Bookdealer
fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?
Antwort
Ilka Hauck: Ich schreibe eigentlich schon, seit ich ein junges Mädchen war.
Schon als Kind habe ich mir ständig Geschichten ausgedacht und diese meinen
Eltern oder Verwandten erzählt. Das kam immer so ganz spontan, dass mir Ideen
gekommen sind und die habe ich weitergesponnen wie Fäden. Meine Patentante
ärgert sich noch heute, dass sie die Geschichten damals nicht aufgeschrieben
hat.
Bookdealer
fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter
Kritiker?
Antwort
Ilka Hauck: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn eigentlich liest
nur mein Mann vorab meine Manuskripte. Insofern dann wohl er. Aber mein größter
Kritiker bin ich selbst. Ich bin ziemlich perfektionistisch, was meine
Geschichten angeht, finde immer etwas, was ich noch hätte besser oder anders
machen können. So ähnlich wie beim Hausbau.
Bookdealer
fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben oder schreibst du einfach
drauf
los?
Antwort
Ilka Hauck: Nein, Rituale habe ich da eigentlich keine. Wenn ich ein Dokument
öffne, dann lese ich mich kurz ein, öffne auch noch mein Merkdokument und lege
los. Wenn ich so richtig in Schreibstimmung bin, dann kann ich auch im größten
Familientrubel wie unter einer Käseglocke sitzen und schreiben. An Tagen, an
denen es allerdings nicht rund läuft, hilft mir manchmal, wenn ich mir ein
Musikstück auf die Ohren setze, das das Gefühl der Szene, die ich beschreiben
will, wiedergibt. Manchmal hilft aber auch einfach gar nichts und ich muss
einsehen, dass es nicht so klappt, wie ich es gerne hätte.
Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die
Charaktere im Kopf? Und bekommen
die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung
hinter?
Antwort Ilka Hauck: Das ist unterschiedlich. Allerdings
gehen zumindest ein Hauptprotagonist und die Grundidee meist Hand in Hand
daher. Es ist manchmal nur eine Kleinigkeit, die mein Kopfkino in Gang setzt.
Ja, manchmal ist es eine Person, ein Lied, ein Film, irgendetwas. Dann kommen
die ersten Ideen und werden meist umgehend aufgeschrieben. Dann beginnt die
eigentliche Arbeit, nämlich aus einer Idee einen Plot basteln, der das
Grundgerüst darstellt, ohne die ich nicht schreiben kann. Ich stelle mir das
immer wie einen starken Stamm vor, aus dem dann mit der Zeit viele kleine Äste
herauswachsen, die am Ende ein, hoffentlich, gutes Gesamtwerk ergeben.
Die Namen überlege ich mir schon sehr sorgfältig. Ein Name
muss für mich zum äußeren Erscheinungsbild und zum Charakter einer Figur
passen. Es gibt viele Namen, die ich schön finde, die aber nicht zu der Figur
passen, die ich beschreiben möchte. Manchmal ist es gar nicht so einfach, einen
Namen zu finden. Es passiert mir auch manchmal, dass ich einen Namen gerne
doppelt vergeben möchte. Neulich habe ich z.B. in einem angefangenen Manuskript
die weibliche Hauptfigur „umbenannt“, aus Amy wurde Grace, weil der Name
irgendwie besser zu dem Mädchen passte. Und glaub mir, ich musste mich da ein
paar Tage dran gewöhnen, es war als würde ich plötzlich über eine andere Person
schreiben.
Bookdealer
fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und
ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Antwort
Ilka Hauck: Da kann ich eigentlich kein bestimmtes Buch nennen, denn es gibt viele, die mich
beeindruckt haben. Eines der letzten Bücher, das ich gelesen habe und wirklich
faszinierend fand, war „Ich wünschte, ich könnte dich hassen“, von Lucy
Christopher. Die Autorin hat meinen
vollsten Respekt für diese Geschichte. Mit dem wenigen, was ihr zur Verfügung
stand, so eine Geschichte zu schreiben, das muss man erstmal können.
Bookdealer
fragt: Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderem Autor ein Buch
zu schreiben?
Antwort
Ilka Hauck: Ich glaube eher nicht. Ich denke, jeder Autor hat seine eigene
Arbeitsweise, seinen Stil und seine Ideen.
Und da gehört sicher eine Menge an Kompromissbereitschaft und vor allem
ähnlichen Vorlieben dazu, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Für mich
wäre das vermutlich nichts.
Bookdealer
fragt: Welcher deiner Charaktere ist dir besonders ans Herz gewachsen und
welchen magst du überhaupt nicht?
