Sonntag, 7. Juli 2013

[Autoren Interview] Petra Schier

Die sympatische Autorin Petra Schier hat sich bereit erklärt meinem Blog ein Interview zu geben, welches ihr nun hier zulesen bekommt:


Foto © Uschi Blech 


Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen? 

Die typische Frage zu Beginn eines Interviews! *lach* Wie vermutlich die meisten Autoren bin ich durchs Lesen zum Schreiben gekommen. Schon als Kind habe ich alles verschlungen, was mir an Büchern unter die Nase kam. Mit 11 bekam ich dann mein erstes Tagebuch geschenkt, da fing ich dann auch schon an, erste Geschichten zu verfassen. 

Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker? 

Ich fürchte, da kann ich gar niemanden nennen, denn Familie und Freunde sind irgendwie alles auch Fans. J Außerdem gebe ich meine Manuskripte vor der Veröffentlichung niemand anderem als meiner Lektorin, also ist sie vermutlich meine schärfste Kritikerin. Wobei sich auch das glücklicherweise sehr in Grenzen hält. Wir sind einfach auf einer Wellenlänge.
Wenn es ums Antreiben geht, steht allerdings mein Mann an vorderster Stelle. 

Bookdealer fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
Nein, Rituale vor dem Schreiben gibt es bei mir nicht. Wenn überhaupt, ist das Schreiben selbst ein Ritual: 5 Tage die Woche, 5 bis 10 Seiten pro Tag, egal wie lange es dauert. Natürlich gibt es auch bei mir komplett schreibfreie Zeiten, aber wenn ich an einem Manuskript arbeite, bemühe ich mich sehr um strikte Disziplin. Andernfalls würde ich auch niemals so viele Bücher pro Jahr fertigstellen können. 

Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter? 

Zur ersten Frage: Das ist unterschiedlich. Manchmal steht die Geschichte am Anfang, manchmal auch nur eine bestimmte Szene daraus. Ein andermal habe ich eine Figur im Kopf, für die ich dann eine Geschichte (er)finden muss.
Die Namen der Figuren kommen sehr oft einfach so über mich. Es kommt aber auch vor, dass ich das Internet oder sogar mein Heiligenlexikon nach passenden Namen durchsuche. Die Entscheidung für DEN Namen fälle ich dann gefühlsmäßig. Er muss einfach zur Figur passen. 

Bookdealer fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 

Ganz klar „Die Stimme“ von Judith Merkle Riley. Es war nämlich dieser wunderschöne historische Roman, der in mir den Wunsch ausgelöst hat, selbst historische Romane zu schreiben. Die Fortsetzungen und übrigen Romane der leider inzwischen verstorbenen Autorin habe ich mir ebenfalls zugelegt und mit großer Freude gelesen.
Außerdem „Madita“ von Astrid Lindgren, denn das war das Buch, das mich ursprünglich überhaupt erst zum Lesen animiert hat. Die damalige Ausgabe besitze ich noch und hüte sie wie einen Schatz. Den o. g. Roman habe ich inzwischen in einer vom vielen vielen Lesen zerfledderten Taschenbuchausgabe sowie (zufällig ergattert) als Hardcover. 

Bookdealer fragt: Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autor ein Buch zusammen zu schreiben? 

Ehrlich gesagt nein. Ich bin kein Teamplayer, was das Schreiben angeht, sondern möchte meine Ideen lieber selbst umsetzen, ohne mich mit einem Kollegen arrangieren zu müssen. 

Bookdealer fragt: Hast du Einfluss auf die Covergestaltung deiner Bücher? 

Kaum bis keine. Ich darf zwar meinen Senf dazugeben, aber in den seltensten Fällen führt das dazu, dass der Verlag noch einmal etwas ändert. Anders ist es nur bei den Titeln, die ich verlagsunabhängig veröffentliche. Da arbeite ich eng mit meiner Grafikerin zusammen, und ein paar Covers habe ich sogar auch schon selbst entworfen. 

Bookdealer fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es geschrieben ist & du es dann frisch gedruckt in den Händen halten kannst)? 


Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten, denn zu jedem Buch variiert die Zeit und hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zum Beispiel kommt ja noch die Recherche dazu, und da ist der Zeitumfang total unterschiedlich. Für eine Serie oder Reihe muss man meist nur den ersten Band extrem ausführlich recherchieren. Danach hat man die Grunddaten zu Epoche, Lebensumständen und Figuren beisammen und kann sich für die Folgebände auf die jeweiligen Details der
Geschichte konzentrieren. Bei Einzeltiteln, die ggf. noch in einer anderen Epoche angesiedelt sind, sieht es da dann wieder anders aus. Überhaupt bringt ein Epochenwechsel immer viel zusätzliche Recherchearbeit mit sich.
Wieder ganz anders sieht es bei romantischen Weihnachtsgeschichten aus, denn da entfällt meist die Recherche oder beschränkt sich auf ein Minimum.
Grundsätzlich kann eine Recherche zwischen drei Monaten und einem Jahr (in seltenen Fällen noch länger) dauern. Während dieser Zeit schreibe ich aber in der Regel parallel an einem anderen Buch.
Die reine Schreibzeit für einen Roman von 350 Seiten kann man bei mir auf 3 bis 5 Monate festsetzen, umfangreichere Werke dauern entsprechend länger. Bis es das Buch dann im Handel zu kaufen gibt, dauert es wiederum unterschiedlich lange. Meist ist die Zeit vom Vertragsabschluss bis zum Erscheinen eines Buches etwa ein bis anderthalb Jahre. Aber wenn man gleichzeitig mehrere Verträge für Bücher abschließt, die hintereinander erscheinen sollen, sieht es schon wieder anders aus. Du siehst, eine ganz schwer zu beantwortende Frage. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht noch mehr Verwirrung gestiftet. 

