Hallo liebe Bücherfreunde,
In meiner heutigen monatlichen buchigen Kolumne geht es um das Thema: "Brauchen wir noch Rezensionen im Zeitalter von Sternchenbewertungen?"
Neulich habe ich mich wieder ertappt: Ich wollte mir schnell ein neues Buch aussuchen, klickte entspannt durch Online-Shops – und mein Blick blieb reflexartig an den Sternchen hängen. Vier Komma sieben? Klingt solide. Aber dann fragte ich mich: Weiß ich damit wirklich schon etwas über das Buch? Über das, was mich darin erwartet, über den Ton, die Atmosphäre, die kleinen Stolpersteine oder Glücksmomente? Nein.
Aber genau da bleibt doch eigentlich etwas auf der Strecke, oder etwa nicht? Eine Sternchenbewertung erzählt mir nichts darüber, warum mich eine Geschichte berührt oder warum ich mitten im Kapitel plötzlich lachen musste. Sie erklärt ebenfalls nicht, weshalb ein Roman in mir nachhallt, während ein anderer, vielleicht objektiv „besser geschriebener“, sofort wieder verblasst. Sterne sind wie Etiketten: schnell klebbar, aber sie decken das Eigentliche dann einfach nur zu. Versteht ihr meinen Gedankengang dazu?
Ich erinnere mich noch genau an ein Buch, das mich zutiefst bewegt hat. Als ich danach die Plattform öffnete, prangte dort eine Durchschnittsbewertung von 3,6 Sternen. Ich war irritiert, fast beleidigt – als hätten Fremde etwas abgewertet, das mir so viel bedeutet hatte.
Rezensionen sind für mich kein direktes Bewertungssystem, sondern wie ein ganz kleines Gespräch. Wenn ich eine schreibe – oder lese –, dann gehe ich noch einmal durch die Lektüre hindurch. Dieses Innehalten, dieses Reflektieren, lässt mich tiefer verstehen, warum ein Buch zu mir gesprochen hat oder auch nicht.
Und genauso sehr liebe ich es, wenn andere ihre Leseeindrücke mit uns Lesern teilen. Nicht das bloße „4,3 Sterne oder 217 Bewertungen“, sondern die eigentliche Geschichte hinter der Bewertung. Dass jemand toll beschreibt, wie er sich in einer Figur wiedererkannt hat. Dass eine Nebenfigur ihn so genervt hat, dass er fast aufgegeben hätte. Dass das Ende im Zug gelesen wurde und genau da die Tränen liefen.
Brauchen wir also noch Rezensionen? Für mich lautet die Antwort: JA, dringender denn je. Denn gerade weil unser stressiger Alltag von schnellen Urteilen geprägt ist, sind ausführliche Rezensionen quasi eine kleine Einladung, das Tempo mal zu drosseln. Sterne mögen Orientierung geben, aber Rezensionen öffnen den Raum für Resonanz. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Mir ist ein einziger Text, der mich dann am Ende auch spüren lässt, wie jemand gelesen hat, lieber als hundert anonyme Sterne.
Wie seht ihr denn das ganze so?

Hallo Sheena,
AntwortenLöschenhm, bei Sternchen bzw. Link finde ich machen sich es sich die lesenden Leute für meinen Geschmack in der heutigen Zeit zu einfach....
Lesen bedeutet für mich Gefühle/Stimmung ...positive/negative
und die finde ich, kann man nur gut über das geschriebene Wort dazu ausdrücken.
LG...Karin..
genau so und nicht anders liebe Karin.
LöschenDanke für deinen Besuch hier
Liebe Sheena,
AntwortenLöschenich sehe das ganz genau so wie Du.
Mir ist es auch wichtig zu erfahren, warum jemand ein Buch mochte oder auch nicht. Was hat gestört oder was hat besonders gut gefallen. Welche Emotionen wurden beim Lesen ausgelöst usw.
Dann kann ich mir ein Bild machen, ob das Buch auch was für mich wäre. Denn etwas, das jemand anderen stört, muss mich nicht unbedingt stören.
Deshalb mag ich auch die kurzen Rezensionen bei Instagram nicht. Manche kann man ja auch so lesen, wenn man dort nicht angemeldet ist. Die sind meistens wenig aussagekräftig, deshalb verstehe ich es auch nicht, dass Verlage so viel Wert darauf legen.