Antwort
Ilka Hauck: Das ist eine schwierige Frage, denn eigentlich sind sie mir alle
ans Herz gewachsen. Man beschäftigt sich so lange mit einem Charakter, dass er
für einen in der Phantasie fast real wird. Aber wenn ich einen wählen müsste,
würde ich mich vermutlich für Niclas aus „Für immer, Emily“ entscheiden. Er hat
mir beim Schreiben immer ganz besonders am Herzen gelegen. Wen ich gar nicht
mag, kann ich eigentlich so gar nicht sagen, denn auch die „bösen“ Figuren
haben ihre Reize. Wäre ich aber an Nics oder Emilys Stelle, wäre es natürlich
Rocco, der mir graue Haare wachsen ließe.
Bookdealer
fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es fertig geschrieben
ist) ?
Antwort
Ilka Hauck: Das kommt drauf an. An „Für immer, Emily“ habe ich ungefähr acht
Monate lang geschrieben, inklusive Überarbeitung und auch Phasen, in denen mal nichts
voranging. Am „Herzenslicht“ gerade mal eine knappe Woche. Wobei die Seitenzahl
der beiden Bücher natürlich weit auseinanderklafft. An meinem momentanen Manuskript schreibe ich
nun seit ungefähr drei Wochen und hoffe, in vielleicht zwei bis drei Monaten
damit fertig zu sein.
Bookdealer
fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber
Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du
überhaupt nicht?
Antwort
Ilka Hauck: Noch vor einigen Monaten war ich überzeugter Buchverfechter, war
der Meinung, mit einem E-Bookreader nichts anfangen zu können. Das Buchgefühl
zu vermissen. Dann habe ich mir einen Reader zugelegt und ja, was soll ich
sagen? Inzwischen lese ich fast ausschließlich E-Books. Es hat für mich schon
viele Vorteile. Ich kann überall und jederzeit lesen, brauche kein extra Licht.
Kann im Bett noch lesen, ohne meinen Mann zu nerven. Und ich kann mir die
Buchstabengröße so einstellen, dass ich damit keine Probleme habe. Ich bräuchte
nämlich wirklich mal eine neue Brille.
Bookdealer:
Was gehört für dich zu einem gemütlichen Leseabend dazu?
Antwort
Ilka Hauck: Nicht viel. Mein Reader, eine spannende Geschichte und Ruhe. Dazu
noch eine Tasse Tee oder ein schönes, kühles Getränk. Und unsere vier Katzen,
die sich um mich herumplatzieren. Katzen strahlen so eine gelassene Ruhe aus,
das mag ich sehr gerne.
Bookdealer
fragt: Welche Buchverfilmung hast du zuletzt gesehen oder schaust du dir so was
nicht an?
Antwort
Ilka Hauck: Doch, gerade vor zwei Wochen habe ich „Save Haven – Wie ein Licht
in der Nacht“ von Nicholas Sparks gesehen. Der Film hat mir gut gefallen, wobei
ich das Buch bis jetzt aber leider noch nicht kenne.
Bookdealer
fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder
hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt
immer so?
Antwort
Ilka Hauck: Leider hatte ich bis jetzt keine Gelegenheit, eine Buchmesse zu
besuchen. Aber Frankfurt steht fest auf meiner „To do Liste“. Da möchte ich
sehr gerne einmal hin.
Bookdealer
fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Antwort
Ilka Hauck: Sehr wichtig. Ich höre gerne, was die Leute zu sagen haben. Was
ihnen gefällt, oder sie nicht so gut fanden an einer Geschichte. Leider habe
ich im Moment noch keine eigene Homepage, aber da bin ich dran. Damit ich meine
Leser auch immer auf dem Laufenden halten kann und mich die Leute kontaktieren
können.
Bookdealer
fragt: Gehst du auch zu Lesungen von Kollegen, oder hast du da die Zeit nicht
mehr so dazu? Und Gibt es einen Autoren den du unbedingt mal treffen möchtest?
Antwort
Ilka Hauck: Ich war schon ewig nicht mehr auf einer Lesung, ehrlich gesagt.
Vermutlich auch, weil es hier in der Gegend, in der ich wohne, jetzt nicht so
viele davon gibt. Aber prinzipiell würde ich das schon gerne mal wieder
machen. Und ja, ich würde sehr gerne
einmal Sebastian Fitzek treffen. Obwohl ich selbst ein ganz anderes Genre
bediene, bin ich großer Fan von ihm und seinen Büchern.
Bookdealer
fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch den du dir noch erfüllen
möchtest ?
Antwort
Ilka Hauck: Mein großer Wunsch ist es, weiterhin Bücher zu schreiben, die den
Menschen Freude schenken. Ihnen vielleicht nach einem anstrengenden Tag ein
Lächeln ins Gesicht zaubern. Menschen Geschichten zu schenken, in denen sie
sich verlieren und dem Alltag einen Moment lang entfliehen können, das ist mit
das Schönste, was ich mir für mich vorstellen kann.
Und
ich möchte sehr gerne einmal einen tollen Schottlandurlaub machen. Das wäre ein
Herzenswunsch.










