Samstag, 19. April 2014

[MiniRezension] Die Schattenbande legt los von F. Reifenberg & G. Mayer



Autoren: Frank M. Reifenberg & Gina Mayer
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: bloomoon; Auflage: 1., verb. Aufl. (10. Januar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3760799361
  • ISBN-13: 978-3760799360
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

Buch erhalten durch Blogg dein Buch, gesponsert vom Bloomoon Verlag 

Inhalt laut Amazon: Klara, Otto, Paule, Lina sind: Die Schattenbande!Neugierig, flink und furchtlos sind sie immer da, wo ein Verbrechen Aufklärung fordert … Als Otto verdächtigt wird, eine ehrwürdige Großfürstin umgebracht zu haben, müssen die Schatten handeln! Wer steckt wirklich hinter dem Mord? Welche Bedeutung hat das letzte Wort, das die Großfürstin mit Mühe über die Lippen brachte: Soljanka? Und was sind die sagenumwobenen »Tränen der Zarin«, von denen die Schatten bei ihrer Spurensuche erfahren? Immer tiefer geraten die Kinder in eine Welt voller zwielichtiger Gestalten, wovon eine ihnen letztlich den Weg aus dem Dunkel zeigt: Madame Fatale aus der »Schwarzen Katze« ...

Meine Meinung: Die Schattenband bestehend aus Otto, Lina, Paule & Klara, sind flink neugierig und wuseln überall rum und sind immer meistens da, wenn ein Verbrechen aufgeklärt werden soll. So wie auch in diesem Fall. Der Otto wird verdächtigt die Großfürstin ermordet zu haben, denn man überrascht ihn direkt neben der Leiche. War er es wirklich? Ein ganz brisanter fall spitzt sich hier für die 4 Freunde zu. Werden sie es schaffen Ottos Unschuld zu beweißen und den wahren Täter zu überführen? Wenn ihr jetzt noch wissen möchtet wie es weiter gehen wird, einfach Buch geschnappt und begebt euch mit den 4 freunden auf Verbrechensbekämpfung.

Ein wunderbares spritziges und erfrischendes Kinderbuch mit der nötigen Spannung dabei.
Ich habe dieses Buch fast in einem Rusch verschlungen so spannend fand ich es. Ich wollte einfach immer wieder wissen was passiert und wer nun der wahre Täter ist.

Die 4 Freunde können unterschiedlicher nicht sein. Sie leben Ende der 1920 Jahre in Berlin und sind aus dem Waisenhaus abgehauen. sie halten sich mit kleineren Diebstählen notdürftig über Wasser.
Karla gibt sich gerne als Junge aus und ist sozusagen der heimliche Boss dieser Rasselbande. Man schließt diese 4 sehr schnell in sein Herz und fiebert mit ihnen in jeder Situation einfach nur mit. 

Die Aufmachung des Buches ist auch absolut klasse und die Bilder im Buch tauchen immer an den passenden Stellen auf, so macht das lesen grade für die jüngeren nochmal um einiges schöner.

Ein absolut spannender Kinderkrimi den sehr gut jung und alt lesen kann, eine ganz klare Kaufempfelung hier an dieser Stelle.

Meine Bewertung: 

Freitag, 18. April 2014

[Lesung] Titus Müller am 17.4 in der Adventsgemeinde Gelnhausen

Gestern Abend hatte ich mal wieder die Möglichkeit eine Lesung zu besuchen.Und zwar lud die Adventsgemeide zur Lesung von Titus Müller ein. Ich bin ja über die Verlagsseite darauf aufmerksam geworden. Und da Gelnhausen nicht so weit weg ist (nur 6 km) bin ich dann dahin gefahren. Ich war schon gegen 19 Uhr vor Ort und konnte mich noch in alle Ruhe mit dem sympatischen Autor unterhalten. Wir unterhielten uns über die Buchbloggerei und über Bücher und hatten unseren Spass gehabt. So verging die Zeit bis die Lesung um 19.30 Uhr anfangen sollte schnell. Der Altarraum füllte sich dann so nach und nach mit Zuhörern und dann ging es auch schon los.



Der Autor erzählte viel über seine Recherchearbeit zu dem Buch und begann dann ein paar Seiten aus seinem Werk "Nachtauge" zu lesen. War auf jeden Fall sehr interessant gewesen und die Zuhörer lauschten gebannt seinen Worten so auch ich.
Die Zeit verging wie ich Flug und der Autor las nochmals eine kleine Stelle aus seinem buch vor und dann war diese wunderbare Lesung auch schon vorbei gewesen.


Da der Autor einem so den Mund wässrig machte auf das Buch und ich eh immer so ein anfix Opfer *g* bin, kaufte ich mir nach der Lesung gleich das Buch und lies es mir dann auch direkt signieren.

War auf jeden Fall ein wunderbarer Abend gewesen und ich war mehr als begeistert und freue mich schon sehr auf das baldige lesen des Buches.


Donnerstag, 17. April 2014

[Aktion] Ankas Blubber~Tour durch prominente Bücherregale & die Bookdealerin ist dabei



Ihr habt bestimmt schon auf Facebook oder auf dem Blog von der lieben Anka diese tolle Aktion hier mitbekommen. Bei dieser Aktion können auch Blogger bzw Leser teilnehmen. Einfach die Fragen beantworten und Anka den Link zukommen lassen. Und heute nehm ich euch mit auf Stöberrunde:






1. Welches Buch steht am längsten in deinem Bücherregal?
Das ist mein dickes Buch, alle Bände in einem "Nesthäkchen" und ich liebe es total. Steht allerdings im unteren Wohnbereich im Regal. War sonst kein Platz mehr.

