Und wieder steht ein Lesedeal ins Haus mit einer ganz tollen Autorin. "Liebe im Sommerregen" soll am Freitag den 1. August erscheinen. Merkt euch dieses Datum und jetzt dürft ihr exklusiv ein paar Zeilen lesen:
Was ist wirklich wichtig auf der Welt?
Ein Arm, der mich ganz zärtlich hält,
ein Mund, der mich so sanft berührt,
eine Hand, die mich verführt …
All das ist ganz wundervoll,
und ich fühle, ich bin toll,
denn er nimmt meinen Körper wahr
und Streicheln ist so wunderbar.
Doch muss es jetz t schon weitergehen?
Kann er mich denn nicht verstehen?
Dass ich lieber warten mag,
auf den einen, schönen Tag.
Wenn Romantik uns umschlingt
und mein Herz zum Schlagen bringt,
wenn ich mich ganz öff nen kann,
dann geschieht es – irgendwann.
Denn dann ist es für mich richtig,
und das ist für mich sehr wichtig,
denn ich brauch viel Zärtlichkeit,
und für Sex bin ich noch nicht bereit!
(Christina Stöger, 2013)
Jayden
Jay öffnete den Kühlschrank und nahm eine Flasche Wasser heraus.
Er trank in großen Zügen und wischte sich mit dem Handrücken über die feuchten
Lippen. Beinahe hätte er Samantha heute einen Zungenkuss gegeben. Es hatte ihn
immense Kraft gekostet, es nicht zu tun. Ihre Lippen waren so verlockend
gewesen. Aber wenn er sie richtig küsste, sollte sie ihm dabei in die Augen
sehen und wissen, dass er und nicht ihr Loser-Freund es war. Nur deshalb hatte
er sich mit einer sachten Berührung ihres Mundes zufriedengegeben.
Jay ging ins Wohnzimmer und ließ sich aufs Sofa fallen. Seufzend
schaltete er den Fernseher ein und zappte durch die Programme. Wie zum Teufel
war er bloß auf die Idee gekommen, sie zu entführen? Welcher Teufel hatte ihn
geritten? Nach dem Gig im Chantal Club war er ins Charlie’s gefahren, ohne seinen Freunden Bescheid zu sagen. Dort war er
von einigen Mädchen umringt worden, die ihn seit dem ersten Auftritt im Charlie’s anhimmelten. Die
Unterhaltung mit ihnen hatte ihn gelangweilt, ihre Aufdringlichkeit genervt. Er
wusste schon lange, dass er ziemlich jedes Mädchen haben konnte, das er wollte.
Dieser Fluch verfolgte
ihn seit seinem dreizehnten Lebensjahr. Die Gören im Waisenhaus
hatten sich bei jeder Gelegenheit in seine Nähe geschlichen, um mit ihm zu
knutschen und erste sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Diese Anziehungskraft hatte
sich bis heute nicht gelegt. Spätestens nach der zweiten Begegnung lagen ihm
die Mädchen zu Füßen. Bis auf dieses eine.
Lockenkopf Samantha. Wenn er daran dachte, wie er während der Fahrt
die Hand auf ihr Knie gelegt hatte, wurde ihm heiß. Ihre Haut hatte sich gut
angefühlt. Warm und weich.
Jay lächelte, als er sich erinnerte, wie verzweifelt sie
versucht hatte, ihrem Lover mitzuteilen, dass sie nicht mit ihm schlafen
wollte. Aber warum? War er so eine Niete in Sachen Sex? Der Gedanke, dass
Loser-Andy bei ihr noch nicht zum Zug gekommen war, erfüllte ihn mit Freude. »Eins
zu null für mich. Ich wett e, dein Lockenköpfchen springt eher in mein Bett als
in deins.« Mit jeder Minute wurde der Reiz, sie auf seine Seite zu ziehen,
größer. Er sah es als seine persönliche Herausforderung an, sie für sich zu
gewinnen. Wäre doch gelacht, wenn er dieses kleine Persönchen nicht umstimmen
könnte. Ein Kuss würde reichen. Ein freiwilliger Zungenkuss ihrerseits. Im
oberen Flur ging das Licht an. Devon kam in Boxershorts und mit zerzausten
Haaren die Treppe herunter.
