Donnerstag, 13. März 2014

[Autoren Interview] Ilka Hauck

Heute hat sich die sympatische Autorin Ilka Hauck die ich in dem tollen Forum BeautifulPassion kennengelernt habe zu mir auf das Interviewsofa gesetzt. Wir haben sehr nett zusammen geplaudert und das kam dabei raus:




Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

Antwort Ilka Hauck: Ich schreibe eigentlich schon, seit ich ein junges Mädchen war. Schon als Kind habe ich mir ständig Geschichten ausgedacht und diese meinen Eltern oder Verwandten erzählt. Das kam immer so ganz spontan, dass mir Ideen gekommen sind und die habe ich weitergesponnen wie Fäden. Meine Patentante ärgert sich noch heute, dass sie die Geschichten damals nicht aufgeschrieben hat.

Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Antwort Ilka Hauck: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn eigentlich liest nur mein Mann vorab meine Manuskripte. Insofern dann wohl er. Aber mein größter Kritiker bin ich selbst. Ich bin ziemlich perfektionistisch, was meine Geschichten angeht, finde immer etwas, was ich noch hätte besser oder anders machen können. So ähnlich wie beim Hausbau.

Bookdealer fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben oder schreibst du einfach
drauf los?

Antwort Ilka Hauck:  Nein, Rituale habe ich  da eigentlich keine. Wenn ich ein Dokument öffne, dann lese ich mich kurz ein, öffne auch noch mein Merkdokument und lege los. Wenn ich so richtig in Schreibstimmung bin, dann kann ich auch im größten Familientrubel wie unter einer Käseglocke sitzen und schreiben. An Tagen, an denen es allerdings nicht rund läuft, hilft mir manchmal, wenn ich mir ein Musikstück auf die Ohren setze, das das Gefühl der Szene, die ich beschreiben will, wiedergibt. Manchmal hilft aber auch einfach gar nichts und ich muss einsehen, dass es nicht so klappt, wie ich es gerne hätte.

Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?

Antwort Ilka Hauck: Das ist unterschiedlich. Allerdings gehen zumindest ein Hauptprotagonist und die Grundidee meist Hand in Hand daher. Es ist manchmal nur eine Kleinigkeit, die mein Kopfkino in Gang setzt. Ja, manchmal ist es eine Person, ein Lied, ein Film, irgendetwas. Dann kommen die ersten Ideen und werden meist umgehend aufgeschrieben. Dann beginnt die eigentliche Arbeit, nämlich aus einer Idee einen Plot basteln, der das Grundgerüst darstellt, ohne die ich nicht schreiben kann. Ich stelle mir das immer wie einen starken Stamm vor, aus dem dann mit der Zeit viele kleine Äste herauswachsen, die am Ende ein, hoffentlich, gutes Gesamtwerk ergeben.

Die Namen überlege ich mir schon sehr sorgfältig. Ein Name muss für mich zum äußeren Erscheinungsbild und zum Charakter einer Figur passen. Es gibt viele Namen, die ich schön finde, die aber nicht zu der Figur passen, die ich beschreiben möchte. Manchmal ist es gar nicht so einfach, einen Namen zu finden. Es passiert mir auch manchmal, dass ich einen Namen gerne doppelt vergeben möchte. Neulich habe ich z.B. in einem angefangenen Manuskript die weibliche Hauptfigur „umbenannt“, aus Amy wurde Grace, weil der Name irgendwie besser zu dem Mädchen passte. Und glaub mir, ich musste mich da ein paar Tage dran gewöhnen, es war als würde ich plötzlich über eine andere Person schreiben.

Bookdealer fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Antwort Ilka Hauck: Da kann ich eigentlich kein bestimmtes Buch  nennen, denn es gibt viele, die mich beeindruckt haben. Eines der letzten Bücher, das ich gelesen habe und wirklich faszinierend fand, war „Ich wünschte, ich könnte dich hassen“, von Lucy Christopher.  Die Autorin hat meinen vollsten Respekt für diese Geschichte. Mit dem wenigen, was ihr zur Verfügung stand, so eine Geschichte zu schreiben, das muss man erstmal können.

Bookdealer fragt:  Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderem Autor ein Buch zu schreiben?

Antwort Ilka Hauck: Ich glaube eher nicht. Ich denke, jeder Autor hat seine eigene Arbeitsweise, seinen Stil und seine Ideen.  Und da gehört sicher eine Menge an Kompromissbereitschaft und vor allem ähnlichen Vorlieben dazu, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Für mich wäre das vermutlich nichts.

Bookdealer fragt: Welcher deiner Charaktere ist dir besonders ans Herz gewachsen und welchen magst du überhaupt nicht?

