Mittwoch, 10. Dezember 2014

[Lesedeal] Ich schreib dich einfach weg von Mira Morton



Ein weiterer Lesedeal steht in den Startlöchern. Am 15. Dezember erscheint ein neuer Roman von der lieben Mira Morton und zwar "Ich schreib dich weg". 
Jetzt dürft ihr vorab schon etwas vom Roman lesen. Das Cover ist doch auch absolut klasse, oder?




Ihre beste Freundin glaubt unerschütterlich daran, dass auch sie den Richtigen finden wird. Ihre Mutter ist vom Gegenteil überzeugt und auch davon, dass weißer Sand, 30 Grad und Palmen nicht zu Weihnachten passen.
Sie ist Lina Piers, 31, und kann keiner von ihnen die bittere Wahrheit anvertrauen. Ihr aktueller Fehlgriff in Sachen Traummann würde bei ihrer besten Freundin Heulkrämpfe und bei ihrer Mutter Schimpftiraden auslösen. 
Aus diesem Grund, und weil das Fest der Liebe zu feiern purer Zynismus wäre, hebt Lina alleine in Richtung Malediven ab. Beseelt von der Idee, dass die malerische Kulisse ihr dabei helfen wird, endlich von ihm loszukommen. Sie wird über ihn schreiben und hofft, dass er mit jeder Zeile mehr seine Macht über sie verlieren wird.
Doch es kommt völlig anders als erwartet, und dieser Urlaub stellt Linas Leben endgültig auf den Kopf.

Ein modernes Märchen von Mira Morton über eine verbotene Liebe, Überraschungen und magische Momente.

Leseprobe: Kapitel 2/Aus der Perspektive von Lina …

Malediven statt Wien

26.12.

Ein mehrwöchiger Töpferkurs, Selbstmord oder das Fest der Liebe mit meiner Familie in Wien zu feiern. - Das waren meine Alternativen. Ich habe mich dann doch für einen Schreib-Urlaub auf den Malediven entschieden.
Es war wohl eine gute Entscheidung.
Was für ein Ausblick! Das Meer schimmert in Türkisblau.
Und ich sitze zwei Meter über dem Wasserspiegel in einem traumhaft lässigen Café.
Da bin ich also. In der Sonne statt unter dem Christbaum.
Ich kann mir nur gratulieren. Jetzt zelebriere ich meinen Blues eben bei mehr als dreißig Grad unter Palmen. Und was ändert es?
Nichts.

Ich starre auf den Bildschirm meines Laptops.
Ein quasi unbeflecktes Blatt - sprich: eine leere Bildschirmseite - strahlt mir entgegen. Der stumme Zeuge meiner Nicht-Kreativität.
Nicht einen Buchstaben habe ich getippt. Nicht einen einzigen.
Zur Ablenkung trinke ich einen Schluck Mineralwasser.
Wenigstens existiert ein Wort, das meine Lage in vollem Umfang zusammenfasst: BESCHISSEN.
Ohne Zweifel, genau das ist es.
Ich kann nicht einmal über mein Problem sprechen. Mit wem auch? Hier kenne ich ja niemanden.
Klar, andere hätten sich in einer so verzwickten Lage längst ihrer besten Freundin anvertraut. Sie hätten sich bei ihr ausgeheult und sich einen Zuckerschock verpasst. Sie hätten vielleicht gemeinsam ein paar Gläser Wein zu viel getrunken. Sie hätten auf jeden Fall endlos darüber gequatscht und ihre beste Freundin am Ende gefragt, was zu tun sei - nur um dann mit gutem Gefühl exakt das Gegenteil zu unternehmen.
Doch ich schnitte mir eher die Zunge aus dem Mund, bevor ich Edda je ein Sterbenswörtchen davon erzählen würde.

Also, wie löse ich meine Krise?
Super-Checker-Bunny ist mutterseelenalleine auf ein kleines Atoll im Pazifik geflogen und hat begonnen, ein neues Buch zu schreiben.
Naja. ich versuche es zumindest. Nicht etwa, weil ich mich mit meiner besten Freundin zerstritten hätte. Nein! Ich setze aus gegebenem Anlass auf Selbsttherapie. Die benötige ich nämlich dringend.
Sehr dringend.

Ich habe mich in den Ehemann meiner besten Freundin verliebt. Schlimm genug. Verwerflich. Bösartig. Nicht zu entschuldigen.
Und nun muss ich Max endlich wieder aus meinem Kopf bekommen.
Ich bin - seit einem halben oder einem ganzen Jahr vielleicht - Stück für Stück in diese Fantasiebeziehung geschlittert. Möglicherweise liebe ich Max, Eddas Mann, tatsächlich. Vielleicht aber schwärme ich nur von ihm. So wie früher von einem Rockstar.
Fakt ist: Es vergeht kein Tag, den ich nicht mit Max verbringe. Also geistig. Und genau das muss ein Ende finden. Am besten schnell, am besten hier.

Daher dient dieser Urlaub einem einzigen Zweck: Ich schreib ihn einfach weg.
Genau.
Hm. Bis jetzt wohl nicht, denn nach wie vor glotzt mich mein Computerbildschirm vorwurfsvoll an. So nach dem Motto: ‚Und? Kommt heute noch etwas von deiner Seite?‘
Nein. Wohl kaum.
Oder doch?
Ich tippe »Scheiße« als Titel des Dokuments ein.
Lächerlich.
Ich bin erwachsen. Also löschen.
Pah, ich könnte mich selbst erwürgen.
Ich schließe die Papyrus-Datei und öffne Google.

