Bookdealer fragt: Wie
bist du denn zum Schreiben gekommen?
Meine erste Geschichte habe ich
aufgeschrieben, als ich fünf Jahre alt war. Da kannte ich noch gar nicht alle
Buchstaben und musste zwischendurch immer wieder meine Mutter fragen, wie
nochmal ein W aussieht. Mit acht Jahren habe ich dann eine Schreibmaschine zu
Weihnachten bekommen, ein furchtbar lautes Ding, in das ich mich sofort
verliebt habe. Schreiben hat für mich bald einfach dazugehört und auch beim
Spielen mit meinen Freundinnen oft eine wichtige Rolle gespielt: Zum Beispiel
waren wir feine Damen aus dem 19. Jahrhundert, die einander Briefe schickten
und von ihren Kavalieren berichteten. Oder Zauberschüler, die Rezepte für
irgendwelche Tränke auf Pergament notieren mussten. Aber dass aus diesem Spaß
mal mein Beruf werden könnte, hätte ich nie im Leben für möglich gehalten.
Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein
größter Kritiker?
Ganz klar: meine zwei Jahre jüngere
Schwester. Sie ist immer die Erste, die meine Manuskripte lesen darf, also hat
ihre Meinung besonders viel Gewicht für mich. Bei ihrer Kritik gibt es kein
Drumherum, die wird mir ungeschönt vor den Latz geknallt! Und wenn sie über
eine Szene urteilt: „Das ist irgendwie doof“, dann muss ich da auf jeden Fall
noch mal ran.
Bookdealer fragt:
Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
Ja, leider – denn das sind richtige
Zeit-Totschlag-Rituale: Ich stöbere ein bisschen auf Facebook und Amazon und in
diversen Bücherblogs, ich spiele mit meinem Kater – bzw. lasse mich von ihm
ärgern –, reiße den Kühlschrank auf und starre untätig hinein, als würde sich alle
Weisheit der Welt hinter den Joghurtbechern verstecken … dann mache ich mir
meistens einen Kaffee, höre mir ein paar Lieder auf Youtube an und kann
endlich, ENDLICH anfangen zu tippen. Ich habe keine Ahnung, warum, aber es geht
einfach nicht anders. Wahrscheinlich ist das so wie bei einem Hund, der erst
mal ein bisschen auf der Stelle trampeln muss, bevor er sich hinlegt :)
Bookdealer fragt: Hast
Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die
Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung
hinter?
Geschichte und Charaktere entwickeln sich meistens
gleichzeitig. Das mit den Namen ist unterschiedlich – manchmal weiß ich
einfach, dass eine Person so und nicht anders heißen muss, ohne dass ich es
begründen könnte. Das war bei allen Charakteren aus „Santa’s Baby“ der Fall.
Beim „Mädchen aus den Wäldern“ hatte ich hingegen das Gefühl, dass eine Figur,
nämlich der Prinz, keinen Namen haben
sollte. Dadurch wollte ich die Nähe zum Märchen betonen, denn dort sind ja auch
viele Personen namenlos. Bei „Verbannt zwischen Schatten und Licht“ steckt
hinter einigen Namen aber eine tiefere Bedeutung. Achtung, Spoiler: Rasmus und
Sam heißen eigentlich Raziel (so wie der Engel der Geheimnisse und Mysterien) und
Samael (der Engel der Ausdauer und des Mutes, der zur bösen Seite gewechselt
ist). Und dann ist da natürlich Jinxy (vom englischen jinx, Unglücksbringer), die der armen Lily immer wieder peinliche
Erlebnisse beschert!
Bookdealer fragt:
Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus
Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Das sind vor allem die Bücher, die mir meine Mutter
in meiner Kindheit und frühen Jugend vorgelesen hat. Besonders berührt haben
mich damals „Taube unter Falken“ von Katherine Allfrey und „Schere, Stein,
Papier“ von Patricia MacLachlan – beide Bücher sind heute vergriffen, und ich
bin sehr froh, dass sie in meinem Regal stehen!
Bookdealer fragt:
Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch zusammen zu
schreiben?
Auf jeden Fall. Im Moment arbeite ich zusammen mit
meiner Schwester an einer romantischen Young-Adult-Trilogie, und es macht viel
mehr Spaß, gemeinsam zu plotten, als alleine über dem Manuskript brüten zu
müssen. Allerdings ist mein Schwesterlein eine echte Schreibschnecke, deshalb
wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis der erste Band fertig ist.
Bookdealer fragt: Deine
Buchcover sind ja sehr schön gestaltet, hast du die selber entworfen oder
hattest du Hilfe dabei?
Hier kommt schon wieder meine Schwester ins Spiel
:) Die Coverillustration von „Verbannt zwischen Schatten und Licht“ stammt nämlich
von ihr. Das Bild für „Das Mädchen aus den Wäldern“ habe ich zufällig auf
Shutterstock gefunden und so bearbeitet, dass es noch besser zu der Geschichte
passt.
Bookdealer fragt: Wie lange
brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es geschrieben ist ) ?
Das kommt ganz auf die Geschichte an. Manche
tröpfeln nur langsam aufs Papier, dann kann es schon ein Jahr dauern. Mein
Kurzroman „Santa’s Baby“ wollte aber unbedingt aus mir heraus, der war nach nur
einem Monat fertig!
Bookdealer fragt:
Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber Ebooks
und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt
nicht?
