Der neue vampirische Roman mit viel Biss von Katja Piel wartet sehnsüchtig in den Startlöchern auf seine Veröffentlichung, am
3. März 2015 und ihr dürft ganz exklusiv die ersten Blicke auf den Text und das Cover werfen. Das eBook wird dann 3,49 € kosten bei Amazon.
Sieht es nicht wundervoll aus das Cover? Ich finde es absolut mega klasse.
Klappentext: Cassandra macht kurz vor ihrer Hochzeit gemeinsam mit ihrer Schwester Samantha einen letzten Urlaub als Junggesellin. Wo kann man besser seine
Freiheit genießen als auf Ibiza?
Ein Vorfall im Meer hat allerdings Folgen für ihr Liebesleben.
Sie stellt plötzlich ihre Liebe zu Steve in Frage, da der
mysteriöse Mann sie unwiderstehlich anzieht. Er ist alles, was Steve nicht
ist: selbstbewusst, sexy und geheimnisvoll.
Zum Start der düsteren Reihe voller Geheimnisse um Ibizas Vampire gerät
Cassandra zwischen die Fronten zweier seit Jahrhunderte verfeindeten
Vampirclans. Diese leben nach den Regeln der Tagwandler:
1. Verliebe dich nie in einen Vampir aus dem feindlichen Clan
2. Verliebe dich nie in einen Menschen und
3. Töte niemals einen Menschen
Diese Regeln werden nach Jahren zum ersten Mal gebrochen.
Auf der Insel werden Menschen durch eine neue Droge getötet,
deren Hauptzutat das Blut von Vampiren ist.
Leseprobe:
Cassandra hatte nicht gut geschlafen. Immer wieder war ihr, als würde Gordon mit heiserer Stimme ihren Namen flüstern und zärtliche Koseworte murmeln. Doch als sie erwachte, war sie allein.
Was bin ich für ein Dummkopf, schimpfte sie. Gordon war ein außergewöhnlicher Mann. Vermutlich konnte er tausend Frauen haben … vermutlich hatte er bereits tausend gehabt.
Sie gähnte und streckte sich, warf einen Blick auf ihre Uhr, die sie auf ihrem Nachttisch deponiert hatte. Ein Geschenk von Steven. Steven! Er war so weit weg, wie ein Mann nur sein konnte. Ihre Gedanken an ihn waren nicht mehr romantischer Natur. Es ging ihr nur noch darum, wie sie aus der Beziehung entfliehen konnte, ohne ihn zu verletzen. Es war kurz nach sieben Uhr morgens. Er würde sich also vermutlich nicht bei ihr melden, in USA war es gerade nach Mitternacht. Mit einem wohligen Seufzer kuschelte sie sich noch einmal unter das Laken und schloss die Augen. In ihrem Kopfkino drehte sich alles nur um Gordon. Sie sah ihn wieder vor sich, wie ihm das Haar in sein gequältes Gesicht gefallen war, nachdem er noch einmal zu ihr gesehen hatte und über die Brüstung gesprungen war. Noch immer konnte sie den Whiskey in Gordons Kuss schmecken. Noch immer seine zärtlichen Berührungen auf ihrer Haut spüren. Beim Gedanken an gestern Abend wurde ihr heiß und sie seufzte. Ihr war es so vorgekommen, als wäre er gern bei ihr geblieben, aber irgendetwas hätte ihn daran gehindert. Welches Geheimnis umgab diesen unglaublich sexy Mann?
Mit einem Lächeln im Gesicht sprang Cassandra aus dem Bett und ging ins Bad, um sich ausgiebig zu duschen. Sie spürte eine innere Unruhe. Sie musste Gordon wiedersehen. Ob sie ihn tagsüber im Club antreffen würde?
Auf dem Weg zum Frühstück klopfte sie bei ihrer Schwester Samantha an die Tür. Eigentlich wäre sie viel lieber alleine runter gegangen, aber wie sie ihre Schwester kannte, wäre die dann eingeschnappt. Das war das Problem zwischen ihnen. Cassandra konnte sich nicht gegen sie behaupten, und ihre Schwester glaubte, sie müsse sie beschützen. Das war schon immer so gewesen und das würde sich nie ändern. Es sei denn, es würde genug Entfernung zwischen ihnen liegen. Cassandra seufzte, lehnte sich mit dem Rücken an die Wand im Flur und betrachtete die Bilder, die dort hingen. Jemand hatte die schönsten Strände und Sonnenuntergänge der Insel in Aquarell festgehalten.
Wie gerne würde sie hierbleiben. Einfach aus ihrem eigenen Trott entfliehen, der spießigen Kleinstadtydille und dem Leben mit Steven. Warum war sie eigentlich nur so ängstlich, so beklemmt, so introvertiert? Warum war sie nicht so wie ihre Schwester? Resolut, bestimmend, die immer bekam, was sie wollte.
„Guten Morgen, Cassy. Oh, du siehst müde aus. Hattest du Schmerzen am Knöchel? Wollen wir doch zum Arzt? Konntest du schlafen? Nach all der Aufregung.“ Samantha plapperte gnadenlos auf sie ein und sie revidierte ihre Aussage sich selbst gegenüber. Sie wollte doch nicht so sein wie ihre Schwester. Cassandra bemühte sich um ein Lächeln und stieß sich von der Wand ab. „Mir geht es gut, Schwesterherz.“ Prüfend ließ Samantha ihren Blick über sie wandern. Unangenehm. Wie eine Mutter, die bemerkte, dass die Tochter lügt.