»Hey, Bro, warum sitzt du hier im Dunkeln?« Ein Auge geschlossen,
eines nur halb geöffnet, lehnte er gähnend am Türstock. »Es ist fast vier Uhr
morgens.«
»Ich weiß.«
»Was los? Probleme?« Devon tapste zu ihm und ließ sich schwerfällig
neben ihm nieder. »Geht’s um Valerie? Ich hab gehört, dass du sie rausgeworfen
hast, nachdem ihr …«
Jay schnaubte. »Was sollte ich deiner Meinung nach sonst tun?
Sie muss endlich kapieren, dass es zwischen uns vorbei ist.«
»Schon klar. Aber du warst es, der sie unbedingt ins Bett
bekommen wollte.«
»Das kann nicht sein.«
»Und ob. Sie saß nicht einmal an unserem Tisch. Du hast sie
gesehen, bist auf sie zugegangen und hast sie so lange angebaggert, bis sie
nachgegeben und sich zu uns gesetzt hat. Diesmal hast du die Arschkarte
gezogen.«
Jay stöhnte. »Ich war betrunken. Wieso habt ihr mich nicht davon
abgehalten?«
»Sehr witzig.«
»Ihr habt? O Mann.«
»Was ist mit dir los? Bereust du die Trennung von Valerie?«
»Nein.«
»Ärger im Job?«
»Nein.«
»Wird dir die Bandsache zu viel?«
»Nein.«
»Was dann? Jay, rede, damit ich wieder ins Bett gehen und mich
an Sassys nackten Körper kuscheln kann.«
Devon war mit ihm im Waisenhaus groß geworden. Sie waren durch
dick und dünn gegangen und sprachen über alles miteinander. Geheimnisse
zwischen ihnen gab es nicht. Aber diesmal war es irgendwie anders.
»Ich habe echt keinen blassen Schimmer, was los ist.«
Devon stöhnte und klopfte ihm auf die Schulter. »Okay, ich geh
schlafen, bis du es weißt.«
Wie sollte Jay erklären, was er selbst nicht verstand? Dass es
da ein Mädchen gab, das sich in seine Gedanken gefressen hatte, ohne etwas
Großartiges zu tun. Die sinnliche Tiefe ihrer Augen hatte ihn vom ersten Moment
an in den Bann gezogen.
Er knipste die Stehlampe an, holte Papier und Stift aus der
Mappe, die auf dem Couchtisch lag, und schrieb seine Gedanken in Form eines
Songtextes auf.
Samantha
Am Sonntagmorgen wachte Samantha viel zu früh auf. Ihre
Großeltern veranstalteten die
reinste Party, als sie ins Bad gingen und dabei Songs aus ihrer
Jugendzeit trällerten. Da beide etwas schwerhörig waren, war eine Unterhaltung
in normaler Lautstärke zwischen ihnen nicht möglich, was dazu führte, dass Samantha
jedes Wort im Nebenzimmer verstand.
Stöhnend zog sie sich die Decke über den Kopf. Sie wollte noch
nicht wach sein. Das führte nämlich dazu, dass sie sich den Streit mit Andy in
Erinnerung rief. Sie hatte keine Lust, sich jetzt damit auseinanderzusetzen. Als
ihre Großeltern zum Frühstücken nach unten gingen,
döste sie wieder ein. Die nächste Störung erfolgte, als Tante
Bell und Onkel Harold mit den Jungs antanzten. Von da an bekam sie kein Auge
mehr zu. Die Kids machten mehr Lärm als eine Kindergartengruppe. Sie setzte
sich auf und seufzte. Am liebsten wäre sie den ganzen Tag liegen geblieben und
erst morgen wieder aufgestanden. Der Streit mit Andy hatte einen bitteren
Geschmack hinterlassen. Geburtstag hin oder her, in ihr brodelte ein ungutes
Gefühl, das von Minute zu Minute stärker wurde. Sie wusste nicht, wie sie den
Tag überstehen sollte. Der Gedanke, dass Andy mit ihr Schluss machen könnte,
verursachte ein unangenehmes Ziehen in ihrem Bauch. Wäre doch nur Josie da. Sie
wüsste bestimmt, was
zu tun war. Samantha tapste ins Badezimmer und stellte sich
unter die Dusche. Vielleicht würde das ihre Lebensgeister wecken. Sie
durchsuchte ihren Kleiderschrank nach einem Outfit, das zu ihrer Stimmung
passte. Alles, was sie fand, war eine schwarze Jeans und ein graues T-Shirt,
das ziemlich verwaschen war. Egal, auf bunte Sachen hatte sie keine Lust. Ihre
Locken bändigte sie in noch feuchtem Zustand mit einem Haargummi. Auf Make-up
verzichtete sie. Wozu auch? Andy war nicht hier, und wenn, würde er damit beschäftigt
sein, nach den richtigen Worten für ihr Beziehungsende zu suchen, anstatt auf
ihr Aussehen zu achten.
