweit:
1. Kapitel
Zur Hölle mit
den Männern! Penny hoffte inständig, dass der Herr mit dem Dreispitz
höchstpersönlich ein nettes Plätzchen dicht am Feuer für Jason Atkins
reservierte. Unsanft zerrte sie am Reißverschluss ihrer prall gefüllten
Reisetasche, sodass sie sich prompt den Zeigefinger klemmte. Sie beschloss, den
Schmerz zu ignorieren und zog beharrlich weiter. „Verflixtes, widerspenstiges
Ding, warum willst du nicht so wie ich?“ Endlich gelang es ihr, die Tasche zu
schließen. Sie richtete sich auf und strich sich eine lästige Haarsträhne aus
der Stirn. Ihr Blick fiel auf ein silbergerahmtes Bild, auf dem Jason sein
schönstes Zahnpastalächeln zeigte. Mit einer Handbewegung fegte sie das Foto
von der Kommode. Das hässliche Klirren, das auf dem Fuße folgte, klang wie süße
Genugtuung in ihren Ohren. „Glaubst wohl, du kannst mich für dumm verkaufen,
was? Wie konnte ich nur jemals …?“ Ihre Schimpftirade verstummte abrupt. „Oh,
hallo Schatz.“ Seit wann hatte Abigail dort gestanden?
„Mommy? Mit
wem sprichst du?“ Abbys blaue Kulleraugen scannten den Raum.
„Ach, mit
niemandem. Mommy führt Selbstgespräche, Sweetheart.“ Yep. Mommy dreht langsam,
aber sicher durch. Sie stieß ein künstlich klingendes Lachen aus und bückte
sich, um die Glasscherben vom Parkettboden aufzuklauben. Anschließend warf sie
den kaputten Rahmen inklusive Jasons dümmlich grinsendem Gesicht in den
Papierkorb. Es war an der Zeit, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Sie hatte
einfach kein Glück mit den Männern. Nein. Sie war eine von jenen Frauen, die
mit schlafwandlerischer Sicherheit stets nach den Falschen griffen. „Sag mal,
hast du deinen Rucksack fertig gepackt? Wir sollten langsam los“, sagte sie zu
Abby, bemüht, ihrer Stimme Fröhlichkeit zu verleihen. „Ich bin sicher, Nana
wartet bereits.“ Schließlich konnte Abby nichts dafür, dass sie auf einen
Idioten hereingefallen war. Schon wieder.
„Und Tommy
auch.“ Abby vergrub ihre Nase in dem karamellfarbenen Fell ihres Teddybären,
den sie an ihre schmale Brust presste.
„Und Tommy“,
bestätigte Penny. Ihre Tochter fieberte nicht nur danach, die heiß geliebte
Großmutter, sondern auch deren behäbigen Kater in die Arme schließen zu dürfen.
Tiere übten auf Abby eine magische Anziehungskraft aus.
Wenige
Minuten später hatte Penny ihre Tochter samt Gepäck und Teddy in ihrem mitternachtsblauen
Ford verstaut. Sie manövrierte den SUV aus der Parklücke und reihte sich in den
zäh dahinfließenden Morgenverkehr ein. Die Straßen von Downtown Asheville
vibrierten bereits vor Geschäftigkeit. Natürlich hatte es seine Vorteile, in
einem schicken Apartment mitten in der City zu wohnen. Der Lärm, das Gewimmel
und der dichte Verkehr nervten sie jedoch heute mehr als sonst. Kein Wunder,
denn sie war übermüdet, hatte kaum geschlafen. Ihre Gedanken waren ständig um
Jason gekreist. Auch Stunden später saß die Enttäuschung wie ein tiefer
Splitter in ihrem Fleisch. Ob die Sache mit ihm überhaupt noch Sinn machte?
Zähneknirschend rief sie sich zur Ordnung, als sie neue Tränen aufsteigen
spürte. Sie wollte sich vor Abby keine Blöße geben. Fehlte noch, dass sie zu
weinen anfing und ihr sorgfältig aufgetragenes Make-up ruinierte. Schließlich
hatte es lang genug gedauert, bis sie alle Spuren der vergangenen Nacht
beseitigt hatte. Nein, keine einzige Träne mehr würde sie wegen dieses
Scheusals vergießen. Sie dachte nicht daran, sich das bevorstehende Wochenende
durch trübe Gedanken verderben zu lassen. Sie würden zwei wunderbare Tage in
Willow Creek verbringen, um mit [ … ] Hochzeit zu feiern. Tja, von einem weißen
Spitzenkleid und einem funkelnden Ring am Finger hatte sie auch geträumt.
