Donnerstag, 26. Februar 2015

[Lesedeal] Penelopes Geheimnis von Kate Sunday



Etwas über ein Jahr mussten die treuen Leser von Kate Sunday auf dieses zweite Buch der "Im Schatten der Appalachen Reihe" warten. Der neue Titel lautet "Penelopes Geheimnis". Aber ich sage euch, das Warten hat sich gelohnt. Ich habe die kleine Leseprobe schon gelesen und fiebere nun dem Taschenbuch entgegen. Ab dem 3. 3 ist es dann endlich soweit:






1. Kapitel
Zur Hölle mit den Männern! Penny hoffte inständig, dass der Herr mit dem Dreispitz höchstpersönlich ein nettes Plätzchen dicht am Feuer für Jason Atkins reservierte. Unsanft zerrte sie am Reißverschluss ihrer prall gefüllten Reisetasche, sodass sie sich prompt den Zeigefinger klemmte. Sie beschloss, den Schmerz zu ignorieren und zog beharrlich weiter. „Verflixtes, widerspenstiges Ding, warum willst du nicht so wie ich?“ Endlich gelang es ihr, die Tasche zu schließen. Sie richtete sich auf und strich sich eine lästige Haarsträhne aus der Stirn. Ihr Blick fiel auf ein silbergerahmtes Bild, auf dem Jason sein schönstes Zahnpastalächeln zeigte. Mit einer Handbewegung fegte sie das Foto von der Kommode. Das hässliche Klirren, das auf dem Fuße folgte, klang wie süße Genugtuung in ihren Ohren. „Glaubst wohl, du kannst mich für dumm verkaufen, was? Wie konnte ich nur jemals …?“ Ihre Schimpftirade verstummte abrupt. „Oh, hallo Schatz.“ Seit wann hatte Abigail dort gestanden?
„Mommy? Mit wem sprichst du?“ Abbys blaue Kulleraugen scannten den Raum.
„Ach, mit niemandem. Mommy führt Selbstgespräche, Sweetheart.“ Yep. Mommy dreht langsam, aber sicher durch. Sie stieß ein künstlich klingendes Lachen aus und bückte sich, um die Glasscherben vom Parkettboden aufzuklauben. Anschließend warf sie den kaputten Rahmen inklusive Jasons dümmlich grinsendem Gesicht in den Papierkorb. Es war an der Zeit, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Sie hatte einfach kein Glück mit den Männern. Nein. Sie war eine von jenen Frauen, die mit schlafwandlerischer Sicherheit stets nach den Falschen griffen. „Sag mal, hast du deinen Rucksack fertig gepackt? Wir sollten langsam los“, sagte sie zu Abby, bemüht, ihrer Stimme Fröhlichkeit zu verleihen. „Ich bin sicher, Nana wartet bereits.“ Schließlich konnte Abby nichts dafür, dass sie auf einen Idioten hereingefallen war. Schon wieder.
„Und Tommy auch.“ Abby vergrub ihre Nase in dem karamellfarbenen Fell ihres Teddybären, den sie an ihre schmale Brust presste.
„Und Tommy“, bestätigte Penny. Ihre Tochter fieberte nicht nur danach, die heiß geliebte Großmutter, sondern auch deren behäbigen Kater in die Arme schließen zu dürfen. Tiere übten auf Abby eine magische Anziehungskraft aus.
Wenige Minuten später hatte Penny ihre Tochter samt Gepäck und Teddy in ihrem mitternachtsblauen Ford verstaut. Sie manövrierte den SUV aus der Parklücke und reihte sich in den zäh dahinfließenden Morgenverkehr ein. Die Straßen von Downtown Asheville vibrierten bereits vor Geschäftigkeit. Natürlich hatte es seine Vorteile, in einem schicken Apartment mitten in der City zu wohnen. Der Lärm, das Gewimmel und der dichte Verkehr nervten sie jedoch heute mehr als sonst. Kein Wunder, denn sie war übermüdet, hatte kaum geschlafen. Ihre Gedanken waren ständig um Jason gekreist. Auch Stunden später saß die Enttäuschung wie ein tiefer Splitter in ihrem Fleisch. Ob die Sache mit ihm überhaupt noch Sinn machte? Zähneknirschend rief sie sich zur Ordnung, als sie neue Tränen aufsteigen spürte. Sie wollte sich vor Abby keine Blöße geben. Fehlte noch, dass sie zu weinen anfing und ihr sorgfältig aufgetragenes Make-up ruinierte. Schließlich hatte es lang genug gedauert, bis sie alle Spuren der vergangenen Nacht beseitigt hatte. Nein, keine einzige Träne mehr würde sie wegen dieses Scheusals vergießen. Sie dachte nicht daran, sich das bevorstehende Wochenende durch trübe Gedanken verderben zu lassen. Sie würden zwei wunderbare Tage in Willow Creek verbringen, um mit [ … ] Hochzeit zu feiern. Tja, von einem weißen Spitzenkleid und einem funkelnden Ring am Finger hatte sie auch geträumt. Dieser schöne Traum war nun verpufft. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Verdammt. Sie würde nicht weinen! Ihre Finger krampften um das Steuer ihres Wagens, bis die Knöchel weiß hervortraten.