2. Welches Buch ist erst vor Kurzem in dein Bücherregal eingezogen? 
Das ist das Buch "Zeitenzauber-Das verborgene Tor" von Eva Völler.

3. Welches Buch aus deinem Bücherregal hast du bereits mehrfach gelesen? 
Das sind die Bücher "Der kleine Vampir" ich LIEBE sie einfach total.

4. Welches Buch aus deinem Bücherregal hast du noch nicht gelesen?
Da wähle ich einfach mal "Hannahs Entscheidung" von Kate Sunday



5. Welche/n Autor/in trifft man in deinem Bücherregal am häufigsten an?
Gabriella Engelmann und dicht auf den Fersen Nele Neuhaus

6. Welche Ordnung herrscht in deinem Bücherregal? (sortierst du nach Autoren, Farben, Genre,... oder gar nicht?) 
Ehrlich gesagt Chaos pur *hüstel* nur im Wohnzimmer schön sortiert *g*

7. Welches Buch aus deinem Bücherregal hat dich enttäuscht?
"Noah" von Sebastian Fitzek war die größte Enttäuschung gewesen.

8. Welches Buch aus deinem Bücherregal hast du bereits mehrfach empfohlen?
Kirschroter Sommer / Türkisgrüner Winter von Carina Bartsch

9. Welches Buch ist ein besonderer Schatz in deinem Bücherregal und warum? 
Eigentlich all meine signierten Bücher sind mein ganz persönlicher Schatz, denn mit den meist recht persönlichen Worten darin auch was besonderes.




10. Welches Buch steht nicht in deinem Bücherregal, weil du es gerade liest?
Das Leben ist (k)ein Ponyhof von Britta Sabbag 


Sheenas persönliches Regalbrett
Da wird oben noch mehr hinkommen, muss da noch umräumen *g*

Dienstag, 15. April 2014

[Rezension] Tödliches Versprechen von Jane Luc




Autorin: Jane Luc
  • Broschiert: 274 Seiten
  • Verlag: bookshouse (31. Januar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9963521789
  • ISBN-13: 978-9963521784

Das Buch wurde mir im Rahmen einer Lovelybooksleserunde zur Verfügung gestellt und mein herzlicher Dank geht an die Autorin & den Bookshouse Verlag

Inhalt laut Amazon: Dr. Hannah Montgomery lebt für ihren Job in der Notaufnahme eines Bostoner Krankenhauses. Für die Liebe hat sie keine Zeit. Doch als Detective Josh Winters nach einem Unfall in ihrem Behandlungszimmer landet, fliegen die Funken. Unaufhaltsam schlittert sie in eine Romanze, aus der mehr werden könnte, doch Griffin Gordon, der dunkelste Schatten ihrer Vergangenheit, hat sie nach vielen Jahren aufgespürt. Hannah ahnt nichts von der Gefahr, in der sie schwebt. Griffin hat entschieden, dass sie dieses Mal nicht mit dem Leben davonkommen soll. Er wird nicht ruhen, bis er sein Ziel erreicht hat. Als Hannah von Griffin erfährt, ist es fast zu spät. Sie hat nur eine Chance. Hannah muss ihr Leben in Joshs Hände legen – ihr Herz besitzt er längst.

Meine Meinung: Hannah ist eine Ärztin mit Leib und Seele und lebt quasi nur für ihren Beruf. Dadurch bleibt leider die Liebe komplett auf der Strecke. Aber das soll sich bald ändern, denn der Cop Josh Winter wird eingeliefert und liegt nun vor Dr. Montgomery auf der Behandlungsliege. Man spürt förmlich ein starkes knistern zwischen den beiden.
Sie beginnen eine zarte Romance zusammen, aber das Glück soll nicht von langer Dauer sein denn die Schatten der Vergangenheit haben ihre Fänge nach dem jungen Glück ausgestreckt. Griffin Gordon ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und stellt Dr. Hannah Montgomery übel nach und will ihr nach dem Leben trachten. Hat diese junge Liebe eine Chance oder gerät Hannah komplett in die Fänge des Wahnsinnigen? Wenn ihr nun wissen wollt, was noch alles passieren wird, dann schnappt euch dieses Buch und begebt euch auf spannende Schmökerrunde.

Hannah ist für mich eine sehr sympatische junge Frau und man merkt ihr an, das sie schlimmes miterlebt hat, da sie sehr zurückgezogen lebt. 
Josh Winter kennen wir ja noch aus dem ersten Boston Police Roman und er steht neben Dr. Montgomery im Hauptteil dieser Geschichte. Und noch eine dritte Person taucht auf und hat einen großen Einfluss auf die Geschichte und zwar Griffin Gordon. Auch er kommt in der Geschichte oft zu Wort und so erfährt der Leser aus seinen Erzählungen was über sein tun und handeln.
Auch der Rückblick in die Vergangenheit fließt gut in die Geschichte mit ein und bringt somit den Lesefluß auch nicht in Störung.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und leicht und natürlich sehr spannend geschrieben, ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, denn ich wollte unbedingt immer wissen was noch passieren wird und wollte vor allem mehr über Hannahs Vergangenheit erfahren.

Mir persönlich hat der zweite Teil nun auch viel besser gefallen als der erste. Aber ich denke da sind die Geschmäcker ja verschieden.

Der Autorin ist hier eine sehr gute Mischung aus Spannung, Emotionen & einer Portion Liebe gelungen. Ich habe mich beim lesen sehr gut unterhalten gefühlt und fiebere schon dem nächsten Boston Police Krimi entgegen.

Fazit: Wer auf der Suche nach einer spannenden Geschichte ist um die sich auch die Liebe dreht, ist hier genau richtig. Klare Kaufempfehlung an euch. Wer dieses Buch verpasst, ja der hat selber schuld.


