©Jane Luc
Bookdealer fragt:
Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?
Ich hatte keinen
speziellen Moment in dem ich gesagt habe: Jetzt fange ich an. Bücher spielen in
meinem Leben eine Rolle, solange ich denken kann. In meinem Kopf habe ich schon
immer Geschichten gesponnen. Es hat einfach eine Weile gedauert, bis ich mich
getraut habe, sie auch aufs Papier zu bringen.
Bookdealer fragt:
Wer in deinem engsten Familien-
und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?
Meine größten Kritiker sind meine Kollegen. Als Polizistin ist es eine
ziemliche Herausforderung, eine Geschichte spannend zu erzählen – und die
Polizeiarbeit trotzdem so realistisch wie möglich darzustellen. Sie würden es
mir mit Sicherheit übel nehmen, wenn die Arbeit meiner Detectives zu sehr in
die Fiktion abgleiten würde.
Bookdealer fragt:
Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
Ich habe das
Glück, immer und überall schreiben zu können. Auf der Terrasse meiner Mutter
fühle ich mich genauso wohl wie im ICE oder einer Skihütte in den Bergen. Wenn
ich zuhause bin und es mir mit meinem
Laptop gemütlich mache, brennen oft Kerzen, weil ich die Stimmung mag,
die sie verbreiten.
Was ich zum
Schreiben auf jeden Fall immer brauche, ist gute Musik.
Bookdealer fragt:
Hast Du zuerst die Geschichte
oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen
die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung
hinter?
Bei meinem ersten
Thriller hatte ich zunächst die Geschichte im Kopf und habe mir dann überlegt,
welche Eigenschaften meine Charaktere mitbringen müssen, wenn sie ihren Hintern
auf der Besetzungscouch platzieren wollen ;-)
Da sowohl meine
Thriller als auch meine Liebesromane eine Reihe werden, stehen die Charaktere
für die Fortsetzungen schon fest. Natürlich tauchen auch die Personen, die uns
in Teil eins ans Herz gewachsen sind, immer wieder auf. Und hin und wieder passiert es auch, dass
einer der Protagonisten überhaupt nicht mit seinen Charaktereigenschaften
einverstanden ist und sie kurzerhand ändert.
Die Namen meiner
Hauptprotagonisten sind tatsächlich Namen, die ich sehr mag. Dominic, Elena,
Josh, Hannah, … stehen alle ganz weit oben auf meiner Liste. Wenn man allerdings einen Thriller füllen
muss und ein ganz schön großes Ermittlerteam inklusive Gerichtsmedizinerin und
Kriminaltechniker zusammenstellen muss – und eine der Hauptfiguren auch noch
Teil einer Großfamilie ist, dann kommt man ganz schön in Namensbedrängnis. Ich
schaue oft im Vornamenbuch nach … und manchmal schlage ich auch einfach die
Fernsehzeitung auf, tippe auf eine Spalte und borge mir einen Filmvor- oder
Nachnamen aus.
Bookdealer fragt:
Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und
ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Mein Bücherregal
ist sehr groß. Fast jedes Buch darin hat auf irgendeine Art seine Spuren bei
mir hinterlassen. Sehr bewundert habe ich neben dem „Herr der Ringe“ auf jeden Fall die „Harry Potter“-Reihe.
Als großer
Romantikfan sammle ich alles, was von Nora Roberts kommt. Sie hat ihr eigenes
Regal in meiner Wohnung und wenn ein neues Buch von ihr erscheint, wird es
sofort gekauft. Ich bin völlig begeistert von ihrer Art, Geschichten zu
erzählen, was sie zu einem meiner größten Idole macht.
Bookdealer fragt:
Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch
zusammen zu schreiben?
Auf jeden Fall.
Wenn man mit dem anderen Autor „auf einer Welle“ schwimmt, ist das eine sehr
interessante Erfahrung.
Einer der
schönsten Aspekte daran, ein Buch zu veröffentlichen, ist, unheimlich viele
neue Leute kennenzulernen. Aus diesen Autoren-Bekanntschaften haben sich zum
Teil tolle Freundschaften entwickelt – mit denen ich mir ein solches Projekt
durchaus vorstellen kann.
Bookdealer fragt:
Das Buchcover zu „Flirt mit dem Tod“ ist ja sehr schön gestaltet, hast du
da Mitspracherecht gehabt?
Die Buchcover
werden von bookshouse gestaltet. Der Verlag hat einen sehr talentierten
Grafiker, der wirklich fantastische Arbeit leistet. Ich habe ihm einfach die
körperlichen Merkmale und Charaktereigenschaften meiner Protagonisten gemailt
und er hat damit nach den passenden Covermodels gesucht. Als ich den ersten Entwurf meines Covers sah,
war ich erst mal völlig von den Socken. Nur ein paar Kleinigkeiten – z. B.
Elenas Kopf (meine Lektorin sagte: Nee, der Kopf geht nicht! Rübe runter, neue
drauf!) – wurden geändert.
Eines der besten
Details ist das Projektil, denn das taucht im Buch immer wieder auf.
Bookdealer fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es fertig
geschrieben ist ) ?
An „Flirt mit dem Tod“ habe ich zwei Jahre geschrieben.
Vieles wusste ich noch nicht, als ich mit meinem Debüt begann, ich habe einen
ganzen Haufen Fehler gemacht und viel Lehrgeld gezahlt.
Aber es hat sich gelohnt, weil ich in diesem Prozess sehr
viel gelernt habe. Mittlerweile hat sich meine Herangehensweise an ein
Buchprojekt geändert. Und da ich Serien schreibe, muss ich die Protagonisten
nur einmal entwickeln und auch viele örtliche Besonderheiten bleiben gleich,
sodass ich für einen Roman mittlerweile nur noch ungefähr ein halbes
Jahr brauche.