„Mommy, was ist los?“ Abby besaß feine Antennen.
Penny spähte blinzelnd in den Rückspiegel. „Alles in Ordnung“, versicherte sie rasch. Nichts war in Ordnung, rein gar nichts. Noch immer konnte sie es nicht fassen, dass Jason sie mit der rothaarigen Hexe aus dem zweiten Stock betrogen hatte. Ausgerechnet mit dieser Kuh, die ihre Kurven in billiges Elastan zwängte und sich mit Glitzerschmuck behängte wie ein bescheuerter Weihnachtsbaum. Was hatte die ihm außer einem zugegebenermaßen äußerst biegsamen Körper (was in der Natur der Sache lag, da sie als Aerobiclehrerin jobbte) zu bieten? Waren Männer so einfach gestrickt? Eigentlich müsstest du das nach all den Jahren endlich kapiert haben, Penelope. Sie versuchte, die Stimme in ihrem Kopf, die sie verblüffend an ihre Mutter erinnerte, zu ignorieren. Wenn sie ehrlich war, hatte es Anzeichen dafür gegeben, dass Jason kein Kostverächter war. Sie hatte das leise Schrillen der Alarmglocken ignoriert. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte. Sein hemmungsloses Flirten mit der attraktiven Brünetten in Wendy’s Diner, das sie großzügig mit seinem übermäßigem Weinkonsum entschuldigt hatte. Seine interessierten Blicke, wenn eine knapp bekleidete Frau auf dem Gehweg vorbeistöckelte. Die kleinen, wie zufällig wirkenden Berührungen, das vertrauliche Augenzwinkern, wenn er auf ihre Freundin Jenna traf. Jason mochte Jenna eben gut leiden, hatte Penny versucht, sein Verhalten zu rechtfertigen. Was war schon dabei? Welcher Mann sah nicht gern einer hübschen Frau hinterher? Gott, Penny, wie konntest du nur so blauäugig sein?
Sie schaltete in den nächsten Gang, während ihre Gedanken zum gestrigen Abend zurückwanderten. Sie hatte sich mit Jenna auf einen Drink in Delilah’s Cocktail Lounge verabredet und Jason gebeten, sich um Abby zu kümmern. Jason, der drei Blocks weiter ein todschickes Loft sein Eigen nannte und die meiste Zeit ohnehin bei Penny in der Hickory Road verbrachte, hatte großspurig versichert, das sei überhaupt kein Problem. Gekümmert hatte er sich allerdings weniger um Abby als um Candice. Penny hatte die beiden Turteltauben in ihrer Wohnung auf der Couch bei Kerzenlicht erwischt, wo Jasons Hände eifrig Candices nackten Körper erforschten.
Als Penny ins Zimmer trat, weiteten sich seine Augen vor Überraschung. „Schon … so früh?“, keuchte er, sich offensichtlich mitten in einem Aufruhr der Hormone befindend.
Candice warf den Kopf zurück, sodass sich ihr flammend rotes Haar wie feurige Lava über ihre Schultern ergoss. „Früh? Nein, mein Hase, ich bin noch lange nicht fertig mit dir.“ Als er nicht reagierte, folgte sie seinem starren Blick. Ihr Lachen erstarb.
„Tja“, sagte Penny mit einer Stimme, die einem arktischen Windhauch am Nordpol gleichkam, „ich schätze, die Party ist vorbei.“ Sie knipste das Deckenlicht an.
Candice löste sich von Jason, sprang auf und klaubte hastig ihre Kleidung vom Boden auf. „Ich … äh geh dann mal“, meinte sie überflüssigerweise, bevor sie sich in den Flur verzog.
 Mit einer Hand sein bestes Stück bedeckend, angelte Jason nach seinem Slip. „Ich hab dich noch nicht zurückerwartet, Honey.“

„Offensichtlich.“ 


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Na konnte ich euch nun anfixen und fiebert ihr nun dem Buch entgegen? Also merkt euch den 3. März und ist es nicht wundervoll das Buchcover? Ich liebe es. Sooo wunderschön.



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