Sonntag, 28. Juli 2013

[Autoren Interview] Nikola Hotel

Die sympatische Autorin Nikola Hotel hat sich bereit erklärt auch meinem Blog ein Interview zu geben, welches ihr nun hier lesen könnt:


Bookdealer: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

Nikola Hotel: Daran kann ich mich nicht so genau errinnern, denn ich habe schon Geschichten gesponnen, als ich noch nicht schreiben konnte. In der Grundschule habe ich dann die ersten davon aufgeschrieben. Es gibt also keine Zeit in meinem Leben, in der ich nicht geschrieben habe.

Bookdealer: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Nikola Hotel: In der Familie ist ein Kritiker eher schwer zu finden. Meine größten Kritiker sind deshalb meine Autorenkollegen. Sie geben mir das differenzierte Feedback, das ich brauche, um ein Buch besser zu machen.

Bookdealer: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?

Nikola Hotel: Richtige Rituale sind das nicht, denn ich schreibe nicht geregelt von 8.00 bis 16.00, sondern bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass ich mir den Wecker auf halb fünf stelle, um im Morgengrauen die Ruhe auszunutzen. Was ich auf jeden Fall zum Schreiben brauche, ist Kaffee und Musik. Ohne Musik läuft gar nichts.

Bookdealer: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere »einfach so« ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?

Nikola Hotel: Die Charaktere kommen immer zuerst. Ich schreibe nicht storyorientiert, sondern charakterbasiert. Die Helden sagen mir dann schon, wie und wo es langgeht und übernehmen die Handlung. Da ich nicht streng plotte, ist das auch kein Problem. Es gibt eine Grundidee, einen Kessel mit siedendem Wasser, in den ich meine Helden hineinwerfe, und dann schaue ich zu, was sie dort anstellen. So ist es für mich auch viel spanndender, weil ich selbst noch nicht weiß, wohin mich das Ganze führt. Was die Namen angeht, so mache ich mir sehr viele Gedanken darüber. Sie haben immer einer Bedeutung, wenn auch nicht unbedingt eine Symbolik. In einer Komödie ist das auch nicht angebracht, aber in meinem Fantasyroman ist es natürlich wunderbar, wenn z. B. der Held Alexej (Alexander) heißt, was so viel bedeutet wie »der Beschützer«.

Bookdealer: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Nikola Hotel: Da gibt es natürlich nicht nur eins. Aber da ich besonders gerne historische Romane lese, sind es eher solche, die mich längerfristig fesseln. Wenn dann auch noch Humor mit im Spiel ist, dann ist die Mischung perfekt. Eines meiner liebsten Bücher ist deshalb »Das Erlkönig-Manöver« von Robert Löhr. Er schreibt Sätze, die ich mir auf der Zunge zergehen lasse, die ich immer und immer wieder in meinem Ohr zum Klingen bringen möchte. Und ich bin ein großer Fan von Helga Glaesener, Andrea Schacht und Tanja Kinkel.

Bookdealer: Könntest du dir auch vorstellen, mit einem anderen Autor ein Buch zusammen zu schreiben?

Nikola Hotel: Ja. Ich habe unglaublich tolle, nette, kreative und leicht verrückte Kollegen, mit denen ich jederzeit ein gemeinsames Projekt starten würde.

Bookdealer: Deine Buchcover sind ja sehr schön gestaltet, hast du die selber entworfen oder hattest du Hilfe dabei?

Nikola Hotel: Beides. Zurzeit entwerfe ich sie selbst, aber ich habe fachkundige Hilfe bei den Feinarbeiten. In Zukunft möchte ich das Coverdesign aber gerne ganz in Profihände geben, weil ich die Zeit, die ich dafür brauche, lieber ins Schreiben investieren möchte.

Bookdealer: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es geschrieben ist)?

Nikola Hotel: Je nach Umfang vier bis sechs Monate für die Rohfassung. Die Überarbeitung kann aber unter Umständen noch einmal so lange dauern.

Bookdealer: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber E-Books, und welche Genres liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?

Nikola Hotel: Bei Romanen lese ich lieber E-Books, aber das sind für mich auch »richtige« Bücher. Die schnelle Verfügbarkeit ist einfach unschlagbar, und ich muss nachts beim Lesen kein Licht anschalten, wofür mein Liebster dann sehr dankbar ist. Bei Sachbüchern ist das etwas ganz anderes, da bevorzuge ich die Printausgabe, weil ich mir einen besseren Überblick verschaffen kann, wenn ich das Buch haptisch begreifen kann.

Was die Genres angeht, bevorzuge ich historische Romane, Liebesromane und Komödien. Ab und an lese ich Krimis, aber Thriller sind nichts für mich. Auch für High-Fantasy kann ich mich leider gar nicht begeistern. Am meisten lese ich jedoch Sachbücher zur Recherche, und dabei habe ich oft genauso viel Spaß wie bei einem Roman.

Bookdealer: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine in Planung? Wenn ja, wie fandest du die Buchmessen bis jetzt immer so?

Nikola Hotel: Meine erste Buchmesse war die in Leipzig 2013, auf die ich eingeladen wurde, weil ich mit meinem Debüt »Rabenblut drängt« einen Preis gewonnen hatte. Das war natürlich ein sehr schönes Erlebnis. Abseits des Rummels finde ich es aber am schönsten, Kollegen zu treffen, weshalb ich auch diesen Herbst nach Frankfurt fahren werde.

Bookdealer: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?

Nikola Hotel: Sehr wichtig, denn ich lechze danach, ehrliches Feedback zu erhalten. Über Facebook ergibt sich heute ganz ungezwungen die Möglichkeit mit vielen Autoren, Lesern und Bloggern zu kommunizieren. Sehr oft retten mir nette Nachrichten einen schlechten Tag, oder bringen mich auf grandiose neue Ideen. Als unabhängige Autorin kann ich diese Ideen sofort aufgreifen und weiterentwickeln, das ist ein wunderbares Geben und Nehmen. Leserwünsche nehme ich sehr ernst und versuche auch, sie zu verwirklichen.

Bookdealer: Was hältst du von den Blogtouren, die im Moment so beliebt sind? Sprich wenn Blogger, Autoren & deren Bücher bekannter machen.

Nikola Hotel: Blogtouren sind eine spannende Möglichkeit, viele Facetten eines Romans zu beleuchten. Das Buch wird durch den Blogger und Leser erweitert. Man erfährt etwas über die Hintergründe, Inspirationen und Leidenschaften des Autors, und die Geschichte gibt dem Leser dann mehr als den bloßen Buchtext. Ich wäre jederzeit offen für Blogtouren, habe aber momentan keine geplant.

Bookdealer: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen möchtest?

Nikola Hotel: In Bezug auf das Schreiben kann ich das nicht beantworten, weil meine Wünsche da sehr wankelmütig sind. Was das Privatleben angeht, wäre es toll, mehr Reisen zu können. Vor allem zu meinen Roman-Schauplätzen. Jetzt, wo meine Jungs nicht mehr ganz so klein sind, ist das auch gar nicht mehr so unrealistisch.

Vielen herzlichen Dank liebe Nikola, dass du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu geben.


Die Bücher der Autorin: 
~Rabenblut drängt 
~Fernsehköche küsst man nicht 
 
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