Da sie sich noch nicht in die Höhle der Löwen, sprich, Verwandtschaft,
stürzen wollte, ließ sie sich Zeit beim Aufräumen und ertappte sich immer wieder
dabei, wie sie ihr Handy anstarrte. Irgendwann hatte sie es satt und legte es in
eine Schublade. Auf dem Schreibtisch stand ein Fotorahmen mit einem Bild von
Andy und ihr. Sie nahm es in die Hand und betrachtete es. Das Foto war ganz am
Anfang ihrer Beziehung entstanden. Josie hatte es mit ihrem Handy gemacht. Sie
saß mit Andy im weichen Neuschnee und lachte über etwas, das er gesagt hatte.
Sein Arm lag um ihre Schultern. Sein Bein berührte ihres. Sein Blick war
strahlend auf sie gerichtet. Nur Sekunden, nachdem das Foto geknipst worden
war, hatte er sie geküsst. Schon damals hatte sie seine Impulsivität gespürt
und die Männlichkeit, die von ihm ausging. Sie schluckte, um die Tränen zurückzudrängen
und ging nach unten.
Der dreijährige Elroy flitzte gerade mit seinem Modellflugzeug
um den Wohnzimmertisch, machte einen Abstecher in den Flur, wendete und rannte
lachend an ihr vorbei die Treppe hoch. Tante Bell, die blonde Lockenpracht streng
hochgesteckt, stand auf und horchte angespannt, ob etwas, das Elroys Weg
kreuzte, zu Bruch ging. Das Baby in ihrem Arm nuckelte friedlich an ihrer
Brust.
»Hi, Sam«, sagte sie erfreut. Samantha verglich Tante Bell mit
Mom und kam zu dem Entschluss, dass sich die Schwestern zwar äußerlich ähnlich sahen,
aber vom Wesen her grundverschieden waren. Mom hätt e in Tante Bells Situation
längst die Nerven verloren und den kleinen Elroy mit einem Malbuch und
Holzstiften am Küchentisch festgenagelt.
»Hallo zusammen.« Der Begrüßungsmarathon konnte beginnen.
Nachdem sie alle Hände geschüttelt und Wangenküsschen erhalten hatte, kehrte
Elroy zurück, indem er wie eine Horde Elefanten die Treppe herunterpolterte.
Mom presste die Lippen zusammen und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß
von der Stirn. Samantha lächelte. Nicht, dass Mom Kinder nicht mochte, sie
waren ihr nur zu anstrengend. Tante Bell, die sensibel genug war, das zu
bemerken, gab James ein stummes Zeichen, worauf sich dieser vom Sofa erhob,
Elroy schnappte und mit ihm nach draußen ging. Das Lachen des Kleinen war auch
noch zu hören, als sich die Haustür hinter ihnen schloss.
»Hier, meine liebe Enkelin.« Großmutter lächelte und überreichte
Samantha mit feierlicher Miene eine bunt verpackte Schachtel. »Das ist von
deinem Großvater und mir.«
»Vielen Dank«, rief sie und umarmte beide.