Dieser schöne Traum war nun verpufft. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Verdammt. Sie würde nicht weinen! Ihre Finger krampften um das Steuer ihres
Wagens, bis die Knöchel weiß hervortraten.
„Mommy, was
ist los?“ Abby besaß feine Antennen.
Penny spähte
blinzelnd in den Rückspiegel. „Alles in Ordnung“, versicherte sie rasch. Nichts
war in Ordnung, rein gar nichts. Noch immer konnte sie es nicht fassen, dass
Jason sie mit der rothaarigen Hexe aus dem zweiten Stock betrogen hatte.
Ausgerechnet mit dieser Kuh, die ihre Kurven in billiges Elastan zwängte und
sich mit Glitzerschmuck behängte wie ein bescheuerter Weihnachtsbaum. Was hatte
die ihm außer einem zugegebenermaßen äußerst biegsamen Körper (was in der Natur
der Sache lag, da sie als Aerobiclehrerin jobbte) zu bieten? Waren Männer so
einfach gestrickt? Eigentlich müsstest du
das nach all den Jahren endlich kapiert haben, Penelope. Sie versuchte, die
Stimme in ihrem Kopf, die sie verblüffend an ihre Mutter erinnerte, zu ignorieren.
Wenn sie ehrlich war, hatte es Anzeichen dafür gegeben, dass Jason kein
Kostverächter war. Sie hatte das leise Schrillen der Alarmglocken ignoriert.
Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte. Sein hemmungsloses Flirten mit
der attraktiven Brünetten in Wendy’s
Diner, das sie großzügig mit seinem übermäßigem Weinkonsum entschuldigt
hatte. Seine interessierten Blicke, wenn eine knapp bekleidete Frau auf dem
Gehweg vorbeistöckelte. Die kleinen, wie zufällig wirkenden Berührungen, das
vertrauliche Augenzwinkern, wenn er auf ihre Freundin Jenna traf. Jason mochte
Jenna eben gut leiden, hatte Penny versucht, sein Verhalten zu rechtfertigen.
Was war schon dabei? Welcher Mann sah nicht gern einer hübschen Frau hinterher?
Gott, Penny, wie konntest du nur so
blauäugig sein?
Sie schaltete
in den nächsten Gang, während ihre Gedanken zum gestrigen Abend
zurückwanderten. Sie hatte sich mit Jenna auf einen Drink in Delilah’s Cocktail Lounge verabredet und
Jason gebeten, sich um Abby zu kümmern. Jason, der drei Blocks weiter ein
todschickes Loft sein Eigen nannte und die meiste Zeit ohnehin bei Penny in der
Hickory Road verbrachte, hatte großspurig versichert, das sei überhaupt kein
Problem. Gekümmert hatte er sich allerdings weniger um Abby als um Candice.
Penny hatte die beiden Turteltauben in ihrer Wohnung auf der Couch bei
Kerzenlicht erwischt, wo Jasons Hände eifrig Candices nackten Körper
erforschten.
Als Penny ins
Zimmer trat, weiteten sich seine Augen vor Überraschung. „Schon … so früh?“,
keuchte er, sich offensichtlich mitten in einem Aufruhr der Hormone befindend.
Candice warf
den Kopf zurück, sodass sich ihr flammend rotes Haar wie feurige Lava über ihre
Schultern ergoss. „Früh? Nein, mein Hase, ich bin noch lange nicht fertig mit
dir.“ Als er nicht reagierte, folgte sie seinem starren Blick. Ihr Lachen
erstarb.
„Tja“, sagte
Penny mit einer Stimme, die einem arktischen Windhauch am Nordpol gleichkam,
„ich schätze, die Party ist vorbei.“ Sie knipste das Deckenlicht an.
Candice löste
sich von Jason, sprang auf und klaubte hastig ihre Kleidung vom Boden auf. „Ich
… äh geh dann mal“, meinte sie überflüssigerweise, bevor sie sich in den Flur
verzog.
Mit einer Hand sein bestes Stück bedeckend,
angelte Jason nach seinem Slip. „Ich hab dich noch nicht zurückerwartet,
Honey.“
„Offensichtlich.“
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Na konnte ich euch nun anfixen und fiebert ihr nun dem Buch entgegen? Also merkt euch den 3. März und ist es nicht wundervoll das Buchcover? Ich liebe es. Sooo wunderschön.


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