„Komm schon. Lass uns frühstücken. Ich habe einen Bärenhunger“, versuchte Cassandra ihre Schwester von sich abzulenken. Die zog die Tür hinter sich zu und folgte ihr durch den Flur. Sie wich einem Zimmermädchen aus, das ihren Putzwagen auf sie zusteuerte. „Buenos días“, begrüßte Cassandra sie. Die Frau lächelte und erwiderte den Gruß.
Beim Frühstück erzählte eigentlich nur Samantha. Von der Insel und den Sehenswürdigkeiten, die sie unbedingt besuchen wollte. Cassandra lauschte nur mit einem Ohr, nickte aber hin und wieder. Auch wenn die Insel hauptsächlich für die Partys bekannt waren, die hier stattfanden, so war Ibiza doch voller interessanter Orte und Geschichten. So hieß es zum Beispiel, dass Ibiza eine ehemalige Pirateninsel war. Oder dass über der vorgelagerten kleineren Insel Es Vedra schon mal Ufos gesichtet worden seien. Ihre Schwester wollte heute nach Formentara fahren. Die Tickets hatte sie gestern Abend im Hotel gekauft, günstiger als am Hafen, erzählte sie begeistert. Cassandra verspürte einen Stich im Herzen. Sie wollte doch eigentlich Gordon wiedersehen.
„Was ist? Du machst ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter.“ Da war er wieder. Dieser prüfende Blick, als würde Samantha ahnen, was in ihr vorging. Cassandra musste unbedingt an ihrem Pokerface arbeiten. Sie legte das Messer zur Seite und nahm einen Schluck des starken Kaffees.
„Alles ok. Ich bin wohl nur etwas müde. Ich würde mich gerne heute nur an den Strand legen und faulenzen.“
„Das können wir doch auf Formentera machen. Es soll so richtig toll sein da. Strände wie in der Karibik. Das Wasser so durchsichtig wie in der Badewanne. Und ich lade dich zum Essen in eines der exklusiven Beachclubs ein. Dort ist bereits ein Tisch für uns reserviert. Im Gecko Beach Club.“ Ihre Schwester hatte sich nach vorne gebeugt und den Namen geflüstert, als müsste er ihr etwas sagen. Tat er aber nicht. Cassandra hob nur eine Augenbraue. „Aha. Ist bestimmt teuer.“
„Ach Schätzchen. Ganz Ibiza ist teuer und Formentera sogar noch ein bisschen mehr. Lass uns doch mal genießen. Das ganze Jahr verkneifen wir uns Spaß und schöne Dinge.“ Verblüfft starrte sie ihre Schwester an. War sie über Nacht verrückt geworden?
„Na schön. Von mir aus. Treffen wir uns in zehn Minuten hier unten?“ Cassandra legte die Serviette auf ihren Teller und schob den Stuhl zurück.
Samantha bestrich einen Toast mit Honig und nickte. „Ja. Ich habe meine Tasche schon gepackt. Muss sie nur holen.“
„Kann ich ja mitnehmen, wenn du nicht mehr hoch musst“, schlug Cassandra vor.
„Danke, das wäre lieb.“ Samantha schob ihr die Zimmerkarte zu.
In weniger als zehn Minuten war sie wieder unten und fand ihre Schwester vor der Lobby. Sie lehnte an einer Palme. Lächelnd ging sie auf sie zu.
„Können wir?“
„Taxi kommt gleich.“
Ja sicher, ihre Schwester überließ nichts dem Zufall. Es hätte ja sein können, dass sie kein Taxi in unmittelbarer Nähe gefunden hätten. Cassandra sah auf die Straße, wo mehrere hintereinander auf Fahrgäste warteten.
„Wieso nehmen wir nicht einfach eins von denen?“
„Das wäre aber unfair …“ Samantha hielt inne, schob sich die Brille von der Nase und starrte über ihre Schulter hinweg auf etwas, das sie zu verstören schien.
„Was ist?“
„Guten Morgen, Señoras.“ Cassandra erstarrte. Ihr Mund war plötzlich so trocken, dass sie kaum sprechen konnte. Sie drehte sich um und beobachtete, wie Gordon aus einem schwarzen Sportwagen stieg. Seine Augen waren hinter einer Sonnenbrille versteckt. Das schwarze Haar hing ihm lässig ins Gesicht. Er trug ein perlweißes Ralph Lauren Poloshirt und eine Bermudashorts aus Leinen. An den Füßen, die übrigens äußerst gepflegt waren, einfache Flip Flops. Cassandras Herz raste. Für einen Moment stellte sie sich vor, er würde in Zeitlupe auf sie zukommen. Wie im Film. Aber er war natürlich nicht so langsam.
Gordon nahm ihre Strandtasche und lud sie ins Auto.
„Aber wie …?“ Was tat er hier? Ihre Knie zitterten so sehr, dass sie kaum stehen konnte.
„Steig ein“, flüsterte er in ihr Ohr und winkte Samantha zu. Die winkte zurück. Cassandra drehte sich um und hob entschuldigend die Schultern. Und dann passierte das Merkwürdigste: Ihre Schwester lächelte. „Wie kann das sein“, murmelte sie leise vor sich hin.
„Magie“, hauchte Gordon in ihr Ohr, so dass ihr Körper sofort mit Gänsehaut reagierte. Sie wollte sich an ihn pressen, ihn küssen, seine warmen Hände spüren, aber sie besann sich rechtzeitig. Doch die Sehnsucht blieb. So als hätte er ihr Gefühlschaos gespürt, lächelte er sanft. „Ich weiß, mi querida. Ich weiß.“ Oh mein Gott. Er war wirklich unglaublich.
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