Dienstag, 26. Mai 2015

[Lesedeal] Von Null auf Liebe in 7 Minuten von Andi Biel



Andi Biel goes Erotik "Von Null auf Liebe in 7 Minuten" ist der Auftakt einer kleinen eShort Reihe von daher merkt euch den 26.Mai vor:


Andrea Bielfeldt schreibt unter dem offenen Pseudonym Andi Biel und wagt mit dieser Reihe das erste Mal  bei gewissen Szenen … den Schwenk zum Kamin wegzulassen und damit ihren Geschichten  einen Hauch Erotik zu verleihen.
Von Null auf Liebe in 7 Minuten ist die erste Short – Story einer Reihe um Freundschaft, Männer, Sex und die Liebe … Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.


Klappentext:


»Ein Herz braucht nicht zu wissen. Ein Herz muss nur fühlen.«

 Jil ist Single, wünscht sich jedoch nichts sehnlicher, als mit einem Mann an ihrer Seite durchs Leben zu gehen. Der Einladung ihrer Freundinnen für ein Speed Dating sieht sie allerdings eher skeptisch entgegen, denn von Null auf Liebe innerhalb von sieben Minuten ist für sie unvorstellbar. Doch ein Blick in Corys kaffeebraune Augen belehrt sie eines Besseren: Liebe geht manchmal schneller als Haarewaschen ...




1              Eins
Eine sanfte Brise weht vom Meer herüber und streichelt zart über meinen erhitzten Körper. Das Wellenrauschen leert meinen Kopf und gedankenlos mit einem kalten Longdrink in der Hand genieße ich den Moment. Ich bohre die nackten Zehen in den Sand, als seine Hände über meinen Rücken gleiten.
»Ich creme dich besser ein, meine Schöne«, flüstert er mir mit rauer Stimme zu. Ein Schauder überzieht meine Haut, als er die Sonnencreme hingebungsvoll auf meinen Schultern verteilt. Seine Finger fahren immer tiefer, berühren den Saum meiner knappen Bikinihose, was meiner Kehle ein wohliges Seufzen entweichen lässt. Als seine Hände über meinen Po, meine Oberschenkel hinunter und wieder hinauf bis zu meinen Schulterblättern wandern, habe ich bereits die wildesten Fantasien.
»Wir sind ganz allein«, höre ich seine Stimme mit dem erotischen Akzent an meinem Ohr. Seine Fingerspitzen streifen wie zufällig meine Brüste. Mir wird immer heißer. Meine Hand zittert, als ich das Glas Beiseitestelle. Ich drehe mich zu ihm herum. Sein nackter Oberkörper glänzt in der Sonne, sein Anblick lässt mein Innerstes beben und ich wünsche mir nichts mehr, als dass er zu mir kommt. Auffordernd lächele ich ihm zu. Er versteht mich ohne Worte.
»Dann lass uns etwas Unanständiges tun«, wispere ich, bevor er sich auf mich legt und meinen Mund leidenschaftlich mit seinen Lippen bedeckt. Ich fühle mich wie im siebten Himmel - bis ...

