Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum
Schreiben gekommen?
Das kann ich gar nicht genau beantworten. Ich habe eigentlich
schon mit dem Schreiben angefangen, als ich gerade so einen Stift grade halten
konnte. Ich denke, mir sind einfach immer so viele Dinge durch den Kopf
gegangen, dass ich sie einfach irgendwann aufschreiben musste. Mir hat das Spaß gemacht und das tut es natürlich noch. Mit
sieben schrieb ich eine Story über Wichtel, mit elf mein erstes Buch über einen
kleinen Polizeihund namens Filly… und je älter ich wurde, desto mehr habe ich
dann auch geschrieben.
Bookdealer
fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter
Kritiker?
Meine große Schwester. Sie ist immer die Erste, bei der meine
Geschichten auf dem Schreibtisch landen. Denn bei ihr weiß ich, sie liest sie nicht
einfach nur drüber, sie hilft mir auch Dinge zu verbessern, zeigt mir meine
Schwächen auf. Das nervt zwar manchmal, aber ich bin eigentlich froh, dass sie
nicht immer nur alles toll findet, was ich schreibe.
Bookdealer
fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben oder schreibst du einfach
drauf los?
Nein, Rituale gibt’s bei mir eigentlich keine. Wenn mich die
Schreibwut gepackt hat, dann setze ich mich einfach an meinen Laptop und haue
in die Tasten. Manchmal habe ich aber auch wochenlang eine Schreibflaute.
Da bekomme ich meist nichts Gescheites aufs Papier. Die Zeit nutze ich dann
meistens, um fertige Texte zu überlesen und zu korrigieren.
Bookdealer
fragt: Was hat sich in deinem Leben verändert, seit du schreibst?
Das kann ich nicht wirklich beantworten. Weil eigentlich hat
Schreiben schon immer zu meinem Leben dazu gehört. Deshalb hat sich auch nichts
geändert. Es hat sich aber was geändert, seit ich am 01. April mein Debüt
„Zantaliya“ veröffentlicht habe. Ich mache viele Dinge selbstständig, das
stärkt mein Selbstbewusstsein. Und ich komme mit vielen neuen Menschen in
Kontakt, die Bücher genauso lieben wie ich… das ist toll.
Bookdealer
fragt: Hast Du
zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach
so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Hm, gute Frage. Eigentlich sind am Anfang nur die
Hauptcharaktere in meinem Kopf. Die Geschichte entsteht dann rund um diese
herum und dabei entwickeln sich dutzende Nebencharaktere ganz spontan. Meine Charas liegen mir
alle sehr am Herzen. Auch wenn es manchmal ziemlich viele werden, in meinem
Kopf hat jeder seine ganz eigene Story. Das lässt sie für mich lebendig werden.
Bei „Zantaliya“ haben die Charas fast alle Fantasienamen
bekommen. So gibt es zum Beispiel den bösen Lord Falador, die schöne Prinzessin
Ranbay, den Adlerkönig Tshar, den grimmigen Zwerg Zuurgh oder den
hinterlistigen Vampir Morkufer. Gewissermaßen haben diese Namen schon eine
Bedeutung für mich, auch wenn sie so ungewöhnlich sind.
Bookdealer
fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und
ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Also, mein absolutes Lieblingsbuch ist die „Tribute von
Panem“. Das Buch hat mich einfach von Anfang an so sehr gefesselt, dass ich es
an einem Tag durchgelesen hab. So begeistert war ich seit „Harry Potter“ nicht
mehr (was für mich außer Konkurrenz läuft). Es gefiel mir nicht nur, weil
Suzanne Collins einen tollen Schreibstil hat (und den hat sie), sondern weil
die ganze Idee einfach richtig gut ist. Ich habe immer wieder gedacht: „WAS?
Das kann ich nicht sein. Das ist einfach zu hart.“ Und dann kam es noch
schlimmer. Ich kann es nicht richtig erklären, aber das Buch hat mich einfach
in seinen Bann gezogen. Und Katniss ist eine tolle Protagonistin. Ich liebe
sie.
Bookdealer
fragt: Könntest du dir auch vorstellen
mit einem anderem Autor ein Buch zu schreiben?
Grundsätzlich würde ich es nicht ausschließen, aber ich
stelle es mir schwierig vor. Ich weiß auch nicht, ob ich gut darin wäre. ;) Bei
mir passieren viele Sachen spontan. Ich überlege mir zwar vorher einen Plot,
aber wenn ich schreibe, kann es schon passieren, dass am Ende alles komplett
anders wird. Wenn noch jemand an diesem Projekt beteiligt wäre, würde ich ihn
sicher zur Verzweiflung treiben. ;)
Bookdealer
fragt: Welcher deiner Charaktere ist dir besonders ans Herz gewachsen und
welchen magst du überhaupt nicht?