Bookdealer fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber Ebooks und welches Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht? 

Ich lese sowohl gedruckte Bücher als auch eBooks. Letztere allerdings immer öfter. Ich liebe meinen Kindle! 
Ich lese sehr gerne Liebesromane und Romantic Suspense (à la Nora Roberts), aber auch ausgewählte historische Romane und ansonsten alles, was mir interessant und spannend vorkommt. Fantasy und klassische Krimis eher selten und die ganz blutigen Thriller sind auch nicht ganz so meins. Aber ich würde nie ein Genre grundsätzlich ausschließen, denn überall bin ich schon positiv überrascht worden. 

Bookdealer fragt: Du schreibst ja in mehreren Bereichen Bücher, wo fühlst du dich am wohlsten? 

Eigentlich in jedem. Jedes Genre, das ich derzeit bediene (historisch, Krimi, Liebesroman), hat etwas Besonderes für sich, und ich möchte auch andere Genres für die Zukunft nicht ausschließen. Ich schreibe meine Geschichten nicht, weil sie zu einem bestimmten Genre gehören, sondern weil ich sie für wichtig und spannend halte und gerne in Worte fassen und damit euch LeserInnen erfreuen möchte. Außerdem gibt es bei mir ja auch immer irgendwie Überschneidungen der einzelnen Genres, vermutlich fühle ich mich deshalb überall gleich wohl. 

Bookdealer fragt: Da du ja viele historische Romane schreibst, und auch deine Lesungen in den passenden Kostümen veranstaltest, nun die Frage: Hättest du auch gern in einer früheren Zeit gern gelebt? Wenn ja ich welcher & warum? 

Ich glaube nicht. Vielleicht würde ich via Zeitmaschine gerne mal die verschiedenen Epochen besuchen, aber ganz dort leben? Nein, dazu genieße ich zu sehr die Annehmlichkeiten unseres Jahrhunderts. 

Bookdealer fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt immer so? 

In den vergangenen 8 Jahren war ich immer auf der Frankfurter Buchmesse. Oft an allen Tagen, weil ich für einen kleinen Verlag, für den ich nebenbei lektoriere, Standdienst gemacht habe. Manchmal aber auch nur ein, zwei Tage. Ich liebe die Buchmesse und fühle mich mittlerweile dort absolut zu Hause. Es ist auch immer wieder schön, dort Kollegen zu treffen, mit „meinen“ Verlagsleuten zu plaudern usw. Auch dieses Jahr werde ich wieder an voraussichtlich zwei Tagen auf der Frankfurter Buchmesse anzutreffen sein. Wann genau steht aber noch nicht fest. 

Bookdealer fragt: Ist dir schon mal auf einer Lesung was Peinliches passiert? Und was war das lustigste, was du erlebt hattest? 

Das Lustigste? Keine Ahnung. Zwar sind meine Lesungen immer nett und es wird auch oft gelacht, aber etwas Hervorstechendes fällt mir nicht ein. Das Peinlichste war eine Lesung, die ich total vergessen hatte, was mir erst am Morgen der Lesung (sollte in einer Schule sein) eingefallen ist. Ich war am Wochenende vorher krank und hatte das überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Zum Glück war die Schule kulant und wir haben die Lesung einfach um ein paar Tage verschoben. Das Ganze hat aber auch etwas sehr Positives mit sich gebracht, denn seitdem bin ich mit einer Mitarbeiterin der Schulbibliothek, die gleichzeitig auch Autorin ist, gut befreundet.

Bookdealer fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen möchtest? 

Nur einen? Ich glaube, der Platz für meine Wünsche und Pläne fehlt hier bzw. eine Liste würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. *lach*
Auf jeden Fall wünsche ich mir, noch viele viele schöne, spannende Bücher schreiben zu können, denn das ist einfach einer der wichtigsten Bereiche meines Lebens und meiner Persönlichkeit. 

Vielen herzlichen Dank liebe Petra, das du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu geben. 

Ich danke dir, liebe Verena, für die Gelegenheit, deine Fragen beantworten zu dürfen. Dir ebenso wie den Leserinnen und Lesern deines Blogs wünsche ich alles erdenklich Gute für die Zukunft!





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