Sheena:
Liebe Babsi, danke das du dir die Zeit für ein Interview mit mir
nimmst und magst du dich kurz den Lesern vorstellen?
Hallo,
mein Name ist Babsi, ich bin Jahrgang 1994 und wurde im Allgäu
geboren. Ich liebe Katzen, Kaffee, Geistergeschichten und alles, was
mit Wasser zu tun hat. Erst dieses Frühjahr bin ich mit meinem
Master in Psychologie fertig geworden. Themen rund um mentale
Gesundheit liegen mir auch sehr am Herzen und ich glaube, in meinen
Romanen merkt man auch immer, dass ich ein großes Augenmerk auf das
Innere der Figuren lege.
Sheena
fragt: Du hast vor kurzem den Fantasyroman „Legenden der
Meere-Nixenwunsch“ veröffentlicht, wie aufgeregt warst du, das
fertige Buch endlich in den Händen halten zu können?
Sehr
aufgeregt! Es war bis dahin einfach noch nicht so ganz
durchgesickert, dass jetzt wirklich mein Debütroman endlich da ist.
Vor allem weil doch durch Corona einiges verzögert wurde und ich
sehr viel Geduld beweisen musste. Der Alltagstress hat diese
Aufregung aber auch teilweise sehr gedämpft. Die Hardcover habe ich
direkt nach der Arbeit von der Post geholt und konnte sie nicht mal
direkt öffnen, weil ich weiter zu einem Arzttermin musste. Haha.
Dafür war ich abends dann richtig glücklich-müde-verstrahlt und
einfach nur dankbar.
Sheena
fragt: Wie ist die Idee zu dem Roman entstanden?
Piraten,
Nixen und Meermenschen fand ich schon immer ein cooles Motiv. Egal ob
bei Fluch der Karibik oder One Piece. Allerdings bin ich im
Buchbereich nicht so fündig geworden. All die Nixenbücher, die ich
damals gelesen und gefunden habe, hatten wenig mit Meer und Reisen zu
tun. Viele spielten in der Moderne und nur ein Bruchteil der
Geschichte spielte sich an, auf oder im Wasser ab. Ich hab so viele
Twilight mit Nixen recyclet gelesen, dass ich irgendwann dachte –
Nee, ich schreib jetzt meine eigene Geschichte dazu.
Sheena
fragt: Hast du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben oder schreibst
du einfach drauf los und wie sieht so ein typischer Schreibtag /
zeit bei dir aus?
Es
gibt keinen typischen Schreibtag bei mir, haha. Weder im Studium noch
jetzt während dem Job habe ich beim Schreiben eine Routine. Außer,
dass ich es meistens auf die späten Nachmittags- und Abendstunden
schiebe. Aber ich kann es mir auch nicht vorstellen, den ganzen Tag
zu schreiben. Ich brauche Abwechslung und ein bisschen Struktur.
Meistens
mache ich Musik an, öffne meine Dokumente, lese mich in das ein, was
ich schon geschrieben habe und dann tippe ich weiter. Manchmal mehr,
manchmal weniger konzentriert. Während der Coronazeit habe ich viele
CoWorking Streams gemacht und auch zugeschaut, das lief immer super.
Ich kann mir vorstellen in Zukunft 50/50 Arbeit/Schreiben zu machen,
wenn es der Geldbeutel denn zulässt. Aktuell ist es aber eher leider
nur so 70/30.
Sheena
fragt: Wolltest du schon immer schreiben und Geschichten erzählen?
Das
ist ein schwierige Frage. Ich habe einfach gerne erzählt und
geschrieben. Es war mir ein Bedürfnis, etwas, was ich brauche, um
glücklich zu sein und mich entfalten zu können. Angefangen habe ich
mit Kurzgeschichten und später während der Teeniezeit vor allem
Fanfictions. Aber den Traum, eventuell mal in einer Buchhandlung zu
stehen, der entwickelte sich so nach und nach. Jedenfalls mangelte es
mir nie an Vorstellungskraft, mir genau das vorzustellen. Und dennoch
ist es surreal, dass es jetzt, wo mein Buch erschienen ist, möglich
ist.
Sheena
fragt: Gibt
es literarische Vorbilder?
Kaum
welche, die wirklich über Jahre hinweg bleiben. Ich bewundere
Stephen King für seine spannenden und ausgeklügelten Bücher, aber
seine Arbeitsweise passt gar nicht zu meiner. Viele Autor*innen, die
ich mal bewundert habe, sehe ich heute kritischer oder habe mich
weiterentwickelt. Aber auch Freunde und Kolleg*innen beeinflussen
mich – es gibt eigentlich bei fast jedem Buch etwas, was ich mir
zum Vorbild nehmen kann.