Meine Bewertung: 

Montag, 14. April 2014

[Montagsfrage] Wer ist eure Autorenneuentdeckung der letzten Monate?



So ich habe jetzt auch mal Lust bekommen daran teilzunehmen. Das ganze wurde von Libromanie ins Leben gerufen.

Also meine Neuentdeckungen für 2014 sind bis jetzt:

Ivo Pala mit dem Buch die "Lazarus Formel"

Katrin Lankers mit dem Buch "Träume süß im Hexenwald"

Katrin Rodeit mit dem Buch "Mein wirst du sein"

Katja Schneidt mit dem Buch "Gefangen in Deutschland" (eigentlich hatte ich ja schon 2013 was von ihr gelesen, aber das war ein Gemeinschaftsprojekt mit einer anderen Autorin und zählt von daher nicht 100% *g*)

Sabine Bürger mit dem Buch "Hexenkinder-Fenster in die Vergangenheit"

Janessa Bears mit dem Buch "Heart Hard Beat"

Von diesen Autoren möchte ich auf jeden Fall noch mehr lesen.

Überraschungspost im Kasten

Die Tage hatte ich Überraschungspost im Kasten (durchs viele freuseln hatte ich es ganz vergessen euch davon zu berichten) und zwar von der sympatischen Autorin Anna Loyelle.

Es sind die Goodies die es zu ihrem neuen Roman (erscheint im Sommer 2014) geben wird. Ist es nicht wundervoll die Covergestalltung des Buches? Hach sooo schööööön *träum*






Sonntag, 13. April 2014

[Zeitreise-Special #13] Die gestohlene Zeit

Die liebe Manja hat sich bereit erklärt den 13. Beitrag zu spenden und hier könnt ihr ihre Rezension lesen. Herzlichen dank dafür: 




-          Taschenbuch: 448 Seiten
-          Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2013)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3426513110
-          ISBN-13: 978-3426513118


Kurzbeschreibung:
Auf einer Bergwanderung im Jahr 1987 findet Emma einen geheimnisvollen Ring, nichtsahnend, dass dieser dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende nehmen ihr den Schmuck ab und türmen, doch auf einmal taucht eine Horde Zwerge auf, die Emma in Laurins unterirdisches Reich verschleppen. Dort trifft sie Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, aber Laurin belegt sie mit einem grausamen Fluch. Zurück in der Oberwelt stellt Emma schockiert fest, dass inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind. Um den Fluch zu lösen, müssen sie und Jonathan den Ring wiederfinden - aber wie sollen sie die beiden Diebe nach all den Jahren ausfindig machen?
(Quelle: Knaur TB)

Meine Meinung:
Emma möchte gerne Lehrerin werden. Während ihres Studiums begleitet sie eine Klasse auf deren Klassenfahrt in die Berge. Während einer Wanderung findet Emma einen goldenen Ring. Dieser Ring ist irgendwie merkwürdig, ruft er doch eine gewisse Macht in ihr hervor. Doch Emma hat nicht lange etwas von diesem Ring, denn zwei der Schüler überwältigen Emma und machen sich mit dem Ring davon. Emma aber wird ohnmächtig und als sie wieder erwacht sind um die herum Zwerge, die sie für Similde, die Liebe ihres Königs Laurin, halten. Kurzerhand nehmen sie Emma mit zu ihrem König. Dort lernt sie Jonathan kennen, der bereits schon länger als Koch dort gefangen gehalten wird.
Kurz vor der geplanten Hochzeit mit Laurin gelingt es Jonathan und Emma die Zwerge außer Gefecht zu setzen, bis zu diesem Zeitpunkt war jeder Versuch vergebens, und sie können fliehen. Jedoch nicht ohne vorher von Laurin verflucht zu werden.
Doch damit nicht genug, an der Oberfläche stellt Emma fest das nicht nur 3 Tage vergangen sind sondern 30 Jahre.
Werden sich Emma und Jonathan in dieser neuen Zeit zurecht finden? Und können sie Laurin den Ring zurück bringen und somit den Fluch brechen?

Der Fantasyroman „Die gestohlene Zeit“ stammt aus der Feder der bekannten Autorin Heike Eva Schmidt. Nach „Schlehenherz“ war dies nun bereits mein zweiter Roman der Autorin und auch dieses Mal konnte sie mich begeistern.

Die ausgewählten Charaktere sind alle samt wirklich gelungen.
Emma, die Protagonistin, ist Studentin und möchte mal Lehrerin werden. Außerdem kann sie super gut backen, ihr Traum ist es vielleicht mal ein eigenes Café zu eröffnen wo sie ihre Spezialitäten anbieten kann. Emmas beste Freundin ist Caro. Die beiden sind zusammen aufgewachsen. Ich empfand Emma als eine sehr starke und mutige Frau, die allerdings manchmal ein wenig länger brauchte um etwas zu verstehen.
Jonathan ist ein richtiger Gentleman. Er wurde vor 200 Jahren zu den Zwergen verschleppt und seitdem ist er ihr Koch. Jonathan hat eine recht altmodische Art an sich. Als er und Emma fliehen können landen beide im Jahr 2014. Und erstaunlicherweise hat Jonathan weniger Probleme sich anzupassen als Emma.
Caro ist Emmas beste Freundin und war mir richtig sympathisch. Die beiden Frauen halten zusammen, egal was kommt.

