Samstag, 18. April 2015

[Rezension] Das Haus am Alsterufer von Micaela Jary




Autorin: Micaela Jary
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (21. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442480280
ISBN-13: 978-3442480289
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 4 x 18,5 cm

Inhalt laut Amazon: Hamburg 1911: Nur widerstrebend stimmt der verwitwete Reeder Victor Dornhain der Heirat seiner Tochter Lavinia mit dem Architekten Konrad Michaelis zu. Niemand in der Familie ahnt, dass Lavinias Schwester, die Malerin Nele, ihren Schwager liebt. Etwa zeitgleich wird die 16-jährige Klara Tießen als Hausmädchen bei Dornhains eingestellt. Nur Victor Dornhain und seine Mutter Charlotte wissen, dass Klara sein illegitimes Kind ist. Drei Jahre später bricht der Große Krieg aus und verändert alles: In der Tragödie erkennt Lavinia ihre wahre Bestimmung, Klara findet auf der Suche nach ihrer unbekannten Mutter den Mann ihres Lebens, und das Schicksal seiner Familie wird für den Reeder zu einer Frage der Ehre ..

Meine Meinung: Die Geschichte beginnt mit einem Brief an die ältere Schwester Nele, geschrieben von der jüngeren Lavinia die ankündigt sich demnächst verloben zu wollen. Natürlich möchte Nele ihre Schwester unterstützen und so reist diese kurze Zeit später von München nach Hamburg. Unterwegs macht sie Bekanntschaft mit einem sehr netten, höflichen jungen Mann. Sein Ziel ist ebenfalls Hamburg, er ist Architekt und möchte zur Feier des vor kurzem fertig gestellten Elbtunnels. 
Fast zur gleichen Zeit wird die 16 jährige Klara in der Familie Dornhain als Hausmädchen eingestellt und das ganz ohne Referenzen. Nur der Hausherr und seine Mutter wissen, wer diese Klara wirklich ist. Klara ist auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter und lernt dadurch den Mann ihres Lebens kennen und lieben.
Wenige Jahre später bricht der erste Weltkrieg aus der alles bisher dagewesene sehr stärk verändert.

Die war mein erster Roman, welchen ich von der Autorin lesen durfte und es war mit Sicherheit nicht der letzte, soviel steht fest.
Der Schreibstil ist wunderbar locker und einfach gehalten und man kann das Buch prima schnell lesen. Kleiner Kritikpunkt, an manchen Stellen war es mir einfach etwas zu langatmig das ganze.Auch hätte ich nicht zu viel auf dem Klappentext verraten, gerade was die Beziehung Klaras zur Familie Dornhain anging. Ich denke der Leser hätte das ganze selber beim lesen raus finden wollen. Daher leider Punkt Abzug.

Eine wunderbare Familiengeschichte die zum schmökern einlädt. Wir lernen den Reederer Victor Dornhain und seine drei Töchter kennen. Ellinore ist die Älteste der drei und setzt sich sehr für den armen und Schwachen ein, Nele ist die Künstlerin der Familie und studiert Kunst in München und Lavinia ist das verwöhnte Nesthäkchen der Familie, die immer alles bekommt was sie möchte, sogar den Mann, den sie eigentlich nicht liebt, aber indem Nele so eine Art Seelenverwandten gefunden hat. Auch dürfen die Leser Einblicke in das recht junge Leben von Klara Thießen werfen, die als 3. Hausmädchen bei der Familie anfängt. Dem Leser wird schnell klar, welche Rolle Klara im ganzen spielt und warum sie nur auf Empfehlung aus Glückstadt eingestellt wurde. Sie ist die illegitime Tochter des Reederes.

Die Charaktere sind alle wunderbar durchdacht, authentisch und recht sympatisch. (Werde aber jetzt nicht auf alle eingehen) 
Allerdings ging mir auch nach kurzer Zeit das Verhalten von Lavinia tierisch auf den Keks. Mit ihr und ihrem doch sehr verwöhnt kindlichem Verhalten konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Da möchte sie auf Teufel komm raus einen Mann heiraten und hat am Ende doch extrem Zweifel, ob es das richtige war, da sie plötzlich andere Interesse hat, als vorher.

Klara das Hausmädchen, von ihr hätte ich noch so viel mehr erfahren und hoffe dies wird noch in den folge Bänden passieren.

Das Buch spiegelt sehr gut die Anfänge des 20. Jahrhunderts wieder auch rund um den ersten Weltkrieg.
Ich finde es ist kein reiner historischer Roman oder gar eine Liebesgeschicht, nein eher eine sehr gute Mischung aus allem. Denn Herz, Schmerzen und die Liebe liegen doch sehr nah zusammen.

Fazit: Wer eine schöne Familiengeschichte zu Beginn des ersten Weltkrieges lesen möchte, ist hier mit wunderbaren Lesestunden an der richtigen Stelle. Ganz klar Empfehlung von mir an euch.


Meine Bewertung: 

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