Bücherträume fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?
Iris antwortet: Ich habe nie bewusst darüber nachgedacht, dass ich gerne
schreiben würde, sondern habe es einfach schon immer gerne getan. Dabei war es
ganz egal, ob es um Aufsätze für die Schule oder Texte, die einfach nur so
entstanden, ging. Regelmäßig schreibe ich erst, seit ich meine Texte auch im
Internet präsentiere.
Bücherträume fragt: Wer in deinem engsten Familien- und
Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?
Iris antwortet: Meine Mutter und mein Freund. Die beiden sagen mir immer
ganz unverblümt, wenn ihnen etwas nicht gefällt. :)
Bücherträume fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem
Schreiben?
Iris antwortet: Nein, denn das Schreiben überkommt mich einfach. Wenn ich
schreibe, dann weil ich unbedingt jetzt sofort etwas loswerden muss. Das kann
in den unmöglichsten Situationen passieren. Da ich keine generelle
PC-Schreiberin bin, reicht mir für meine Ideen immer ein Stück Papier – auch
Kassenbons. :)
Bücherträume fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die
Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt
da eine Bedeutung hinter?
Iris antwortet: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal fällt mir zu einem
Thema zuerst eine Geschichte ein, manchmal ein Charakter, über den ich gerne
schreiben würde. Meine Inspiration zum Tintenschnüffler kam z.B. aus
verschiedenen lebhaft gezeichneten Figuren von Marcel, denen ich unbedingt eine
Geschichte geben wollte.
Die Namen meiner Charaktere hängen fast immer auch mit dem
Charakter zusammen. Vor allem im Tintenschnüffler macht sich das bemerkbar.
Koprinus zum Beispiel heißt nicht einfach nur so Koprinus, nein, der Coprinus
ist tatsächlich auch eine Pilzart, die der Wurzelwanderer verkörpert. Tintonius
heißt Tintonius, weil ich in diesem
Namen das Wort „Tinte“, das einfach zum Tintenschnüffler gehört, als Leser
wiederfinden kann. So verhält es sich noch mit vielen weiteren Namen aus dem
Buch und auch aus meinen Kurzgeschichten.
Bücherträume fragt: Könntest du dir vorstellen mit einer
Autorin /einem Autor zusammen ein Buch zu schreiben?
Iris antwortet: Nein, das könnte ich mir im Moment nicht vorstellen. Ich
habe einfach zu sehr meinen eigenen Kopf, was das Schreiben betrifft. :)
Bücherträume fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen
Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr
wegzudenken?
Iris antwortet: „Das Museum der gestohlenen Erinnerungen“ von Ralf Isau, das
ich auch immer wieder gerne Fantasylesern empfehle. ;) Es greift in seiner
Geschichte die Vorderasiatische Archäologie auf, die ich letztlich dann auch
studiert habe. :)
Bücherträume fragt: Wenn du jetzt keine Bücher lesen &
selber schreiben würdest, würde dir da was in deinem Leben fehlen?
Iris antwortet: Oh ja, mir würde sehr viel fehlen. Vor allem, wenn ich WEDER
lesen NOCH schreiben würde. Welten, die durch das Aneinanderreihen von
Buchstaben und Verketten von Wörtern zu Sätzen in meinem Kopf entstehen, sind
aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Was das geschriebene Wort in uns
auslösen kann – da kommt kein anderes Medium ran.
Bücherträume fragt: Gibt es Dinge, die dich am Buchgeschäft
stören, und wenn ja, welche sind das?
Iris antwortet: Das ist eine gute Frage. Mich persönlich stört es, wenn ein
Verlag eine Buchreihe in verschiedenen Formaten rausbringt. Der Sinn dahinter
erschließt sich mir nicht und außerdem sieht es im Regal doof aus. :)
Auch stört es mich, wenn Reihen nicht fertig übersetzt
werden. Das ist mir erst jetzt gerade wieder passiert. Ich lese die Spook-Reihe
von Joseph Delaney von der es im Deutschen 4 Bände, aber im Englischen 12
Bände, gibt. Sehr ärgerlich, dass sie nicht weiter übersetzt werden – vor allem
für diejenigen, die wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht auf das Original
zurückgreifen können.
Bücherträume fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse?
(Frankfurt oder Leipzig) und falls ja, wie hatte es dir denn da so gefallen?
Konntest du viel dort sehen?
Iris antwortet: Ja, in Frankfurt war ich schon auf der Buchmesse. Man kann
natürlich viel sehen und erleben. Mit etwas Glück lernt man sogar noch den ein
oder anderen Autoren kennen. Insgesamt ist mir die Buchmesse als Besucher aber
immer viel zu voll. Bei so vielen Neuerscheinungen, die man dort findet, ist
man am Ende auf jeden Fall vom Kopf her völlig geplättet. Außerdem platzt
danach die Wunschliste aus allen Nähen und der SuB wird dadurch auch nicht
kleiner. :)
Bücherträume fragt:Welche Ratschläge gibst du jungen Autoren
mit auf den Weg?
Iris antwortet: Vor allem den einen: NICHT AUFGEBEN! Wenn euch das Schreiben
Spaß macht und ihr an euer Projekt glaubt, gebt nicht auf, wenn euch auch schon
20 Verlage abgelehnt haben. Im Gegenteil – nehmt es als Anreiz zu hinterfragen,
was ihr besser machen könnt. Sucht den Austausch mit Gleichgesinnten,
Materialien um das Schreiben zu „lernen“. Es ist ein nie endender Prozess, das
kann ich euch sagen. :)
Bücherträume fragt: Wie kamst du zu der Idee den
„Tintenschnüffler“ zu schreiben?
Iris antwortet: Marcel, der auch der Illustrator des Buches ist, hat im
Vorfeld einige Figuren gezeichnet, die zu Übungszwecken entstanden. Diese
Figuren waren schon auf dem Papier so lebendig, dass ich anfing, mir zu
überlegen, was sie wohl außerhalb des Papiers so treiben. Alle Figuren bei
denen ich mich das fragte, trugen zur Entstehung des Tintenschnüfflers bei und
fanden ihren Platz in Welwenia. :)



.png)