Auch die Nebenfiguren haben mir richtig gut gefallen. Egal ob man nun Laurin und sein Zwergenvolk nimmt oder auch Uwe und Frank, die beiden Schüler der Klasse, die Emma begleitet, jeder wirkt glaubhaft und hat seinen festen Platz in der Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und wunderbar lesbar. Bildhaft beschreibt Heike Eva Schmidt die Szenen aber es sind niemals zu viele Details, so dass man als Leser sich auch ein eigenes Bild im Kopf formen kann.
Geschildert wird das Geschehen zum einen aus der Sicht von Emma in der Ich-Perspektive. Es kommen aber auch Laurin und andere Beteiligte zu Wort, wofür die Autorin den personalen Erzähler verwendet hat.
Die Handlung selber ist magisch und Heike Eva Schmidt versteht es eine alte Sage perfekt mit der Realität zu vermischen. Die Liebesgeschichte zwischen Emma und Jonathan passt perfekt ins Geschehen. Sie ist romantisch und einfach schön. Das Tempo der Geschichte ist hoch gehalten und es gibt keinerlei Langeweile, denn immer wieder tauchen Überraschungen auf, die die Spannungskurve nach oben treiben.

Das Ende gefiel mir persönlich sehr gut. Es mag zwar ein wenig vorhersehbar sein aber mich hat es nicht gestört, eher das Gegenteil war der Fall.

Fazit:
„Die gestohlene Zeit“ von Heike Eva Schmidt ist ein wunderbarer und unterhaltsamer Fantasyroman, der perfekt eine alte Sage mit der Realität verknüpft.
Das hohe Erzähltempo, die sympathischen Charaktere und eine spannende Handlung haben mich entführt und verzaubert.
Ein Roman, der definitiv lesenswert ist!

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Samstag, 12. April 2014

[Lesedeal] Im Hier und Jetzt von Zsofia Deacon






Und schon läute ich die 2. Runde ein und habe für euch einen weiteren "Lesedeal" mit der Autorin Zsofia Deacon ausgehandelt. Ihr Buch voll jetzt am Dienstag den 15. April erscheinen, aber vorher dürft ihr noch kurz in die Leseprobe reinschnuppern.





Prolog

Erinnerungen sind wie Perlen.
Jedes Ereignis, das uns wiederfährt, jeder Satz, jeder Blick, jedes Lächeln und jede Träne formt eine dieser Perlen.
Sie sehen unterschiedlich aus, tragen verschiedene Farben und Formen und doch haben sie eines gemeinsam. Sie reihen sich dicht an dicht auf eben diesem Band auf, welches uns unser ganzes Leben lang begleitet.
Obwohl jeder Mensch seine eigene Kette besitzt, teilen wir uns Erinnerungs-Schmuckstücke und verflechten somit die einzelnen Stränge zu netzähnlichen Gebilden.

Wenn ich meine Schnur betrachte, fällt mein Blick sofort auf all jene bunten, leuchtenden und glänzenden Perlen, die mich mit den wundervollsten Personen der Welt verknüpfen.

Müsste ich diese in ihrer Farbgebung näher beschreiben, fiele mir das ganz leicht.

Stahlblau stünde für das Meer, Gelb für den Stechginster und dann gäbe es außerdem Rot-Weiß gestreifte Kugeln, die den Leuchtturm symbolisieren. Diese Farben verbinde ich mit meinen Sonntagsausflügen, die mein Dad mit mir unternahm, als ich noch ein Kind war. Er kennt jeden Grashalm und sämtliche Erhebungen, die Beachy Head zu bieten hat.

Zu Derek gehören etliche Brauntöne. Ein weiches Rehbraun steht für seine Augen, in deren Blick ich allzeit Wärme und vollste Zuneigung entdecke. Schlammbraun symbolisiert den Tag unserer ersten Begegnung und Hellbraun erinnert mich an all die Stunden, die wir auf der Hollywoodschaukel verbrachten. Die weißen Perlen markieren unsere Schneeballschlachten im Winter, gefolgt von den Himbeerroten, bei denen ich an die süßen Früchtchen denke, welche wir uns selten mit Erlaubnis besorgten.

Die größte Ansammlung bisher an bunten Farben bringe ich jedoch mit Tante Gladys in Verbindung. Allein die Pracht im Garten von ihrem Cottage sprengt jegliche Farbpalette. Krokusse, Tulpen, Osterglocken und Traubenhyazinthen läuten dort alljährlich den Frühling ein und werden im Laufe des Jahres von Schafgarbe, Glockenblumen, Lilien, Rosen, Lavendel, Nelken und vielen weiteren mehr abgelöst. Der Anblick ist schlichtweg unvergesslich und dieser Duft mit nichts zu vergleichen.
Unmengen an roten Perlen symbolisieren die Erdbeeren und vor allem das Eis, welches sie stets selbst zubereitete und das mit Abstand das Leckerste der Welt war. Außerdem gibt es Kugeln in sämtlichen Farben des Obstes, aus dem sie Kompott und Marmelade kochte. Metallisches Glänzen ruft mir ihre Sammlung von Strick-, Häkel- und Nähnadeln ins Gedächtnis, mit denen sie immer hantierte.

Jedoch ist nicht jede meiner Perlen bunt, leuchtend und glänzend.
Einige wenige von ihnen sind Schwarz. Sie stehen für Trennungen und Abschiede, doch sogar die schwärzeste aller Perlen hat ihre Daseinsberechtigung. Sie markiert ein Ende und gleichzeitig einen neuen Anfang.
Sämtliche dieser Farbtöne, und noch viele weitere mehr, vereinen sich zu einem farbenprächtigen Reigen, welcher mir immer wieder bewusst macht, dass alles zusammengehört und als Ganzes einen Sinn ergibt - im Hier und Damals ...