Also ich bleibe auch bei meinen Rezensionen und freue mich über jeden und jede, der genau so denkt.
Liebe Grüße
Conny
Ich kürze nur etwas die Rezis auf Instagram, da man dort nicht so viel Textplatz hat =)
LöschenAnsonsten stimme ich dir in allen oben genannten Punkten voll und ganz mit zu.
Wenn bei Thalia oder Amazon keine Rezis sind Stattdessen nur Bewertungen wie eben 3,3 oder 4,8 sacht mir das nichts über das Buch. Das eine is eben einfacher als über das Buch zu schreiben
AntwortenLöschengenau das sagt einfach nichts aus
LöschenIch finde, Sternchen kann man viel "unbeschwerter" vergeben als eine Rezension zu schreiben. Ich schreibe ungerne Verrisse, da ich immer denke, das ist nur mein Eindruck. Und vielleicht hatte mir das Buch vorgestern oder nächsten Monat besser gefallen. Aber 2 Sterne zu vergeben ist einfacher. Dafür weiß dann aber auch niemand (ich später vielleicht auch nicht mehr), wie diese Bewertung entstanden ist.
AntwortenLöschenVon daher: pro Rezi.
ja diesen Gedanken kann ich gut verstehen und ja ist mir selber auch schon mal so ergangen als ich ein Buch "nur" schlecht bewerte habe OHNE Rezi, weil ich diese nicht mehr tippen wollte.
LöschenHi Sheena,
AntwortenLöschenich finde, dass die Sterne für einen ersten Moment schon ein bestimmtes Bild abgeben. Es gibt nunmal solche Massen an Büchern, da kann ich mir nicht zu jedem Buch 10 Rezensionen durchlesen, da würde ich nicht mehr fertig werden ^^
Bei goodreads sind die Rezensionen ja weltweit und geben dann im Durchschnitt oft schon einen guten Einblick - wenn da bei 7000 Bewertungen 4.7 Sterne stehen weiß ich zumindest, dass ein Großteil dieses Buch gut fand, als wenn es im gleichen Durchschnitt nur 2.3 Sterne hätte - nur so als Beispiel.
Danach schau ich mir dann natürlich auch noch Rezensionen an, aber wenn bei sehr vielen Bewertungen eine sehr niedrige Sternezahl vorherrscht, sortiere ich das oft aus. D. h. ich schau mir dazu meist auch keine Rezensionen mehr an. Ich hab nur begrenzte Zeit und muss ja nach irgendwas gehen...
Liebste Grüße, Aleshanee
Danke für deinen Gedankengang liebe Aleshanee den ich ebenfalls sehr gut verstehen kann, gerade im Bezug mit der begrenzten Zeit ist das verständlich.
LöschenGuten Morgen Sheena! Ich hab deinen Beitrag gerne heute in meiner Stöberrunde verlinkt.
AntwortenLöschenLiebste Grüße, Aleshanee
oh wie lieb, dankeschöööön
LöschenHallo Sheena,
AntwortenLöschenich brauche Rezensionen unbedingt. :D Meistens komme ich eher von der Rezension auf das Buch und nicht umgekehrt. Also, mir fallen Bücher auf, weil sie von anderen rezensiert wurden. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob jetzt eine gute oder schlechte Bewertung vorliegt. Sondern eine Rezension weckt mein Interesse. Dann sehe ich mir mal die Sternebewertungen und danach andere Rezensionen an. Also ja, ich brauche unbedingt Rezensionen. :)
Liebe Grüße
Nicole
Dabkeschön für deinen Kommentar liebe Nicole und ja Rezis sind einfach sehr wichtig
LöschenGuten Morgen, Sheena
AntwortenLöschenich dachte ich hätte da schon mal meinen "Senf" dazu abgegeben?. Ich bin ein Rezensonsmensch und kein Sternenbewerter. Den Sterne oder sonstiges sagt nichts über das Buch aus. Heute kam meine Kolumne raus und da habe ich auch meinen "Senf" dazu gesagt. Ich lasse mich ja immer von Deinen Kolumnen-Titel inspirieren.
Also we gesagt, ein Buch sollte für mich eine Rezension enthalten und nicht nur Sterne. Wenn diese den Leseeindruck unterstützen, ist es so und daher dann okey.
Liebe Grüße
Anja
dankeschön für deinen Kommi liebe Anja, ich schaue mal vorbei
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