Mittwoch, 4. September 2013

Leser fragen, Autorin Iris Deitermann antwortet

Im Rahmen von unserer Blogtour "Der Tintenschnüffler & die Weltenweber" konntet ihr der Autorin Fragen stellen und diese wurden nun beantwortet. Einen herzlichen Dank an die liebe Iris.


1) Welcher Charakter ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen?
Das ist eine wirklich schwere Frage, denn von einem einzelnen Charakter, der einem ans Herz gewachsen ist, kann man gar nicht sprechen. Alle haben ihre liebenswerten Seiten und sind mittlerweile ein Teil von mir. Tintonius hat natürlich einen besonderen Stellenwert, nicht nur, weil er Hauptprotagonist ist, sondern weil er einfach ständig präsent ist... Sooooo viele leere Kugelschreiber, Tintenpatronen und Tintenfässer wie bei mir, gibt es sicherlich sonst nirgendwo ;)




2) Wie sieht Ihr Alltag als Autorin aus?
Wenn ich erst einmal in einem Schreibfluss bin, sieht der Alltag als Autorin wahrscheinlich genau so aus, wie man es sich oft vorstellt. Ich sitze vor meinem Laptop, eine Flasche Wasser neben mir, und tippe vor mich hin, was ich auf kleinen Notizzetteln als Storyline bereits festgelegt habe. Der größte Aufwand entsteht vor und nach dem Schreiben. Vor dem Schreiben muss man sich sehr viele Gedanken darüber machen, wohin die Geschichte gehen soll, welche Figuren auftauchen, welche Eigenschaften sie haben etc. Und wenn man sie geschrieben hat, folgt die ganze Nacharbeit, die zum einen selbst erfolgt und anschließend meine Lektorin auf den Plan ruft. Nebenei halte ich Absprachen mit meinem Illustrator, denn Welwenia braucht seine bunten Bewohner :)

3) Lassen Sie Ihre Charaktere und Handlungsstränge, solange das Buch noch in Arbeit ist, überhaupt los oder springen Sie plötzlich aus der Dusche, weil Ihnen noch eine ganz wichtige Veränderung eingefallen ist?
Manchmal ist es tatsächlich so, dass einem in den unmöglichsten Momenten noch Veränderungen oder Ideen einfallen, die einfach SOFORT aufs Papier müssen. Dann kann ich wirklich nicht warten, bis die Spülung eingezogen ist, sondern ziehe flugs ein Stück Papier heran, um mir mit ein oder zwei Stichworten aufzuschreiben, woran ich später noch arbeiten muss. Man mag es kaum glauben, aber es kommt so oft vor,
dass man seine Ideen eine halbe Stunde später wieder vergessen hat, dass man sich solche Dinge einfach angewöhnt, damit sowas nicht mehr passiert.

4) Was tun Sie gegen eine Schreibblockade?
Das, was man dagegen tun kann: gar nichts. Ich beschäftige mich mit anderen Dingen, um den Kopf frei zu bekommen, da ich in solchen Momenten möglichst nicht weiter an die Geschichte und meine Charaktere denken sollte. Vielleicht lese ich ein Buch, gehe an die frische Luft oder kümmere mich um den Haushalt, bis es wieder weitergeht.

5) Zeichnen Sie selbst gerne?
Ich würde wahrscheinlich gerne zeichnen, wenn ich es könnte. Leider gehöre ich zu den Menschen, deren Bilder einfach immer so aussehen, als hätte sie ein Kind gemalt. Ich passe besser zu den Buchstaben als zu den Zeichnungen :)

6) Wann haben Sie angefangen zu schreiben?
Angefangen zu schreiben habe ich schon sehr früh. Ab dem Moment, in dem ich wirklich schreiben konnte, habe ich alle möglichen Geschichten geschrieben. Erst mit einer Online-Plattform vor einigen Jahren allerdings, habe ich meine Geschichten anderen zugänglich gemacht und letztlich auch zu meinem Schreibgenre gefunden. Für Kinder zu schreiben, macht mich einfach glücklich.