Bookdealer fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann
richtige Bücher oder lieber Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches
Genre magst du überhaupt nicht?
Bücher! Das
Papier riechen, in den Seiten blättern … unbezahlbar! Ich will ein richtiges
Buch in der Hand halten, wenn ich lese.
Als ich
allerdings vor ein paar Jahren auf einem spanischen Flughafen stand und mich
entscheiden musste, ob ich meinen Bücherstapel (ich konnte meine Babys doch
nicht weggeben) oder meine mitgebrachte Bettwäsche in einem Mülleimer
zurücklasse, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Trotzdem habe ich an dem
Tag beschlossen, dass ein ebook-Reader angeschafft wird, weil es für Reisen
doch eine recht praktische Angelegenheit ist. Ich habe den kleinen Tick, immer auch noch das
Taschenbuch zu kaufen und ins Regal zu stellen, wenn ich einen Roman als ebook
gelesen habe.
Ich lese
eigentlich alles, was mir unter die Finger kommt. Alles was romantisch ist und
ein Happy End hat ist auf meinem SuB natürlich besonders gern gesehen. Das
einzige, womit ich nicht besonders viel anfangen kann, sind Sachbücher. Die
lese ich nur, wenn mich ein Thema ganz besonders interessiert und ich mehr
darüber wissen möchte.
Bookdealer
fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder
hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt
immer so?
Buchmessen
sind noch absolutes Neuland für mich. Ich habe noch keine besucht, sehe es aber
als eines meiner nächsten Projekte, mich einmal dort zu tummeln.
Bookdealer fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Bisher war
der Kontakt zu meinen Lesern immer sehr persönlich, weil es sich ausschließlich
um Familie, Freunde und Kollegen
handelte.
Umso
spannender ist es jetzt, da Menschen die ich gar nicht kenne mein Buch lesen
und mir ihre Meinung dazu sagen. Mir gefällt das sehr. Ich hoffe, den Kontakt
zu meinen Lesern so persönlich wie möglich halten zu können.
Bookdealer fragt: Was hälst du von den Blogtouren die im Moment so beliebt sind? Sprich wenn Blogger, Autoren & deren Bücher bekannter machen.
Ich finde
die Idee großartig und halte sehr viel davon. Es beeindruckt mich, wenn man
sieht, wie viel Mühe und Liebe die Blogger in ihre Internetauftritte stecken,
und das, obwohl sie ihre Blogs oft nur als Hobby neben einem sehr ausgefüllten
Arbeitsalltag betreiben können.
Wenn du
mich fragst: Die Leute wollen nicht nur wissen, welches Buch auf der
Spiegel-Bestseller-Liste ganz oben ist. Sie wollen wissen, was andere Leser von
dem Buch gehalten haben. Und das sagen uns die Blogger.
Bookdealer fragt: Wie kommt es das du unter so vielen Pseudonymen deine Bücher veröffentlichst ?
Das hat mehrere Gründe. Zum
einen wollte ich meinen Thriller nicht unter meinem tatsächlichen Namen
veröffentlichen, weil ich das Schreiben ein wenig von meinem Dasein als
Polizistin trennen möchte. Also habe ich mir das Pseudonym Jane Luc zugelegt.
Der Verlag bat mich dann,
für die Lake Anna Serie, die eine reine Liebesroman-Folge ist, ein weiteres
Pseudonym aufzunehmen, damit niemand auf die Idee kommt, es handelt sich um
Thriller – und dann enttäuscht wird. So entstand Joanne St. Lucas.
Für ein Fantasy-Projekt,
das ich mit zwei Freundinnen in Angriff genommen habe, habe ich mich dann
gleich von vorn herein entschieden, Jenna Lux zu erschaffen.
Mehr Pseudonyme wird es
aber nicht geben! Sonst kann ich mir meine Namen selbst nicht mehr merken! ;-)
Bookdealer fragt:
In welchem Genre schreibst du am liebsten und an welches würdest du dich
nie ran trauen?
Am liebsten erzähle ich
Geschichten, die spannend sind und ein Happy End haben. Also bin ich wohl bei
den romantischen Thrillern und den Liebesromanen am besten aufgehoben.
Eine der größten
Herausforderungen sind für mich historische Romane. Die sollte man nur
schreiben, wenn man sich sehr gut mit der Epoche und allem was dazu gehört,
auskennt. Davor habe ich wirklich großen Respekt. Aber vielleicht nehme ich das
irgendwann auch noch in Angriff – zusammen mit meiner Mutter (die
glücklicherweise einen Doktor in Geschichte hat ;-)
Oh, ach ja, den „großen
deutschen Roman“ werde ich wohl auch nicht schreiben. Da ich aber nicht die
Welt verändern sondern nur Geschichten erzählen will, ist das weniger schlimm
;-)
Bookdealer
fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch
den du dir noch erfüllen möchtest ?
Eine
Verfilmung von „Flirt mit dem Tod“ mit Ryan Reynolds – und mir – in den
Hauptrollen? ;-)
Ich habe in
den vergangenen Jahren so viel erreicht, wovon ich nicht einmal zu träumen
gewagt habe. Da sind schon sehr viele Herzenswünsche in Erfüllung gegangen.
Was auf
jeden Fall noch auf meiner To-Do-Liste steht ist die große USA-Reise. Aber auch
die ist schon in die Planungsphase eingetreten.
Ich glaube
ich stecke meine Ziele und Wünsche nicht zu hoch und lass mich dafür vom Leben
überraschen.
Vielen herzlichen Dank liebe Jane, das du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu geben.
Ich bedanke mich
für das Interview. Es hat Spaß gemacht, mit dir zu plaudern, liebe Verena.

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