Kapitel 1

Eine Beerdigung ist der schlimmste Anlass, um auf die Menschen zu treffen, denen man normalerweise höchstens an Weihnachten eine Karte schickt.
Je näher einem der Verstorbene gestanden hat, um so schrecklicher ist es, endgültig von ihm Abschied zu nehmen. In meinem Fall trifft es mich besonders hart, denn ich muss mich nicht von irgendjemandem verabschieden, sondern von meiner Großtante Gladys. Sie nahm, als meine Großmutter starb, ihren Platz ein und wurde zu einer Art Ersatz-Oma für mich. Sie tat all das, was eine Oma nun einmal so macht. Ich durfte bei ihr übernachten, sie hielt stets zu mir und steckte mir heimlich Geld zu. Sie packte, nachdem sie mich liebevoll dazu nötigte, mehrere Stücke von ihrem Schokoladenkuchen zu essen, auch die andere Hälfte für Zuhause ein.
Eine typische Oma eben. Dafür liebte ich sie abgöttisch und tue es noch. Jedes Kind sollte so eine Oma haben! Selbst, als ich zu einem zickigen und absolut unausstehlichen Teenager heranwuchs, änderte sich an unserer innigen Beziehung nichts. Egal, wie oft meine Mutter mich verteufelte, Tante Gladys fand immer ein Argument, mit dem sie mich verteidigen konnte.
Als ich vor einigen Jahren nach London zog, schenkte sie mir eine Zimmerpflanze und ein Topfset und wir vereinbarten, dass wir jeden Sonntag miteinander telefonieren würden. An diese Abmachung hielten wir uns strikt. Zumindest, bis zum Sonntag vor zwei Wochen, als ich plötzlich meinen Vater anstelle von Tante Gladys am Telefon hatte. Bereits nach den ersten paar Wörtern, die er mehr schlecht als recht herausbrachte, wusste ich, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte.
An jenem Abend setze ich mich, ohne groß nachzudenken, in mein Auto, nur um anschließend feststellen zu müssen, dass auch die Übertretung sämtlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen nichts mehr nützte. Ich kam zu spät. Nicht dass ich meinte, ihren Tod andernfalls verhindern zu können, doch ich hätte mich gerne von ihr verabschiedet.
Ich wollte bei ihr sein und ihre Hand halten, noch einmal in ihre von Lachfalten umgebenen, grünen Augen sehen und dieses mädchenhafte Lächeln erwidern, welches sogar mit über 70 weiterhin ihr Gesicht zierte. Man sagt, man lernt etwas erst dann wirklich schätzen, wenn es unwiederbringlich verschwunden ist. In diesem, in meinem Fall, ist das falsch, denn ich weiß ganz genau, was ich in dem Moment verlor, als Tante Gladys starb.

Wie ein kleines Mädchen warf ich mich in die Arme meines Vaters und weinte bitterlich. Er hielt mich fest, streichelte mir über den Rücken und küsste meine Stirn, als ich mit ihm auf dem winzigen Sofa in Tante Gladys´ Wohnzimmer saß. Meine Mutter hing währenddessen am Telefon und informierte einen Teil eben jener Menschen, die nun vor den Türen der St. John´s Kirche warten.
Wieder fließen die Tränen unaufhörlich, doch diesmal ruiniere ich damit nicht den Pullover meines Dads, sondern den Anzug meines Freundes Paul. Er hält mich einfach nur im Arm und unterhält sich über meinen Kopf hinweg leise mit meiner Mutter. Kurz sehe ich auf und geistesabwesend drückt mir Paul ein Paket Taschentücher in die Hand. Während ich mir geräuschvoll die Nase putze und meine Mum dabei die Augen verdreht, sieht Paul sich auffällig um.
»Sind ja mächtig viele Leute aufgetaucht«, bemerkt er trocken. »Das ist aber nicht alles Familie, oder?«
»Nein. So wie es aussieht, ist die ganze Stadt da.«
»Hätte nicht gedacht, dass dieses Kaff so eine große Einwohnerzahl hat.«
»Polegate ist kein Kaff!«, widerspreche ich entschieden. »Es ist ein süßes kleines Städtchen mit wirklich netten Menschen. An so einem Ort ist es normal, dass man einander kennt. Du darfst außerdem nicht vergessen, dass Tante Gladys ihr komplettes Leben hier verbracht hat.«
»Bei uns zu Hause können wir froh sein, wenn wir wissen, wie die Nachbarn mit Vornamen heißen.« Paul lacht über seinen eigenen Witz und lässt sich auch von meinem eisigen Blick nicht aus der Ruhe bringen. Nun ist mein Vater derjenige, der mit den Augen rollt. Ich bin also nicht die Einzige, die denkt, dass Pauls Scherze im Moment absolut unangebracht sind.
Die Kirchenglocke läutet und stockend setzt sich die Menschenansammlung in Bewegung, tritt in die Kirche und jeder sucht sich einen Platz. Paul und ich gehen langsam hinter meinen Eltern her, und ich lasse mich neben meinem Dad in der ersten Bankreihe nieder. Ganz vorne auf einer Staffelei steht, umgeben von unzähligen Blumengestecken, ein großes Bild von Tante Gladys. Ich fixiere ihr lachendes Gesicht und frage in Gedanken lautstark nach dem ›Warum‹.
Ja, Menschen sterben, das ist der Lauf der Zeit, niemand lebt ewig … Das ist mir alles bewusst. Dennoch verstehe ich nicht, wie das passieren konnte! Sie sprach nie über Krankheiten und erwähnte zudem nicht mal, dass es ihr schlecht ginge. Genau genommen war sie so fit, wie eine Frau ihres Alters nur sein kann. Dumpf habe ich noch die Worte meines Vaters im Kopf, als er für mich das wiederholte, was der Arzt zu ihm gesagt hatte. Es sei ›ein natürlicher Tod‹ gewesen. Sie sei friedlich in ihrem Schaukelstuhl eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.
Nun, der Doktor wird es wohl beurteilen können, schließlich hatte er studiert. Trotzdem kann und will ich nicht anstandslos akzeptieren, dass sie wirklich weg ist. Nie wieder werde ich ihr Lachen hören oder ihr beim Stricken zusehen. Nie wieder werden wir zusammen Kreuzworträtsel lösen und im Herbst die Blumenzwiebeln für das nächste Frühjahr pflanzen. All das war schlicht und ergreifend weg, lebt nur noch in meinen Erinnerungen.
Während der Pfarrer vorne mit Trauerstimme wortreich über das Leben meiner Ersatz-Oma erzählt, verschleiern mir die Tränen mehr und mehr die Sicht auf ihr vergrößertes Porträt. Still frage ich beharrlich nach dem Grund, als mir auf einmal etwas durch den Kopf schießt.
Als ich neun Jahre alt war, starb mein Zwergkaninchen Skippy und ich war untröstlich. Meine Mutter – die übrigens das Empathievermögen eines Eiswürfels besitzt – schlug damals vor, ihn einfach irgendwo zu verscharren. Also setzte ich mich auf mein Fahrrad und fuhr die vier Meilen zu Tante Gladys, um mich bei ihr auszuheulen. Mit einem warmen Kakao, einer Handvoll Kekse und vielen Umarmungen und Küssen gelang es ihr, mich so weit zu beruhigen, damit ich ihr zuhören konnte. Was sie an diesem Tag zu mir sagte, brannte sich in mein Gedächtnis.
›Kindchen, keiner darf für immer hier auf der Erde bleiben. Stell dir das doch mal vor! Wenn nichts und niemand sterben würde, gäbe es überhaupt keinen Platz für Neues. Jedes Lebewesen erhält nur eine gewisse Zeit auf dieser Welt zugedacht, in der wir das Beste aus unserem Leben machen sollen. Jeder Tag, den wir hier verbringen dürfen, ist ein Geschenk. Wir nutzen die Dauer unseres Daseins, um die Mitmenschen glücklich zu machen und selber glücklich zu werden. Nachdem die Uhr abgelaufen ist, räumen wir den Platz frei und der Nächste bekommt seine Chance.‹
Tante Gladys rief noch an jenem Abend bei mir zu Hause an und besprach sich mit meinem Dad. Er brachte eine Holzkiste, in der Skippy lag und meine Tante, sowie mein bester Freund Derek, sprachen der Reihe nach ein paar rührende Worte, um von dem kleinen Kerlchen Abschied zu nehmen. Seine letzte Ruhe fand mein Kaninchen dann in ihrem Garten unter zwei großen Hortensien.

