Samstag, 20. Juli 2013

[Autoren Interview] Antje Szillat

Die sympatische autorin Antje Szillat hat sich bereit erklärt meinem Blog ein Interview zu geben.
Was dabei heraus kam, könnt ihr nun selber lesen:

  Das Copyright liegt bei der Autorin


Bookdealer fragt:  Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?


Ich war ungefähr acht Jahre alt und habe Bücher über alles geliebt. Damals hatte es mir ganz besonders eine Pferdebuchreihe namens „Britta“ angetan. Doch ich merkte schnell, dass mir „nur“ lesen zu wenig war. Ich wollte selber schreiben, Geschichten erfinden, meiner Fantasie freien Lauf lassen. Also schriebe ich, nachdem die Autorin der Reihe nach Band 7. oder 8. (so genau weiß ich das nicht mehr) mit „Britta“ aufhörte, meinen eigenen Band. Okay, er wurde nie fertig, aber damals wusste ich, dass ich später einmal Schriftstellerin werden wollte. Es hat dann allerdings fast dreißig Jahre gedauert, eh ich mich erinnert habe und wieder mit dem Schreiben anfing. Dann ging es jedoch rasant vorwärts ;-).



Bookdealer fragt:  Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Hmmm, das ist eine schwere Frage. Ich würde mal sagen, meine beiden jüngeren Kinder, denn wenn ich denen etwas vorlese und sie rutschen ungeduldig auf dem Stuhl herum, so nach dem Motto: Hoffentlich ist die bald fertig!, dann weiß ich, das war nichts. Das kannst du direkt löschen und neu schreiben.
  

Bookdealer fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
 
Nein! Null! Absolut nichts! Ich hätte sie gerne. Ganz bestimmt ist das so! Ich lese immer von anderen, die teilweise einen halben Altar zu einem neuen Projekt aufgebaut haben. Oder eine ganz bestimmte Teesorte für den ersten Satz benötigen. Oder eine Kekssorte, Musik oder nur mit dem Bleistift schreiben oder … Bei mir ist das alles Fehlanzeige. Ich setzte mich an den Schreibtisch, klappe mein Lappi auf und lege los. Total unspektakulär und langweilig. Menno …


Bookdealer fragt:  Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und  bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?

Wieder eine schwere Frage, weil ich sie nicht klar beantworten kann. Es ist nämlich immer unterschiedlich. Manchmal ist da erst eine Story und dann fallen mir die Charaktere dazu ein. Dann ist da plötzlich eine Figur, die mir in den Sinn kommt, und um die ich eine Geschichte herumspinne. Oftmals ist es ein Ort, ein Haus, ein alter Baum, nur der Hauch eines Moments und plötzlich beginnt es in meinem Kopf zu rattern.
Was die Namen betrifft, so ist das bestimmt einer der Punkte beim Schreiben, über den ich am längsten grübele. Namen sind für mich ungemein wichtig und deshalb müssen sie für mich perfekt sein. Wenn ein Protagonist erst seinen Namen von mir verpasst bekommen hat, dann wird er real für mich.
 

Bookdealer fragt:  Wie ist es zu der Entstehung von „Die Tiefen deines Herzens“  gekommen?

Das ist eine „uralte“ Story, die mir sooo lange durch den Kopf gegeistert ist und nach und nach Form angenommen hat. Ich verbinde mit dieser Geschichte sehr viel persönliches, nichts davon ist authentisch, aber ich habe Charaktere geschaffen, die ich ein wenig meiner eigenen Vergangenheit abgeguckt habe. Auch wenn die Story rein fiktiv ist, so ist sie beim Schreiben für mich unfassbar real geworden. Manchmal wusste ich nicht mehr, ob ich nur eine Geschichte erzähle oder ob das tatsächlich alles so passiert ist. Ich liebe dieses Buch – sehr. Es ist mein größter Schatz.


Bookdealer fragt:  Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Nicht lachen! Nicht tun! Wobei, ich denke, es geht einigen anderen auch so. Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war (also vor ungefähr 18 Jahren), da habe ich ein Buch gelesen mit dem Titel „Der Pferdeflüsterer“ (lange bevor Robert Redford einen Film daraus gemacht hat;-)). Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer, großer Pferdefan bin, daher war sowieso klar, dass das Buch meins sein könnte. Doch dann hat es mich so umgehauen. Ich weiß es noch ganz genau. Der Unfall. Die Szene, als die beiden Mädchen von dem LKW erfasst werden – OMG – ich glaube, ich habe in meinen ganzen Leben nie wieder bei einem Buch so geheult. Und dann das Ende (im Buch – im Film gibt es ja ein happy End). Hölle!!! Mein Mann war so besorgt, er dachte, bei mir würden vorzeitig die Wehen einsetzen, so von der Rolle war ich. Ein ganz, ganz wunderbares Buch. Ich liebe es. Dann gibt es da noch so einen Thriller von Stephen King – „Misery“. Das Buch ist der Burner – Hammerszene, als der schwerverletzte Schriftsteller versucht, an die Haarnadel heranzukommen. Drei, vier, fünf Seiten Spannung pur. Aber es gibt so einige Bücher, an die ich heute noch denke …

Bookdealer fragt:  Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch zusammen zu schreiben? 

