Samstag, 27. Juni 2015

[Lesedeal] Mich sollst du fürchten von Katrin Rodeit



Der 3. Jule Flemming Roman "Mich sollst du fürchten" von Katrin Rodeit steht in den Startlöchern, am 1. Juli ist es dann endlich soweit. Ich zeige euch heute das Cover und lass euch etwas in den neuen Roman reinschnuppern:






Ich befand mich auf einer wilden Achterbahnfahrt der Gefühle, ständig in Gefahr, aus der Kurve geschleudert zu werden. Aber im Moment war mir das egal, ich wollte glücklich sein, ohne an morgen denken zu müssen. Man konnte nie wissen, wann das nächste Gewitter hereinzog und alles mit sich fortriss. Und dass bei uns eines kommen würde, war so sicher, wie der Morgen auf die Nacht folgt.
Wir saßen da, scherzten, unterhielten uns über den zurückliegenden Fall und darüber, dass wir jetzt quitt waren, was das gegenseitige Retten von Leben anbelangte. Mark hat als Kriminalkommissar andere Ermittlungsmethoden als ich, die ich meine Brötchen als Privatdetektivin verdiente. Wir waren nicht immer einer Meinung, verfolgten aber stets das gleiche Ziel. Und letztlich war es uns seit Marks Rückkehr nach Ulm gelungen, zwei Fälle gemeinsam zu lösen. Und eine heiße Affäre zu beginnen.
Den Tisch hinter uns belegte eine Horde Geschäftsleute in Feierabendlaune. Die Krawatten abgelegt, die Ärmel hochgekrempelt. Es gab Gestoße und Getöse, bis endlich alle einen Platz gefunden hatten. Dann kam der Kellner und einer der Männer bestellte Prosecco.
Diese Stimme. Sie raubte mir seit Jahren den Schlaf. Hinterhältig und lauernd. Ich erkannte in ihr die Stimme des Mannes wieder, der vor 14 Jahren meinen Vater umgebracht hatte. Die Stimme von damals, die ich als Jugendliche, hinter dem Schrank versteckt, gehört hatte, kurz bevor der Schuss fiel.
Irgendwo stritten zwei Kinder, ein Hund bellte. Kellner eilten mit Pizzatellern durch die eng bestuhlten Reihen, riefen »Scusa!«. Aus der Küche drangen italienische Worte zu mir herüber, Besteck klapperte.
»Und da dachte ich mir, dass du doch eigentlich zurückkommen könntest. Was hältst du davon?« Mark lächelte und sah mich an.
Der Sinn der Worte drang nicht zu mir durch.
»Hallo? Erde an Jule? Alles okay?« Er winkte mir zu, grinste.
»Was?«
»Du könntest zur Polizei zurückkommen. Ich finde, das ist eine hervorragende Idee. Wir würden zusammenarbeiten. Was meinst du?«

Einen Moment starrte ich ihn entgeistert an, versuchte, den Sinn der Worte zu verstehen. »Sicher nicht.«

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen