Vor kurzem hatte ich euch den Autor ja schon in einem Interview vorgestellt und heute ist es nun endlich soweit , der Lesedeal zu seinem neuen Buches "Ein totes Leben" ist nun für euch online gegangen. Das Buch wird die nächsten Tage erscheinen.
Werft exklusiv einen Blick aufs Cover & die kurze Leseprobe:
Seit Jonathan zum letzten
Mal eine kugelsichere Weste getragen hatte, war viel Zeit vergangen. Um genau zu sein, hatte er
die Schutzweste zum letzten Mal bei dem Fall getragen, der ihn vor zehn Jahren
in die Schlagzeilen der lokalen Medien gebracht hatte. Wie damals, so wusste er
auch heute nicht, welchen Ausgang der Einsatz nehmen würde.
Das Tor, das zum
Campingplatz führte, war angelehnt. Emil Rothfuss hatte es für sie offen stehen
lassen. Vorsichtig gingen Pitkowski und er den Weg entlang, der zwischen den
Reihen der dunklen, verwaisten Caravans, Wohnmobile und der Wohnanhänger
hindurchführte. Es gab einen Spielplatz und eine Grillstelle. Beide waren unter
der zentimeterdicken Schneeschicht begraben, die sich in den letzten Tagen
angehäuft hatte.
Beim Atmen bildeten sich
feine Wölkchen vor ihren Gesichtern. Pitkowski ging direkt neben Jonathan den
Weg entlang. Sie schwiegen und warteten auf das leiseste Geräusch,
das möglicherweise zu hören war und darauf schließen ließ, dass Charles Büchner
noch immer dort war, wo Emil Rothfuss ihn zu sehen geglaubt hatte.
Jonathan stellte sich vor,
wie der Campingplatz im Frühling und im Sommer vom Leben erfüllt war. Vom
Lachen der Kinder, die auf dem Spielplatz spielten oder im Fluss badeten; von
ihren Eltern, die Fleisch und Gemüse grillten; von Familien, die im Licht der
untergehenden Sonne vor ihren Wohnwagen saßen und sich das Abendessen schmecken
ließen; von Rentnerehepaaren, die sich an den Händen hielten und ausgedehnte
Spaziergänge entlang des Ufers unternahmen. In seinem Kopf hörte er das
Zwitschern von Vögeln und das Plätschern des Flusslaufes und fragte sich
unwillkürlich, wie dieser Ort, der im Sommer mit Sicherheit voller Freude und
Glück war, an diesem Abend so einen kalten und toten Anblick bieten konnte.
Er kehrte ins Hier und Jetzt
zurück. Er hatte etwas gehört.
Neben ihm war Pitkowski
stehen geblieben.
Jonathan glaubte zuerst,
sich das Geräusch nur eingebildet zu haben. Vielleicht hatten sich das Heulen
des Windes und seine Anspannung zu etwas vermischt, das es überhaupt nicht gab.
Aber dann war das Geräusch wieder da, lauter und deutlicher als zuvor.
Langsam gingen sie weiter.
Sie versuchten, sich so leise wie möglich fortzubewegen. Sie konnten nicht mehr
weit von dem Stellplatz entfernt sein, auf dem Büchner Zuflucht gesucht hatte.
Und tatsächlich. Wenige Augenblicke später sah Jonathan einen hellen,
orangefarbenen Lichtfunken zwischen den Schatten der Bäume aufleuchten.
Er legte einen Finger auf
die Lippen und bedeutete Pitkowski, sich vollkommen still zu verhalten. Das
Licht fiel aus dem Fenster eines Wohnmobils ins Freie. Mittlerweile war die
Musik so deutlich zu hören, dass Jonathan sogar erkannte, dass es sich bei dem
Lied um Stand
by me von Ben E. Kingston
handelte. Die Unbeschwertheit und der Rhythmus des Stückes passten nicht zur
Aufregung, die jede Pore seines Körpers zu durchsetzen schien. Sein Puls raste.
Pitkowski und er verharrten
für einen Augenblick im Schatten eines Wohnmobils.
Jonathan vermutete, dass der
Mann seiner Unruhe ein Ventil verschaffen musste.
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Und konnten euch der Text und das Cover überzeugen? Ich hoffe es mal sehr, denn mich konnte es überzeugen und ich bin schon sehr gespannt auf die Geschichte und wie es wohl weiter gehen wird.

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