Hab ich schon (Stefan Gemmel und ich „Die Lesepioniere – ein Sachbuch, Heidemarie Brosche und ich „Wie der Löwe ins Kinderbuch flog“ – als Herausgeberinnen).
Demnächst werde ich aber einen Roman mit einer Kollegin oder sogar zwei Kollegen oder doch nur einer Kollegin oder … na ja, lass dich einfach überraschen ;-) zusammen schreiben. Superspannendes Projekt!


Bookdealer fragt:  Hast du Einfluss bei der Covergestaltung deiner Bücher? Denn gerade „Solange du schläfst“ und „Die Tiefen deines Herzens“ finde ich wunderschön gestaltet.

Nicht wirklich. Ich werde schon gefragt und könnte auch sagen: Nein, bloß nicht, wie gruselig! Aber da es gerade bei Coppenrath immer so wunderwunderschöne Covers werden, hab ich selten was zu meckern.


Bookdealer fragt:  Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber e-books und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?

NUR RICHTIGE BÜCHER. Ich habe nicht einmal einen Reader und werde mir wohl auch keinen zulegen – in naher Zukunft. Ich sitze so viel am PC und lese selbstverständlich auch, da brauche ich ein echtes Buch in den Händen. Außerdem bin ich ein Buchfan. Und ich hoffe sehr, dass es vielen, vielen ganz genauso geht. Was soll denn bitteschön demnächst in den vielen wunderbaren Bücherregalen stehen, wenn wir alle nur noch mit so einem Reader herumrennen? Nö, ich bin (Papier)Buchfan und bleibe es auch!


Bookdealer fragt:  Wie sieht bei dir ein typischer Sonntag denn so aus?

Früh aufstehen, ich bin leider kein Langschläfer, werde immer früh wach und habe dann auch keine Lust, im Bett liegenzubleiben. Dann mache ich Frühstück und wecke alle (die mich dafür verdammen, weil sie alle Langschläfer sind ;-)) und zwinge sie, mit mir zu frühstücken. Danach besprechen wir unseren Tag. Der verläuft dann ganz unterschiedlich, meisten ein bisschen Sport (mein Mann – voll der Sportfreak – argh!!!), während die Mädels und ich zu den Pferden fahren und reiten. Spätes gemeinsames Mittagessen, ´ne Runde mit den Hunden, faulenzen, abends dann immer Tatort gucken (außer den Österreicher und den Saarländer, die ertrage ich nicht ;-) – also die Kommissare …). Dann ab ins Bett und denken, Mist, morgen ist schon wieder Montag.


Bookdealer fragt: Gibt es noch einen Wunsch den du dir in deinem Leben unbedingt erfüllen möchtest? Egal ob jetzt beruflich oder privat?

Hach … wo soll ich anfangen? Die Liste ist laaaang … Nein, mal im Ernst, ich bin ziemlich glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Ich habe vier wunderbare Kinder, einen ziemlich okayen Ehemannn ;-) und einige gute Freunde. Ich mache meinen Traumjob und ich habe all das, was ich mir als Kind gewünscht habe. Eigentlich soll es nur so bleiben, wie es ist – und ja, ich wünsche mir sehr, sehr, dass wir alle Gesund bleiben. Gesundheit ist das allerwichtigste. Aber wenn ich mir darüber hinaus noch einen Wunsch erfüllen könnte (was richtig Materielles), dann wäre das ein Fohlen. Ich möchte gerne ein Hannoveraner-Fohlen kaufen und es aufwachsen sehen und später von meiner Tochter ganz erfolgreich in der Dressur reiten lassen. Das wäre ziemlich schön. Ach so, und ein altes Fachwerkhaus mitten in einem großen Bauergarten mit echten Obstbäumen, das würde mir auch gut gefallen. :-)

 


Vielen herzlichen Dank liebe Antje, dass du dir die Zeit genommen hast, mir  das kleine Interview zu geben. Habe mich sehr darüber gefreut.

 

Sehr, sehr gerne :-)
 

Kommentare:

  1. Was ein wunderschönes Interview. Ja .. der Pferdeflüsterer, ich weiß noch, als ich ihn erstmals las .. ich habe auch soooo viel geheult.

    Der Film später war ok .. dank der Schauspieler, aber kam für mich nie an das Empfinden des Buches heran (obwohl ich bei anderen Bücher und Filme gleichermaßen mag).

    Lol .. einen ziemlich okayen Ehemann, das hab ich ja noch nie gehört :) .. der arme Kerl

    Aha .. ein Buchprojekt mit einer Kollegin .. ich bin gespannt. Was Du nicht alles machst, unglaublich. Dein Talent ist wirklich sehr vielseitig!

    Ich wünsch Dir viel Gesundheit, ein Fachwerkhaus und ein Fohlen ;-)

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  2. Dankeschön liebe Fabella, das dir das Interview gefällt *knuffel*

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  3. *wow* Ein wirklich beeindruckeneds Interview. Und sehr aufschlußreich *g*. Einen "okayen" Ehemann. Hoffentlich liest er nicht mit ;-)

    Danke für das tolle Interview!

    LG Beate

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  4. Liebe Beate,
    Dem Ehemann werden dann schnell die Augen verbunden =)

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  5. So ein schönes Interview mit so einer tolle Autorin! Ich finde sie ganz fantastisch. Ganz toll!

    Herzlichst
    E.

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