7) Ist es nicht sehr schwer in der heutigen Zeit überhaupt einen Verlag für sein Buch zu finden?
Ich denke, dass es mit Sicherheit nicht gerade einfach ist einen Verlag zu finden, der den Autor nicht dazu verpflichtet, selbst für das Buch aufzukommen. Denn im Grunde genommen kann heute jeder veröffentlichen, was er zuhause schreibt. Bei den großen Verlagen ist natürlich die Konkurrenz untereinander sehr groß, aber wer Ausdauer hat, den Mut, seine Geschichten zu verändern und motiviert ist, immer wieder etwas Neues zu lernen, wird mit Sicherheit irgendwann einen "echten" Verlag mit seinem Werk auf sich aufmerksam machen.

8) Welche Gefühle hatten Sie als sie Ihr Buch zum ersten Mal in einer Buchladen entdeckt haben?
Ehrlich gesagt fühlte ich mich ein wenig wie in Watte gepackt. Es war so unwirklich, dass ich es im ersten Moment gar nicht wirklich realisieren konnte. Ich habe mich natürlich gefreut und war sehr aufgeregt, aber was das bedeutet wurde mir erst später an diesem Tag klar. Wenn man so lange an etwas gearbeitet hat, ist es ganz seltsam, es plötzlich fertig vor sich liegen zu haben und zu wissen, dass es dort draußen Menschen geben wird, die dein Buch lesen werden :)

9) Die Figuren sind herzallerliebst und auch in der Wesensart, gibt es da möglicherweise bestimmte Vorbilder im Familien/Freundeskreis?
Ich würde diese Frage jetzt mit "nein" beantworten, kann mich aber mit Sicherheit nicht davon freisprechen, dass man Dinge übernimmt, die man aus der vertrauten Umgebung kennt. Die Charaktereigenschaften Menschen aus meinem Umkreis zuzuordnen, würde mir jedoch schwer fallen.

10) Wie bist du auf den Tintenschnüffler gekommen?
Der ein oder andere denkt wahrscheinlich, dass man sich als Autor wirklich immer hinsetzt und darüber nachdenkt, was man als nächstes schreiben könnte, worum es gehen soll und welche Figuren ihren Platz in der nächsten Geschichte finden. Das ist aber gar nicht so. Oft kommen die Figuren zum Autor, der sie ein Abenteuer erleben lässt, dass sie dir klammheimlich ins Ohr flüstern. Der Tintenschnüffler zum Beispiel war plötzlich einfach da und vermisste seine Menschenfreundin Emily. Schon entspann sich das Abenteuer rund um ihn und die Weltenweber, ohne, dass ich Einfluss darauf hätte nehmen können.




11) Warum gibt es Primelchen?
Primelchen ist ein Charakter, den es schon lange vor dem Tintenschnüffler gab. Mein Illustrator Marcel Hampel zeichnete eines Tages ein kleines Wesen mit Blumen auf dem Kopf, das diesen Namen von mir erhielt und später einfach einen Platz in meiner Geschichte haben musste. Ich war verliebt in das erste Bild, ihr ganzes Wesen und ihr liebenswertes Lächeln.




12) Wie bist du auf die Schneeflockenausschneidefabrik gekommen?
Die Schneeflockenausschneidefabrik ist ein Ort, den ich einfach selbst gerne einmal besuchen würde. Tanzende Schneeflocken im Winter, Eisblumen an den Fenstern - das sind Bilder, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Einfach nur zu glauben, dass dafür dicke Wolken am Himmel verantwortlich sein sollen, wäre doch der pure Wahnsinn. Die Schneeflockenausschneider sind ganz schön empört über diese Menschentheorie, die das zauberhafte Wesen dieses Naturphänomens so einfach erscheinen lässt. Ich brauchte die Schneeflockenausschneidefabrik also gar nicht erfinden - sie ist einfach da.



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