Mein Blick liegt unverwandt auf ihren Augen und ich muss blinzeln, denn ich könnte schwören, dass mir ihr Portrait gerade zugezwinkert hat. Im Stillen wiederhole ich ihre Erklärung und denke darüber nach. War ihre Uhr wirklich abgelaufen? Durfte sie so glücklich werden, wie sie es verdient hatte? Diese Fragen kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, doch für mich steht fest, dass sie mich nicht glücklicher hatte machen können. Mein Vater legt seine Hand auf meinen Arm und ich wende mich dem Pfarrer zu, der mir zunickt. Ich krame einen Zettel aus meiner Handtasche, Paul rückt ein Stück und sieht mir mit zur Seite geneigtem Kopf nach, während ich nach vorne gehe und mich neben ihr Bildnis stelle. Krampfhaft versuche ich die Tränen zurückzuhalten, damit ich die Buchstaben auf dem Blatt Papier klarer sehen kann, und räuspere mich.

»Hey, Tante Gladys, ich weiß, heute ist nicht Sonntag, aber ich dachte, wir könnten uns ein wenig unterhalten. Nur ein kurzer Plausch auf die Schnelle, denn du wolltest ja noch die Rosen zurückschneiden und die Erdbeeren müssen auch geerntet werden. Das neue Feld, das du angelegt hast, passt perfekt in die Ecke und es scheint ein guter Platz zu sein. Letztes Mal vergaß ich leider, dir zu sagen, dass der Lavendel, den du in die Terrakottatöpfe gepflanzt hast, wirklich wunderbar aussieht und er riecht großartig. Mein Vorschlag wäre, dass du die Sitzbank, die niedliche weiße mit den Schnörkeln, zu den Lavendeltöpfen stellst. Dort zu sitzen und der Sonne beim Untergehen zuzusehen, umgeben von diesen Farben und dem Duft, wäre der Wahnsinn! Ich erfuhr übrigens, dass der Hibiskus, den ich im vorigen Jahr neben dem Gartenteich eingesetzt habe, eingegangen ist. Du hättest es mir ruhig erzählen können, obwohl ich es süß finde, dass du ihn einfach wortlos ersetzt und weiterhin als ›meinen‹ Hibiskus ausgegeben hast. Bevor ich es vergesse, Dr. Arnold bat mich, dir liebe Grüße auszurichten. Die Frühchen-Station hat sich sehr über die winzigen Mützchen gefreut, die du gestrickt hast und die Eltern sind ebenfalls begeistert. Sie freuen sich alle tierisch darüber und können es gar nicht erwarten, dass ich ihnen wieder welche mitbringe. Besonders die mit den aufgestickten Herzchen und Autos sind der Renner. Dr. Arnold und auch etliche Eltern meinen, damit könntest du in Serie gehen, weil es so schwer ist, passende Mützchen für die Köpfe von Frühchen zu bekommen. Ansonsten läuft es in der Arbeit wirklich gut und auf der neuen Station macht es großen Spaß, selbst wenn es manchmal deprimierend ist, die zierlichen Mäuse so leiden zu sehen. Aber der Lebenswille und die Kraft, die diese kleinen Wesen ausstrahlen, ist bewundernswert. Danke, dass du mir Mut machtest, als ich daran zweifelte, ob ich das tatsächlich hinkriegen würde. Du hattest Recht – wie immer – und ich habe mich bewährt. Es tut gut zu wissen, dass man geliebte Menschen hat, die beharrlich hinter einem stehen und an einen glauben. Das hilft, wenn man selbst mal unsicher ist und sich nicht traut, etwas Neues zu versuchen.
So wie damals, als Dad mir das Fahrrad fahren beigebracht hat und du mich angefeuert hast, als wäre ich eine Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen. Weißt du noch, wie du anschließend meine Hand gehalten hast, während Dad mit der Pinzette die Kieselsteinchen aus meinem Knie pulen musste? Nie wieder wollte ich auf dieses Rad steigen, doch du hast meine Stirn geküsst, die Tränen weggewischt und mir gesagt, dass ich das schaffen würde. Dass ich alles schaffen könnte, denn du würdest ganz fest an mich glauben.«