Ich halte irritiert inne. Was ist das hinter mir? Ein Schatten?
»Would you like to have another drink?«
Die Kellnerin lächelt freundlich.
»Yes, I’d like to. A cappuccino. Decaffeinated, please.«
Wenn nicht alles so dermaßen traurig wäre, würde ich exakt hier das Leben feiern.
Dafür gibt es sicher keinen besser Ort auf dieser blauen Kugel.
Dieses Luxusresort ist einfach ein Traum. Sogar dieses Café ist wie aus einem Bilderbuch: Auf Pfählen direkt ins Wasser gebaut. Das Holz-Rondeau ist über einen Steg vom Land aus zu erreichen. Hellbraune Korbmöbel, Lounge-Garnituren und Sofas mit weißen Auflagen. Innen ist alles in sanften Farben und Brauntönen gehalten und sehr gemütlich. Ich könnte sogar direkt von der Terrasse über Holzstufen ins türkisblaue, beinahe unnatürlich anmutende Meer gleiten.
Ja, das hier ist eine Trauminsel, zum Starren und Staunen, einfach unglaublich. Das gilt auch für meinen kleinen Bungalow und das Himmelbett.
Doch was nützt ein einladendes Bett, wenn ich mich alleine darin wälze? Hm. Schön ist mein Häuschen trotzdem. Alles in gediegenen Sand- und Erdtönen und ein supermodernes Bad. Viel Holz, viel Glas, alles zur Terrasse hin offen. Luxus pur.
So klein diese Insel auch ist, ich war trotzdem noch nicht in allen Cafés und Restaurants.

Doch ich surfe einfach nicht mehr auf der Welle des Glücks wie gestern und vorgestern. Man könnte sagen: Ich bin vom Surfbrett gefallen.

»Your cappuccino.«
»Thank you very much.«
Sieht gut aus.
Schmeckt auch so.
Hach. Ich brauch eine Idee, wie ich meine Depression wegschreiben kann. Eine andere Chance zur Heilung sehe ich nicht.
Wobei: Mir müsste zumindest einfallen, wie ich beginne.
Ein Arbeitstitel wäre da schon einmal ein Anfang.
Natürlich werde ich nicht darüber schreiben, was ich für Max tatsächlich fühle. Ich bin ja nicht blöd.
Schließlich kennt Edda als eine der wenigen mein Pseudonym. Das gilt auch für Max. Also muss ich meine Gefühle für ihn in eine neue Variante einer Cinderella-Story ummünzen. Und das soll es am Ende werden, denn dafür lieben mich meine Leserinnen. Ich sie aber auch, gerade weil wir gemeinsam der Meinung sind, dass ab und zu einfach ein Märchen notwendig ist.
Ohne wäre das Leben gar zu trostlos.
Und da soll mir keiner mit Feminismus oder so kommen. Ich bin durchaus emanzipiert.

Falsch.
Ich bin Männern absolut gleichgestellt. Das habe ich der Emanzipationsbewegung zu verdanken. Das weiß ich. Doch sie haben mir nichts zu tun übrig gelassen. Entschuldigung, aber für mein Geburtsjahr kann ich echt nichts. Für das Land, in das ich hineingeboren wurde, ebenso wenig.
Und davon zu träumen, dass mir eines Tages mein Traummann über den Weg läuft, wir uns verlieben, heiraten, kleine Zwerge in die Welt setzen und so weiter, … all das möchte ich trotzdem dürfen.
Doch das ist ohnehin hinfällig. Wie es aussieht, erleben all das nur andere. Ich nicht. Ich schreib bloß drüber. Über mysteriöse Männer, die etwas im Kopf haben, liebenswert und romantisch sind.
Uffh!
So wird das heute nichts mehr.
Hm. Aber ...
Das ist es! Ein wundervoller Buchtitel: Mister Mysterious.
Und nun?
Naja. Keine Ahnung.
Das nenne ich einen vielversprechenden Anfang. Der Erguss der letzten zwei Tage und heutigen drei Stunden: Zwei Wörter.
Das ist peinlich.
Ich sehe mich möglichst unauffällig um. Also der Typ da drüben ist zu dick, der vorne ist naja, vermutlich reich, aber nicht gerade schön anzusehen.
Fehlanzeige. Lauter Durchschnittstypen.
Kann man nichts machen. Keine Vorbilder für die Hauptrolle in meinem neuen Roman.

Im Moment fehlt mir gerade der zündende Funke. Die Inspiration. Wenn ich mit dem Tempo weitermache, schreibe ich die letzte Zeile mit hundert Jahren.
Auch okay. Dann kann ich immer noch aus dem Fenster steigen und eine Weltkarriere starten.
Ich muss lachen. Wenigstens etwas.
Egal. Heute geht eben nichts.

Ich schließe alle Programme und fahre den Computer herunter.
Der Rest des Kaffees ist kalt, dafür ist die Luft heiß.
Das Wasser sieht geradezu unecht aus. Wie durchsichtiges Plastik, sogar das Türkis wirkt unnatürlich kitschig.
Ich winke die Kellnerin zu mir.
Gut. Dann bezahle ich eben. Immerhin ein Anfang.

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Das ganze klingt doch sehr spannend oder? Wollt ihr nun wissen wie es weiter gehen wird? Dann kauft euch das eBook.

Kommentare:

  1. Schade, das es nur als Ebook gibt. Schon allein wegen dem Cover würde ich mir das Buch kaufen. Aber nicht als Ebook!

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    1. Schau mal, dass Buch gibt es auch als TB =)

      http://www.amazon.de/Ich-schreib-dich-einfach-weg/dp/3734727960/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1418290058&sr=8-3&keywords=ich+schreib+dich+weg

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