»Oh, Mist!«
Eine schrille Melodie riss Jil unsanft aus ihren Tagträumen. Sie fiel aus der karibischen Wärme direkt zurück in das norddeutsche Schmuddelwetter und ihr Fuß landete prompt in der nächsten Pfütze. Schimpfend wie ein Rohrspatz versuchte sie, die Nässe aus ihren Sneakers zu schütteln, während sie gleichzeitig ihre Tasche nach dem Telefon durchwühlte. Der Regen erschwerte ihr die Suche, aber das schien den Anrufer nicht im Geringsten zu interessieren. Munter ertönte die Titelmelodie von Pippi Langstrumpf aus ihrem Beutel und brachte ihr amüsierte Blicke der durch das Nass hetzenden Passanten ein. Jil lachte auf.
Der Schlipsträger, der sich eben noch energisch an ihr vorbeidrängeln wollte, stoppte und schenkte ihr tatsächlich ein Lächeln. Er blieb stehen und hielt ihr seinen Regenschirm über das Haupt.
»Vielleicht geht es so schneller«, sagte er mit einem warmen Lachen in der Stimme, als sie verwundert zu ihm aufsah. Jil fröstelte plötzlich, weil ein großer Schwarm Ameisen über ihre Haut zu krabbeln schien.
»Oh, danke«, stammelte sie. »Das ist ja nett. Moment, ich hab es auch gleich.« Endlich ertastete sie das singende Etwas und zog es mit klammen Fingern aus ihrer Tasche heraus. »Da ist es schon. Vielen Dank.« Er sagte nichts, lächelte sie nur unentwegt an. »Das Laster der Frauen«, krächzte sie, nur, um irgendetwas zu sagen und zeigte auf ihre geräumige Handtasche. »Einfach viel zu unübersichtlich. Also ... Danke nochmal.« Die Melodie verstummte.
»Sehr gerne«, antwortete er. »Es freut mich, wenn ich helfen konnte.« Fragend blickte er auf sie hinunter. Seine dunklen Augen schienen in ihr Innerstes einzudringen. Verlegen wandte sie den Blick ab.
 »Ja. Ja, das konnten Sie.« Sie hob ihr Handy und hielt es vor sein Gesicht. »Hier. Ich habe es gefunden, sehen Sie?« Er legte den Kopf schief und zog leicht die Augenbrauen zusammen. So, als begutachtete er das Telefon mit äußerstem Interesse.
»Ja, das sehe ich.« Er schmunzelte und Jil erkannte ein kleines Grübchen, das sich in seine rechte Wange bohrte. Sie liebte Grübchen. »War das eben wirklich Pippi Langstumpf?«, fragte er und ein amüsiertes Funkeln trat in seine Augen.
»Ähm ... ja«, antwortete sie verlegen. »Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf. Das Vorbild meiner Kindheit«, plapperte sie drauf los. »Kurz gesagt: Sei Pippi, und nicht Annika.«
»Wie bitte?« Seine Stirn zog sich zusammen. Verständnislos sah er sie an. Jil kicherte verschämt.
»Warum willst du die schüchterne Annika sein, wenn du die starke und verrückte Pippi Langstrumpf sein kannst?«, redete sie sich um Kopf und Kragen. »Kennen Sie den Spruch nicht?« Er verneinte stumm.
 »Ist das ihr Motto?«
»Manchmal«, erwiderte sie und neigte den Kopf etwas zur Seite.
»Das gefällt mir«, sagte er. Sein rechter Mundwinkel zog sich nach oben. »Ja dann, Pippi ...« Er sah ihr direkt in die Augen und Jil war, als würde die Zeit stillstehen.
Die Passanten, die um sie herum mit hochgezogenen Schultern durch die Straße eilten, waren plötzlich fort, niemand außer ihr und diesem Mann verweilte noch in ihrem Universum. Sie versank in seinem Blick, in seinen wunderschönen kaffeebraunen Augen, glitt tiefer durch das Tor seiner Seele und drohte, das Gefühl für Raum und Zeit zu verlieren. In ihr breitete sich eine Wärme aus, die sie durch den dunklen Tunnel trug, in dem sie feststeckte. Dann blinzelte sie und befand sich plötzlich im freien Fall. Doch bevor sie aufschlagen konnte, unterbrach seine Stimme ihren Sturz.
 »Kann ich ... vielleicht noch etwas für Sie tun?« Jil zuckte zusammen.
»Bitte?«
»Ob ich noch etwas für Sie tun kann, fragte ich.«
»Nein ... leider nicht.« Ihr Gegenüber zog die Augenbrauen nach oben. »Oh, nein. Entschuldigung. Ich ... also ...« Sie stammelte und suchte nach den richtigen Worten, doch in ihrem Gehirn fand sich nur eine gähnende Leere. Er lachte leise. Es war ein warmes, gänsehautverursachendes Lachen und Jils Bauch zog sich zusammen. Vermutlich lacht er mich aus, dachte sie und schämte sich plötzlich für ihr Gestammel. Und für die Flut von Gefühlen, die sie aus dem Nichts überrollt hatte. (…)


Kommentare:

  1. Ein schöner Lesedeal liebe Sheena, der Lust auf mehr macht!

    LG Desiree

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    1. ich hibbel dem eShort auch schon entgegen =)

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