Antwort Ilka Hauck: Das ist eine schwierige Frage, denn eigentlich sind sie mir alle ans Herz gewachsen. Man beschäftigt sich so lange mit einem Charakter, dass er für einen in der Phantasie fast real wird. Aber wenn ich einen wählen müsste, würde ich mich vermutlich für Niclas aus „Für immer, Emily“ entscheiden. Er hat mir beim Schreiben immer ganz besonders am Herzen gelegen. Wen ich gar nicht mag, kann ich eigentlich so gar nicht sagen, denn auch die „bösen“ Figuren haben ihre Reize. Wäre ich aber an Nics oder Emilys Stelle, wäre es natürlich Rocco, der mir graue Haare wachsen ließe.

Bookdealer fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es fertig geschrieben ist) ?

Antwort Ilka Hauck: Das kommt drauf an. An „Für immer, Emily“ habe ich ungefähr acht Monate lang geschrieben, inklusive Überarbeitung und auch Phasen, in denen mal nichts voranging. Am „Herzenslicht“ gerade mal eine knappe Woche. Wobei die Seitenzahl der beiden Bücher natürlich weit auseinanderklafft.  An meinem momentanen Manuskript schreibe ich nun seit ungefähr drei Wochen und hoffe, in vielleicht zwei bis drei Monaten damit fertig zu sein.

Bookdealer fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?

Antwort Ilka Hauck: Noch vor einigen Monaten war ich überzeugter Buchverfechter, war der Meinung, mit einem E-Bookreader nichts anfangen zu können. Das Buchgefühl zu vermissen. Dann habe ich mir einen Reader zugelegt und ja, was soll ich sagen? Inzwischen lese ich fast ausschließlich E-Books. Es hat für mich schon viele Vorteile. Ich kann überall und jederzeit lesen, brauche kein extra Licht. Kann im Bett noch lesen, ohne meinen Mann zu nerven. Und ich kann mir die Buchstabengröße so einstellen, dass ich damit keine Probleme habe. Ich bräuchte nämlich wirklich mal eine neue Brille.

 Bookdealer: Was gehört für dich zu einem gemütlichen Leseabend dazu?

Antwort Ilka Hauck: Nicht viel. Mein Reader, eine spannende Geschichte und Ruhe. Dazu noch eine Tasse Tee oder ein schönes, kühles Getränk. Und unsere vier Katzen, die sich um mich herumplatzieren. Katzen strahlen so eine gelassene Ruhe aus, das mag ich sehr gerne.

Bookdealer fragt: Welche Buchverfilmung hast du zuletzt gesehen oder schaust du dir so was nicht an?

Antwort Ilka Hauck: Doch, gerade vor zwei Wochen habe ich „Save Haven – Wie ein Licht in der Nacht“ von Nicholas Sparks gesehen. Der Film hat mir gut gefallen, wobei ich das Buch bis jetzt aber leider noch nicht kenne.

Bookdealer fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt immer so?

Antwort Ilka Hauck: Leider hatte ich bis jetzt keine Gelegenheit, eine Buchmesse zu besuchen. Aber Frankfurt steht fest auf meiner „To do Liste“. Da möchte ich sehr gerne einmal hin.

Bookdealer fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?

Antwort Ilka Hauck: Sehr wichtig. Ich höre gerne, was die Leute zu sagen haben. Was ihnen gefällt, oder sie nicht so gut fanden an einer Geschichte. Leider habe ich im Moment noch keine eigene Homepage, aber da bin ich dran. Damit ich meine Leser auch immer auf dem Laufenden halten kann und mich die Leute kontaktieren können.

Bookdealer fragt: Gehst du auch zu Lesungen von Kollegen, oder hast du da die Zeit nicht mehr so dazu? Und Gibt es einen Autoren den du unbedingt mal treffen möchtest?

Antwort Ilka Hauck: Ich war schon ewig nicht mehr auf einer Lesung, ehrlich gesagt. Vermutlich auch, weil es hier in der Gegend, in der ich wohne, jetzt nicht so viele davon gibt. Aber prinzipiell würde ich das schon gerne mal wieder machen.  Und ja, ich würde sehr gerne einmal Sebastian Fitzek treffen. Obwohl ich selbst ein ganz anderes Genre bediene, bin ich großer Fan von ihm und seinen Büchern.

Bookdealer fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch den du dir noch erfüllen möchtest ?

Antwort Ilka Hauck: Mein großer Wunsch ist es, weiterhin Bücher zu schreiben, die den Menschen Freude schenken. Ihnen vielleicht nach einem anstrengenden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Menschen Geschichten zu schenken, in denen sie sich verlieren und dem Alltag einen Moment lang entfliehen können, das ist mit das Schönste, was ich mir für mich vorstellen kann.
Und ich möchte sehr gerne einmal einen tollen Schottlandurlaub machen. Das wäre ein Herzenswunsch.

Herzlichen Dank liebe Ilka für das kleine Interview das du mir gegeben hast.



Kommentare:

  1. Tolles Interview! Da fällt mir wieder ein, dass ich noch unbedingt dein Buch lesen muss :) ! Liebe Grüße, Tascha

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  2. Klasse Interview. Ich hoffe dein Wunsch nach einem Schottland Urlaub geht in Erfüllung.
    Nette Grüße Sandra

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