Die Wörter verschwimmen immer mehr und es ist unmöglich, weiterhin die Buchstaben zu erkennen. Kurz schließe ich die Augen und tue mein Bestes, mich zu beruhigen, damit ich weiterlesen kann. Ein Arm legt sich um meine Schultern und ich drücke mich an seinen Körper, der wie eine Rettungsboje aus dem Nichts aufgetaucht ist. Der Zettel verschwindet aus meinen Fingern, und ich ergebe mich meinem Heulkrampf. Er jedoch liest in der Zwischenzeit mit gefasster Stimme weiter.
»Dieses Wissen, deine Anwesenheit und dein Vertrauen in mich, haben mir stets geholfen. Und nun bist du weg. Einfach weg, obwohl ich dir noch so viel sagen wollte. An meinem freien Tag hatte ich vor dich zu besuchen, mit dir in der Hollywoodschaukel zu sitzen und Erdbeereis zu essen. Ich wollte dich lachen hören, wenn du vom neuesten Klatsch erzählst, der gerade in Polegate die Runde macht. Nun bleiben mir nur noch die Erinnerungen an diese Momente, weil du nicht mehr hier bist. Ich vermisse dich, Tante Gladys und ich schicke dir Tausend Küsschen und Umarmungen.
Deine Holly.
P.S. Jetzt ist es doch wieder länger geworden. So wie immer bei uns.«


Kapitel 2

Die Landschaft zieht an mir vorüber und ich passiere das Ortsschild von Polegate. Es fühlt sich anders an als sonst. Normalerweise liegt auf dem Beifahrersitz nur meine Handtasche und der Kofferraum ist leer, weil Tante Gladys mir immer jede Menge Zeugs einpackte, von dem sie sicher war, dass ich das in London nicht bekomme, aber unbedingt brauche. Selbstgemachte Marmeladen, eingewecktes Obst, handgestrickte Socken und Handtücher. Ja, Handtücher! Egal wie oft ich ihr zu erklären versuchte, dass es auch in der Großstadt durchaus diese wundervollen flauschigen Dinger zu kaufen gibt, fand ich dennoch jedes Mal welche in meinem Auto. Ich könnte meine ganze Wohnung damit tapezieren und hätte trotzdem noch genug davon übrig, um mir zehn Bademäntel daraus zu nähen.
Dieses Mal allerdings ist mein Kofferraum nicht leer, sondern beherbergt einen Stapel zusammengefalteter Umzugskartons und Pauls große Reisetasche, die ich mir für dieses Wochenende ausgeliehen habe. Außerdem liegt auf dem Beifahrersitz, zusätzlich zu meiner Handtasche, ein dicker Aktenordner. Diesen hatte mir der Notar vor wenigen Tagen in die Hand gedrückt, als er Tante Gladys letzten Willen verkündete. Seitdem bin ich nun die alleinige Eigentümerin des Cottage. Mit einem komischen Gefühl im Magen stelle ich den Wagen ab, zerre die Reisetasche aus dem Kofferraum, klemme den Ordner unter den Arm und gehe den langen Kiesweg zur Haustür entlang. Die kleinen grauen Steinchen knirschen unter meinen Schuhen. Ich besitze zwar seit meiner Kindheit einen eigenen Schlüssel, doch ich habe ich noch nie zuvor benutzt. Warum auch? Tante Gladys war ja da.
Tja, willkommen in deinem neuen Leben, Holly! Die Einzige, die dir jetzt die Tür aufmacht, bist du selber.
Seufzend krame ich den Schlüssel aus der Tasche und sehe aus dem Augenwinkel, wie die Spinnweben in der Ecke des Türrahmens zerreißen, als ich die blau lackierte Holztür aufdrücke, die dabei leise knarzt. Kurz fällt mein Blick auf das Messingschild an der Tür. ›Gladys Walcott‹ ist dort in geschwungenen Buchstaben in das Metall eingraviert und vorsichtig fahre ich mit der Fingerspitze darüber, bevor ich mich dem Inneren des Häuschens zuwende. Unschlüssig stehe ich einige Minuten im Flur und atme mit geschlossenen Augen ein. Es riecht leicht muffig, aber trotzdem nach ihr, nach ihrem alte-Damen-Parfum, Wolle und Schokolade. Für mich ist jene besondere Duftmischung zur absoluten Selbstverständlichkeit geworden. Nach wie vor ist es unvorstellbar, alles hier als ›Mein‹ anzusehen, denn für mich gehört das Cottage immer noch ihr.