Das klingt blöd, aber ich mag eigentlich alle meiner
Charaktere. Eben weil sie so unterschiedlich und auch nicht perfekt sind. Klar
habe ich Lieblinge… ich mag von den beiden Hauptfiguren aus „Zantaliya“ Mary am
liebsten, weil sie zwar auch impulsiv und dickköpfig sein kann, aber auf der
anderen Seite auch oft mutig und selbstlos reagiert. Bei meinen Bösewichten
schreibe ich vor allem Szenen mit Morkufer sehr gerne. Er ist zwar ein echtes
Ekel, aber irgendwie bin ich ihm trotzdem verfallen. ;)
Bookdealer
fragt: Wie ist es zu der Entstehung von „Zantaliya-Reise
durch das Schattenland“ und „Down with love"“
gekommen?
„Zantaliya“ entstand, als ich 13 war. Das Originalmanuskript
umfasste 50 A4 Seiten. Darauf war ich mächtig stolz! Ein paar Jahre später habe
ich die Geschichte wieder entdeckt und mir gedacht, dass eine komplette
Überarbeitung interessant sein könnte. Und je mehr ich geschrieben habe, desto
enger bin ich mit dem Buch zusammengewachsen. Mir sind immer mehr Details in
den Kopf gekommen. Und so wurden ruck, zuck aus 50 Seiten fast 1000. Deshalb
musste ich es auch in drei Teile aufteilen. ;)
„Down with love“
ist eine typische Teenage-Drama-Lovestory. Die schrieb ich, als ich 14 war – also
selbst mitten in der Pubertät. Die Themen, die darin behandelt werden – die
erste Liebe, Freundschaft, Partys – haben mich zu der Zeit also selbst am
meisten interessiert. Heute sehe ich die Geschichte mit anderen Augen, weil ich
natürlich reifer geworden bin in der Zwischenzeit. Trotzdem bringt sie mich
immer wieder zum Schmunzeln und liegt mir am Herzen. Sie weckt Erinnerungen und
ist eben ein Teil meines Lebens.
Bookdealer
fragt: Die Cover finde ich im übrigem sehr klasse, wieviel Mitspracherecht
hattest du gehabt?
*räusper* Naja… J Ich bin Selfpublisherin, also mache ich
alles selbst – das beinhaltet auch die Cover. Sagen wir, ich habe es mir
leichter vorgestellt. Hinter so einem Cover steckt eine ganze Menge Arbeit. Ich
gebe immer mein Bestes. Das Cover von „Zantaliya – Reise durch das
Schattenland“ kam beim Publikum leider nicht so gut an. Ich habe mir die Kritik
aber zu Herzen genommen und hoffe, dass ich mich in Zukunft noch verbessern
kann. Ich sehe das nicht so eng – jeder fängt mal klein an. Und wer weiß,
vielleicht kann ich mir irgendwann ja einen Profi leisten, der mich
unterstützt. ;)
Bookdealer
fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es fertig geschrieben
ist) ?
Oh… also das ist unterschiedlich. Aber eher lange. Ich
bewundere Autoren, die jeden Tag ein ganzes Kapitel schreiben, bis das Buch
fertig ist. Ich brauche zum Schreiben erstmal Zeit… und die habe ich nicht
immer. Und dann muss ich in der richtigen kreativen Laune sein. Wenn das aber der
Fall ist, schreibe ich locker 2, 3 Kapitel am Tag. Dann kann es aber wiederum sein,
dass ich die nächsten zwei Wochen gar nichts mehr schreibe. Also ich würde
sagen, ich brauche etwa ein Jahr für ein Buch…
Übrigens… Weil ich weiß, dass ich so langsam bin, habe ich
Band 1 von „Zantaliya“ erst veröffentlicht, als die Rohfassung von der Fortsetzung
fast fertig war. ;) Von Band 3 habe ich im Moment etwa ein Drittel geschrieben.
Bookdealer
fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber
Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt
nicht?
Eindeutig richtige Bücher. Ebooks habe ich erst entdeckt, als
ich selbst eins veröffentlicht habe. Kein Witz! Ich habe zu Weihnachten einen
Minireader geschenkt bekommen. Den habe ich erst nur genutzt, um meine eigenen
Sachen darauf Probe zu lesen. Erst seit Kurzem habe ich mir ein paar eBooks
drauf gepackt. Und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. So ein Reader
hat schon viele Vorteile. Trotzdem werde ich immer der Meinung sein, dass ein
eBook echte Bücher nicht ersetzen kann. Soll es aber auch gar nicht. ;)
Ich lese am liebsten – wie könnte es anders sein – Fantasy.