Auf meinem Speiseplan stehen romantische Fantasy,
Dystopien mit Romantik-Anteil, Chick-Lit, Young Adult Love Stories … kurz, ich
verschlinge alles, was mit Liebe gekocht ist :D Mit Krimis kann ich eher wenig
anfangen.
Was die Streitfrage Print vs. E-Book betrifft: Ich
mag beides! Früher habe ich mich an meiner Bücherlast halb zu Tode geschleppt,
schließlich brauchte ich unterwegs auf jeden Fall meine Pflichtlektüre für die
Uni, mein Freizeitbuch, mein Freizeitbuch Nummer 2, falls ich gerade keine Lust
auf das erste hätte … Mit dem E-Reader trage ich gleich eine ganze Bibliothek
in der Handtasche mit mir herum. Trotzdem müssen meine Lieblingsromane und
besonders schön gestaltete Hardcover-Exemplare unbedingt in meinem Regal thronen.
Und ja, ich gestehe: Ich gehöre zu den kauzigen Leuten, die in unbemerkten
Momenten gern an Büchern schnüffeln ;)
Bookdealer fragt: Warst du
schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine
in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt immer so?
Bookdealer fragt: Wie wichtig
ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Wichtiger als alles andere am Autorendasein. Das Schreiben wäre ja sonst
ein wirklich einsamer Beruf: Man sitzt in seinem Kämmerlein und unterhält sich
nur mit den Stimmen in seinem Kopf. Der Kontakt zu den Lesern hindert mich
wahrscheinlich daran, komplett verrückt zu werden!
Bookdealer fragt: Was
hälst du von den Blogtouren die im Moment so beliebt sind? Sprich wenn Blogger,
Autoren & deren Bücher bekannter machen.
Ich habe schon einige solcher Touren verfolgt und finde es toll, dass
man dabei besondere Hintergrundinformationen zum Buch erhält, sozusagen einen
Blick hinter die Kulissen werfen darf. Nicht selten ist dann das betreffende
Buch auf meiner Wunschliste gelandet (als ob die nicht sowieso schon viel zu
lang wäre!). Auf die erste Blogtour zu einem meiner eigenen Romane, die im
September starten soll, freue ich mich schon wahnsinnig!
Bookdealer fragt: “Verbannt zwischen Schatten
und Licht” ist dein erstes veröffentlichtes Buch. Wie war das Gefühl als du die
ersten Rückmeldungen dazu bekommen hast (Rezension usw)
Es ist wahrscheinlich für jeden Autorenneuling unvorstellbar, dass es
tatsächlich fremde Menschen gibt, die sein Geschreibsel lesen wollen oder denen
es sogar gefällt. Nachdem ich meinen Debütroman veröffentlicht hatte, konnte
ich nächtelang kaum ein Auge zumachen – was ich gefühlt habe, war eine Mischung
aus Prüfungsangst und Vorfreude auf Weihnachten (hoch zehn). Nach der ersten
positiven Rezension habe ich meinen Bildschirm angestrahlt wie ein
Scheinwerfer, und die erste kritische Rückmeldung lag mir tagelang schwer im
Magen. Aber auch jetzt noch macht mein Herz einen Hüpfer, wenn ich eine neue
Bewertung entdecke. Und wenn man bedenkt, dass ich im vergangenen Jahr über 200
Besprechungen meiner Büchern gelesen habe – auf Amazon, Buchblogs oder per Mail
–, ist mein Herz ganz schön viel herumgehüpft :)
Bookdealer fragt: Ich habe ja mitbekommen das du deine Bücher im Independent
Publishing veröffentlichst. Wirst du deine künftigen Bücher auch so
veröffentlichen oder möchtest du mal mit einem Verlag zusammen arbeiten?
Das Independent oder Self Publishing hat viele Vorteile: Man kann
schreiben, wann, wie und was man will. Es gibt keine Deadlines – nur die, die
ich mir selbst setze, und die werfe ich sowieso mindestens dreimal über den
Haufen – und ich habe vom Thema bis zur Covergestaltung komplett freie Hand. Es
wäre aber gelogen, wenn ich sagen würde, dass das Angebot eines großen Verlags
nicht verlockend für mich wäre. Das führt mich zu deiner letzten Frage …
Bookdealer fragt: Hast du
noch einen besonderen Herzenswunsch den du dir noch erfüllen möchtest ?
… ich habe mir schon immer gewünscht, dass meine Romane in den Regalen von
Buchhandlungen stehen. Wer weiß, vielleicht schaffe ich das irgendwann. (Und
dann ist da noch so Kleinkram wie ein Häuschen auf dem Land, eine eigene
Bibliothek, ein Haufen Tiere, ein Mann, der mit den Helden aus meinen
Lieblingsbüchern mithalten kann, die Fähigkeit, in eine Jane-Austen-Verfilmung
hineinzuschlüpfen … ich glaube, wenn die gute Fee mit den drei freien Wünschen
anklopfen würde, wäre ich heillos überfordert!)
Vielen herzlichen Dank liebe Kira, das du dir die Zeit genommen hast,
mir das „kleine“ Interview zu geben.
Sehr gerne, hat Spaß gemacht :)
Urlaub ist vorbei und die Blogwelt hat mich wieder!
AntwortenLöschenWobei Urlaube immer viel zu kurz sind *seufz*
Nur mit einer kleinen Änderung, mein Blog ist umgezogen.
Die andere Seite wird heute noch geschlossen.
Ab jetzt bin ich hier zu finden:
http://coffeeaustria.wordpress.com/
Ganz lieben Gruß, Michaela