»Hier, das ist von Tante Bell und mir. Und natürlich von den
Jungs.« Onkel Harold gab ihr ein kleines Päckchen. Tante Bell, die neben ihm
saß, legte lächelnd den Arm um seine Schultern. Mit dem anderen hielt sie das schlafende
Baby fest. Onkel Harold legte seine Hand auf
ihre und sah sie lächelnd an. Eine Geste, die Samantha berührte.
Die beiden liebten sich nach so vielen Jahren und drei Kindern
immer noch sehr.
Nach dem Mittagessen gab es Kaffee und Kuchen und Eis für die
Kinder. Da schönes Wetter war, setzten sie sich alle in den Garten. Onkel
Harold las den Sportteil einer Zeitung, Großvater machte ein Nickerchen im
Liegestuhl. Mom hatte es tatsächlich geschafft, Elroy mit einem Puzzle ruhig zu
stellen. Nun saß der Kleine auf einer Decke im Gras und suchte verbissen nach
den passenden Teilen. James hockte nicht weit entfernt, an den einzigen Schatten
spendenden Baum im Garten gelehnt, und spielte mit seiner PSP. Kevin lag im
Kinderwagen und schlief. Tante Bell war darüber sehr erfreut und genoss die
ruhigen Minuten in vollen Zügen. In kurzer Hose und Bikinioberteil lag sie im
Liegestuhl und nippte genüsslich an ihrem Eistee.
»Sam, im Seehaus liegen ein paar Sachen von dir herum.«
»Ich weiß. Manchmal übernachte ich dort und will nicht jedes Mal
alles hin- und herschleppen.«
Tante Bell lächelte. »Du übernachtest dort? Allein?«
»Ab und zu. Aber meistens mit meinen Freundinnen.«
»Freundinnen?«
»Bell, spar dir deine schmutzigen Gedanken. Sam und ich haben
eine Abmachung«, warf Mom ein. »Sie darf mit den Mädchen im Haus übernachten
und den ganzen Kram machen, den Mädchen eben gern tun, aber es werden keine Partys
veranstaltet, keine Jungs eingeladen, kein Alkohol getrunken und keine Drogen
konsumiert.«
Tante Bells Blick verdüsterte sich. »Meint sie das etwa ernst,
Sam? Keine Jungs, keine Partys, kein bisschen Alkohol?«
»Bell!«
»Was denn, Schwester? Hör mal, sie ist jetzt sechzehn, du
solltest die Zügel lockerer lassen. Oder soll ich ihr erzählen, was du mit
fünfzehn schon alles getrieben hast?«
»Untersteh dich.«
»Okay, ich erzähle es ihr, wenn du nicht anwesend bist.«
»Ich warne dich.«
Harold sah von seiner Zeitung auf. »Deine Reaktion macht mich
neugierig, Vicci.«
»Wenn ihr nicht sofort aufhört, bekommt ihr kein Abendessen«,
drohte Mom.
Großmutter lächelte verschmitzt. »Also, ich könnte euch da
Sachen erzählen, was meine Vicci so getrieben hat …«
»Mutter!« Alle lachten, als sie Moms Miene sahen. Sie war rot
wie eine Tomate geworden.
»Das … das liegt alles weit zurück. Jeder macht mal Fehler. Jetzt
hört auf damit, sonst kommt meine artige Tochter noch auf dumme Ideen.«
Tante Bell blinzelte Samantha zu.
»Wie lange warst du eigentlich nicht mehr im Seehaus,
Schwesterlein?«
Alle Blicke richteten sich auf Mom. »Seit Sam sieben oder acht
war. Wechseln wir das Thema, sonst muss ich deine Jugendsünden und Geheimnisse ausplaudern,
Bell, und das willst du sicher nicht, oder?«
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Ist es nicht wundervoll das Cover? Ich finde es absolut klasse und nach der Leseprobe hibbel ich schon der ganzen Geschichte entgegen.
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Ist es nicht wundervoll das Cover? Ich finde es absolut klasse und nach der Leseprobe hibbel ich schon der ganzen Geschichte entgegen.


Scheint eine nette Geschichte zu werden.
AntwortenLöschenBin gespannt auf mehr....
LG..Karin..