Alles von Harry Potter, Herr der Ringe, Hunger Games über Divergent, die Sookie
Stackhouse Reihe bis hin zu Klassikern wie Die unendliche Geschichte oder
Brüder Löwenherz. Mit Liebesromanen für Erwachsene werde ich nicht so richtig
warm, ebenso wenig mit Historischen Romanen. Aber hin und wieder werde ich auch
noch überrascht. Ich lese Bücher am liebsten im Original. Deswegen sind die
meisten meiner Bücher auf Englisch.
Bookdealer:
Was gehört für dich zu einem gemütlichen Leseabend dazu?
Ruhe. Viel Ruhe. Ich kann nicht lesen, wenn es um mich herum
laut ist. Deswegen komme ich auch meistens nur dazu, wenn mein Freund grade
nicht da ist. ;) Dann schnappe ich mir was zu knabbern, mache es mir irgendwo
bequem (gern auch in der Badewanne) und lasse mich ganz und gar fallen. Es gibt
doch nichts über ein tolles Buch, um zu entspannen.
Bookdealer
fragt: Welche Buchverfilmung hast du zuletzt gesehen oder schaust du dir so was
nicht an?
Vorneweg: von Buchverfilmungen bin ich meistens enttäuscht.
Ist leider so. Als letztes habe ich Divergent gesehen. Und ich muss sagen, ich
war positiv überrascht.
Mehr noch, ich fand’s toll. Der Film war nah am Buch, was mir
immer sehr wichtig ist. Und er hat sogar noch ein paar kleine Logikfehler des
Buches ausgemerzt. Das hat mir sehr gefallen.
Bookdealer
fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder
hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt
immer so?
Ich war leider noch nie auf der Frankfurter Buchmesse, aber
ich hoffe, dass sich das bald ändert. Ich war schon zweimal in Leipzig, aber
als Privatperson. Es hat mir sehr gefallen. Es gibt sooo viel zu entdecken.
Schade, dass es immer so voll ist. Manchmal wurde ich einfach nur durch die
Reihen geschoben. Aber ansonsten würde ich jederzeit wieder eine Messe
besuchen. Mich würde ja mal interessieren, wie es von der anderen Seite so
aussieht. Also von der Seite eines Autors, der seine Bücher vorstellt.
Vielleicht werde ich es ja eines Tages erfahren.
Bookdealer
fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Wahnsinnig wichtig. Ich find es total interessant, die
Meinung von anderen zu meinem Geschriebenen zu erfahren. Sie reagieren
teilweise total unterschiedlich und zeigen mir neue Blickwinkel auf. Das macht
das Ganze so spannend. Ich nehme mir eigentlich jedes Feedback und jede Kritik
an. Ich denke mir immer, man ist nicht von Anfang an perfekt. Aber man kann
weiter an sich arbeiten. ;) Deswegen ist es mir lieber, man sagt mir auch, wenn
einem etwas gar nicht gefällt, als wenn man es für sich behält.
Bookdealer
fragt: Gehst du auch zu Lesungen von Kollegen, oder hast du da die Zeit nicht
mehr so dazu? Und gibt es einen Autoren den du unbedingt mal treffen möchtest?
Bisher war ich kaum auf Lesungen. Ich habe aber mal eine
Lesung von Michael Kirchschlager (Thüringer Kinderbuchautor) miterlebt und ich
fand es total interessant und witzig, wie er das gemacht hat. Er hat toll mit
dem noch sehr jungen Publikum interagiert. Ich selber hatte bisher keine Lesung
und bin auch gespannt, wie ich es machen würde. Ich bin ja eher ein schüchterner
Typ. Aber wie heißt es? Man wächst an seinen Aufgaben. Oder so.
Bookdealer
fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch den du dir noch erfüllen
möchtest ?
Im Bezug auf Bücher? Ein großer Wunsch von mir ist es, meine
Bücher auch als Printausgabe rausbringen zu können. Als Selfpublisher braucht
man dafür aber ein gewisses Kapital. Was ich als frisch gebackener
Studienabsolvent aber leider noch nicht habe. ;) Deswegen gehen alle Einnahmen
aus den eBook-Verkäufen auch direkt auf ein extra Sparkonto, das ich später für
den Print verwenden möchte. J
Vielen
herzlichen Dank liebe Judith, dass du dir die Zeit genommen hast, mir das
„kleine“ Interview zu geben.
Ich danke dir, liebe Sheena.

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