Ich
finde Leigh Bardugo hat eine tolle Art Geschichten zu erzählen und
zu schreiben – auch sie legt viel Wert auf Charaktere und deren
Entwicklung.
Sheena
fragt: Hast du wenn du unterwegs bist und dir plötzlich tolle
Einfälle zur Geschichte kommen, dann immer was zum Schreiben dabei
oder sprichst du gute Ideen schnell auf dein Handy /Diktiergerät?
Ja,
das kommt vor. Oder kurz vorm Schlafen gehen. Ich habe einen Berg an
Notizbüchern, aber eigentlich nie eines dabei. Meistens tippe ich
meine Ideen also in die Notizapp meines Handys. Ganz unspektakulär.
Sheena
fragt: Woran
arbeitest du aktuell?
Aktuell
arbeite ich vorrangig an einem New Adult Romance Projekt, einer
Dystopie und meinem patreon Projekt „Pfützengeister“ – eine
Urban Fantasy Geschichte mit Geistern, Syndikaten und Liebe.
Sheena
fragt: Hast du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im
Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre
Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Das
ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Meistens habe ich
Charaktere, sehr oft auch einzelne Szenen, in seltenen Fällen ein
Setting. Der Plot entfaltet sich dann oft erst beim Schreiben.
Die
Namen sind oft erstmal Platzhalter, in manchen Projekten steckt eine
tiefere Bedeutung dahinter. Mavi ist zum Beispiel türkisch und
bedeutet Blau. Diesen Namen habe ich bewusst rausgesucht. Oft habe
ich auch bei Fantasy ein Land als Vorbild und suche in der
Landessprache nach Namen, Tayons Name klingt aber einfach nur schön
und hat keine Bedeutung.
Sheena
fragt: Könntest du dir vorstellen mit einem anderem Autor
zusammen was zu schreiben und hast du eventuell einen heimlich
Wunschpartner dazu?
Mein
Arbeitsprozess ist eher chaotisch und unregelmäßig. Ich hangele
mich beim Schreiben grob an Eckpunkten entlang und ich denke, wenn
man mit jemandem zusammenschreiben möchte, muss man mehr planen.
Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich vielleicht Lucinda
Flynn oder Liza Grimm nennen, einfach weil ich die beiden sehr als
Kolleginnen und für ihre Kreativität schätze und wir einen
ähnlichen Geschmack teilen.
Sheena
fragt: Welches Buch (das du privat gelesen hast) hat einen
nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen und ist aus deinem
Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Das
ist eine knifflige Frage! Ich liebe die Krähen Dilogie von Leigh
Bardugo und ihre Charaktere abgöttisch, ähnlich geht es mir mit den
ersten drei Bänden der besonderen Kinder-Reihe von Ransom Riggs.
Einfach weil ich mich so heimisch in ihnen gefühlt habe. Und weil
mir die sonderbaren Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind. Aber
auch die Bücher von Han Kang oder Kanae Minato, die wie ein
literarischer Schlag in die Magengrube sind, möchte ich nicht
missen.
Sheena
fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern
und sind Social Media eher Fluch oder Segen?
Social
Media liegt mir. Ich teile sehr gerne Dinge von mir, wobei ich das in
letzter Zeit auch zurückgefahren habe. Ich freue mich sehr auf
Kontakt zu Lesenden, denn früher war ich immer in dieser Rolle.
Deswegen bin ich sehr gespannt, wie es so ist – als Autorin auf
Social Media. Denn auch, wenn man natürlich als unveröffentlichte
Autorin genauso Autorin ist wie mit Veröffentlichung, ändert sich
durch das Buch etwas. Denn die Leute können nun sehen, was ich
fabriziere und sie werden eine Meinung dazu haben. Bisher sind noch
keine Verrisse oder scharfe Kritik aufgeploppt, aber das wird
natürlich auch kommen. Und ich weiß noch gar nicht, wie ich darauf
reagieren werde. Vermutlich auf Social Media gar nicht, denn auch
diese Meinungen haben ihre Daseinsberechtigung. Die Herausforderung
bei Social Media für mich ist eher der Vergleich mit anderen,
erfolgreicheren Leuten. Denn ich will mich ermutigen lassen und
anspornen und nicht neidisch und beleidigt sein. Oder mich von
negativen Nachrichten runterziehen zu lassen. Aber ich glaube, ich
habe da für mich schon einen ganz guten Umgang gefunden.
Ich
danke dir vielmals für das Interview und freue mich auf weitere
Bücher von dir =)
Vielen
vielen Dank, dass du mir diese spannenden Fragen gestellt hast und
mir die Möglichkeit gibst, mich und mein Buch hier vorzustellen.