Die Tatsache, dass sich all ihre persönlichen Dinge und Möbel weiterhin in diesen Räumen befinden, ist nur der eine Grund. Viel wichtiger für mich ist, dass es eine unverrückbare Konstante in meinem Leben darstellt. Es war seit eh und je das Zuhause von Tante Gladys. Aber es gibt leider Begebenheiten, die man nicht ändern kann und eine davon ist, dass sie da, wo sie jetzt ist, dieses Haus nicht mehr braucht. Sie vermachte es mir und damit muss ich mich wohl abfinden. Nun trägt die Besitzurkunde meinen Namen.

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Und konntet ihr schon angefixt werden? Wie findet ihr das Cover? Ich finde es sehr schön, gefällt mir sehr gut, ich denke das >buch wandert auf meine WuL =)

Ein herzliches Dankeschön geht an die Autorin & der THG Verlag die mir die Leseprobe zur Verfügung stellten.


Donnerstag, 10. April 2014

[Neues Projekt am Start] Exklusive Lesedeals




Ihr Lieben,

Bei mir startet jetzt ein neues Projekt und zwar "Exklusive Lesedeals". Das heißt ich versuche Autoren für das Projekt zu gewinnen die mir ca 5 Tage vor der Veröffentlichung ihres neuen Buches eine kleine Leseprobe zu schicken um euch dann natürlich einzustimmen für das komplette Buch. 
In der Leseprobe werde ich euch dann das Datum zu nennen, ab wann es das Buch dann zu erwerben gibt.

Schon die nächsten Tage werden die ersten Lesedeals für euch schon online gestellt, ihr könnt gespannt sein welch wunderbare Autoren mit ihren klasse Werken am Start sein werden.

Alles Liebe

Eure 


[MiniRezension] Das Mädchen mit dem Haifischherz von Jenni Fagan




Autorin: Jenni Fagan
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Kunstmann, A (12. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888979250
  • ISBN-13: 978-3888979255
  • Originaltitel: The Panopticon

Mein Dankeschön geht an den Kunstmann Verlag der mir ein Exemplar zur Verfügung stellte.

Inhalt laut Amazon: Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, und am anderen Ende der Stadt liegt eine Polizistin im Koma. Doch Anais kann sich da an nichts erinnern. Jetzt ist sie auf dem Weg ins Panoptikum, eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche, die für das Waisenkind am Ende einer langen Kette von Heimen und Pflegefamilien steht. Das Panoptikum, ein ehemaliges Gefängnis im Niemandsland der Provinz, scheint wie gemacht für Anais, die mittlerweile sowieso denkt, sie sei ein Experiment, das Objekt einer Reihe von Versuchen, die zeigen sollen, wann ein Mensch zerbricht. Während Anais mit ihrer schwierigen Vergangenheit ringt und sich mit Mut und Fantasie durch ein Fürsorgesystem boxt, das ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt, findet sie in den anderen Jugendlichen des Panoptikums fast so etwas wie eine Familie. Eine Familie, die sich ihre eigenen Mythen und Legenden schafft und deren Bande stärker sind als das System, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Es sei denn, du hast ein Haifischherz und Freunde, die dir helfen, ihm zu folgen ...

Meine Meinung: Ich war ja auf Grund der Werbeaktion von Lovelybooks auf dieses Buch aufmerksam geworden. Da kam eines Tages ein schwarzer Umschlag bei mir an und als ich diesen öffnete hielt ich lauter tolle Sachen in der Hand und wurde auf Grund des beigelegten Schreibens dann neugierig auf das Buch, welches ich dann gleich beim Verlag anforderte. Wenige Tage später erhielt ich mein Exemplar und ich konnte schon bald mit dem lesen beginnen.

Es geht um die 15 jährige Anais Hendricks die von der Polizei abgeführt wird, weil ihre Schuluniform komplett Blutverschmiert ist. sie soll wohl eine Polizisten ins Koma geprügelt haben, aber sie kann sich offenbar an nichts mehr erinnern und wird nun in eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche gebracht. War sie es wirklich? Oder steckt da jemand anders dahinter?

Das Cover ist echt ein absoluter Hingucker und macht sich sehr gut im Bücherregal. 

Ich muss ja ehrlich sagen, ich hatte ziemliche Probleme mich in die Geschichte fallen zu lassen. Ich kam nur langsam und schleppend voran und war mehr als einmal davor das Buch abzubrechen, aber ich las tapfer weiter.

Die Redensart der Protagonistin schockte mich zuweilen auch etwas und ich fands öfters unangebracht, so der Getho Slang ist einfach nicht meins.

Auch geschockt war ich von den häufigen Momenten in denen die junge Protagonistin high war. Das wirkt auf mich doch ein wenig zu sehr gestellt. Aber es zeigt auch andererseits,dass diese deutlich den Kontrollverlust darstellen und vielleicht auf andere abschreckend wirken können.

Beim lesen konnte man öfters sehen und auch merken wie trostlos doch das Leben der Protagonistin ist. aber auch sowas gibt es in unserer heutigen Zeit und ich finde es dennoch gut, das die Autorin das Thema aufgegriffen hat. Das Leben besteht eben nicht nur aus Sonnenmomenten sonder auch aus Regenwolken.

Ob ihr das buch nun lesen möchtet, muss jeder selber für sich entscheiden, denn es spaltet doch ganz schön. Die einen mögen es die anderen leider nicht. Ich gehören zu dene, die es leider nicht mögen. Aber darum ist es noch lange nicht schlecht, nein es war eben nicht mein Geschmack.

Meine Bewertung: