Donnerstag, 14. Mai 2015

[Lesedeal] Bedingt Wetterfest Von einer, die auszog, das Lieben zu lernen von Jo Berger




Die sympathische Autorin meldet sich exklusiv mit einem neuen Roman zurück, der offiziell am 18.Mai erscheinen soll. Ihr habt nun jetzt die Möglichkeit einen Blick auf das Cover zu erhaschen und ein paar Seiten lesen zu dürfen. Lehnt euch entspannt zurück:



Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und Orten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


»Erkennst du Mr. Right, wenn er vor dir steht?«

Emmas Leben läuft völlig aus dem Ruder. Nach der Trennung von einem peniblen Perfektionisten stürzt sie sich mit Begeisterung ins Singleleben. Aber wann ist ein Mann der Richtige? Sie ist sich bei keinem sicher, aber alleine bleiben will sie auch nicht.
Zu allem Überfluss muss die junge Frau nicht nur ihre Frustpfunde auf den Hüften loswerden,
sondern in erster Linie das Vertrauen die Männerwelt und - vor allen Dingen - in sich selbst wiedererlangen. Doch das starke Geschlecht macht es Emma nicht leicht. Tritt es doch in Form von diversen Schönlingen auf, als steife Vorgesetzte im Büro oder als herzlose Automechaniker.
Wie gut, dass es beste Freundinnen gibt.


Schlamassel begins
So, dann war ich also nun Single. Irgendwie toll. Oder doch nicht?
Hätte mir vor ein paar Wochen jemand erzählt, dass ich mich schon bald als Einspänner in einer Ein-Raum-Wohnung wiederfinden würde, hätte ich gesagt, er soll schaukeln gehen. Ich war ziemlich gut im Selbst in die Tasche lügen, das musste ich mir lassen.
Tja, also vor ziemlich genau sechs Wochen hatte das Schicksal am Rad gedreht und den Zeiger auf folgende Karte gerichtet: Sie benötigen in absehbarer Zeit ziemlich dringend eine beste Freundin.
Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt Lynn an meiner Seite. Und das ausgerechnet am Great Barrier Reef. Toller Ort, Schicksal. Schön weit weg, damit sich der Schlamassel auch richtig lohnt. Wie gesagt, vor sechs Wochen fing es an.

Und das kam so:
Lynn hatte sich in Ermangelung eines männlichen Gegenstücks kurzerhand entschlossen, mich und meinen Freund Hagen auf unserer Urlaubsreise nach Australien zu begleiten. Wenn schon Single, dann wenigstens in Australien, hatte sie gesagt. Und das war gut so, aber das wusste ich da noch nicht.
Wenig später glänzten unsere blassen Körper ölig unter der Sonne Australiens und vor uns lag das Meer sowie herrliche zwei Wochen Regeneration für unsere alltagsgebeutelten Synapsen.
Was ich in drei Jahren Beziehung mit diesem perfektionistischen Selbstdarsteller erfolgreich unter meinen Hirnrindenteppich gekehrt hatte, war, dass ich eigentlich todunglücklich mit ihm war. Nur wollte das nicht in meinen Kopf rein. Schließlich war er faszinierende einunddreißig Jahre alt,  somit um Lichtjahre erfahrener als ich, und stand mit beiden Beinen überaus erfolgreich im Berufsleben. Ich zählte am Beginn unserer Leidenszeit naive einundzwanzig Lenze und er hatte mich mit weltmännischem Charme und selbstsicherem Gehabe eingefangen wie eine dümmlich summende Schmeißfliege, die bereit war, sich auf jedes Leberwurstbrot zu stürzen, das mit einem Paprikastreifen garniert war.
Nach drei Monaten mit unbeholfenem »Wird-schon-besser-werden-Sex« wagte ich den Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Mit Kaffee und Köfferchen zog ich bei ihm ein. Das kann schnell gehen, wenn man fast nichts hat. Hagen erschien mir zu dieser Zeit das vollendete Abbild eines Mannes. Einer, der in seinen vier Wänden freiwillig und peinlichst genau Ordnung hielt. Jedes Ding in seiner loftähnlichen und lichtdurchfluteten Wohnung hatte seinen fest zugewiesenen Platz und die Staubkörnchen hielten sich aus reinem Respekt fern. Was für ein Mann! Er hatte mich mitsamt meinem nicht vorhandenen Schutzreflex im Handumdrehen erobert. War er doch nicht nur gutaussehend, sondern darüber hinaus beruflich erfolgreich, gewandt und mit eloquentem Humor gesegnet. Zumindest hielt ich sein selbstgefälliges Getue und sein Lachen über die eigenen Witze damals für eloquenten Humor.
In seiner Dreizimmerwohnung mit Parkettboden, Wohnküche und einer Terrasse mit Waldblick fühlte ich mich sofort zu Hause und wurde ein Fan spartanischer, aber erlesen möblierter Einrichtung. Ein weißes Designersofa aus feinstem Leder stand neben einem antiken Louis-Phillipe-Schrank, hier und da reckte ein Bonsai-Bäumchen seine sorgfältig beschnittenen Zweige anmutig Richtung Sonne. Die Wände imponierten in ungeschmücktem Weiß und auf dem Parkettboden sorgte ein wertvoller Gabeh in zartem Apfelgrün für anheimelnde Atmosphäre. Wenn das nicht ein Volltreffer gewesen war! Ich hatte mich verliebt bis über beide Ohren und den Rand meiner rosaroten Brille hinaus. Einen so großartigen, gebildeten und erfolgreichen Mann konnte ich nicht verdient haben, oder?
Hagen, der Großherzige, verstand es mit nachtwandlerischer Sicherheit, meine Zweifel zu jeder Gelegenheit zu unterstützen und zu schüren. Unter seinem kritischen Blick erblühten sie zu einer handfesten Profilneurose.
Damals verfiel ich regelmäßig in rosarote Träumereien: Wenn wir eines Tages heiraten würden, dann wäre ich Frau Emma Berlund! Nicht mehr gewöhnlich und schmucklos Emma Weber. Allein der Gedanke lockte wie Erdbeeren mit Dosenmilch und Zucker nach drei Stunden Ziehenlassen im Kühlschrank. Emma Berlund mit Waldblickterrasse. Toll!




Leonardos Zeichen 1. Neuanfang

Leonardos Zeichen 2. Olivenküsschen

Leonardos Zeichen 3. Herzenszeichen

Das liegt am Wetter

Kaffee ist alle





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Das klingt doch wohl sehr vielversprechend oder? Ich hoffe ich konnte euch damit etwas anfixen? Das Cover ist auch absolut klasse und in wunderbaren leuchtenden Frühlingsfarben gehalten. Also merkt euch den 18.5 

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